Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Bei schönem Wetter und wenn ich Tiger von seinem Winterfell befreie, da habe ich derzeit Gesellschaft: Murrli und Wähli, der eine ein Blendling und die andere rabenschwarz. Sie sitzen im Pferdehaar - offenbar lieben sie es weich.
Da rief mich einst die Leiterin des Tierheims an: "Wir haben wieder Katzen, die sind so scheu, ihnen gefällt es nicht im Heim, können sie sie nehmen?" Ich fuhr hin und nahm sie in Empfang. Unbesehen, wie gesagt, sie versteckten sich stets in ihrer Höhle.
Es dauerte auch einige Zeit, bis sie eingefangen waren und im Transportbehälter steckten. Zuhause ließ ich sie frei, sie versteckten sich blitzschnell in der alten Scheune und anfangs sahen wir sie kaum. Nur die beiden "alten" Kater waren ganz aufgeregt - also blieben die beiden Neuen da. Und zusätzliche Futterschalen waren leer ...
Dann ließen sie sich immer öfters sehen und jetzt dürfen wir sie sogar übers Fell streichen. Wenn ich mit der Mistkarre zum Misthaufen fahre, begleiten sie mich. Das war sonst das Privileg von Weißie - leider ist Weißie Opfer eines Giftattentates geworden. Eines Tages kam er von seinem Ausflug nach Hause und blutete stark aus Mund und After - ich vermutete Rattengift. Ich versuchte es mit Kohle und Vitamin K, das ja die Blutgerinnung fördert. Leider war es zu spät.
Seit Weißies Tod schläft Murrli - der Blendling - im Stall bei den Huftieren Tiger und Knopfi. Er hat sich einen Platz in der Raufe ausgesucht. Wenn einer von uns spät abends zum Nachfüttern in den Stall kommt, dann bleibt er liegen und schaut uns zu. Und er geht auch in Tigers Box, er weiß, da passiert ihm nichts - außer Tiger prustet ihn an ...
Bei YouTube fand ich ein Video über eine Wildkatze mit ihren Jungen - die Ähnlichkeit mit Murrli ist verblüffend.