Haundorf, Gemeinde Schnelldorf, Landkreis Ansbach: erst nachdem das Mobbing der Dorfbewohner gegen einen "Zugereisten" öffentlich wurde, traten die Behörden in Aktion.
Erinnern wir uns: Ein zugezogener Dorfbewohner wurde gemobbt, weil er gegen die seiner Meinung nach zu lauten Glocken geklagt hatte.
Als erstes wurden anfang dieser Woche die drei großen Schilder entfernt, auf denen der Dorfbewohner diffamiert wurde. Vorher fotografierten Behörden diese Schilder. Das Landratsamt stellte fest, dass alle drei Schilder auf privatem Grund standen. Monatelang.
Und die Polizeibehörde "erfuhr" angeblich erst über die Lokalpresse von dem Schilderskandal. Naja, wer es glaubt ... Jetzt wurden jedenfalls Ermittlungen aufgenommen, wegen Beleidung, Täter unbekannt!
Tja, bei "Täter unbekannt", da fällt mir eine Geschichte ein: Eine Zeitlang wurde ich immer so um halb vier Uhr mit einem Telefonruf geweckt, ich ging ran, es könnte ja ein Notruf sein. Aber es war keiner, da war ein Kerl dran, der mir was vorstöhnte. Und dieser Typ muss ziemlich blöd gewesen sein, ich sah die Nummer eines Handys auf meinem Telefon.
Also hat mein Bär eruiert und siehe da, diese Handynummer gehörte zu einer Wach- und Schließgesellschaft in Crailsheim. Und das gab einen Sinn: Dem Wachmann war wohl langweilig, also wollte er sich einen Spaß machen. Bei mir hörte der Spaß aber auf!
Ich habe noch diese Handynummer angerufen, und es meldete sich ein Wachmann dieser Firma. Also habe ich alles zusammengeschrieben und an die Staatsanwaltschaft gefaxt. Dann kam nichts und noch mal nichts. Sechs Wochen später erhielt ich ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft: Ermittlungen wurden eingestellt, Täter konnte nicht ermittelt werden!
Dann habe ich auf das Datum dieses Schreibens geschaut, das war zwei Tage später als das Datum meines Faxes. Da habe ich dann die zuständige Rechtspflegerin angerufen. Und die gute Frau erklärte mir allen Ernstes: "Das machen wir immer so, wenn Täter unbekannt sind. Wir drucken nach Eingang der Strafanzeige das Schreiben mit der Einstellung, legen das für sechs Wochen auf Wiedervorlage und schicken das dann raus."
Bei solchen Informationen habe ich das Vertrauen in die Justizbehörden verloren. Zumal in diesem Fall der Täter leicht zu ermitteln war. Ich hatte ja schon genügend Informationen gegeben:
- Der Täter rief unter einen sichtbaren Nummer an.
- Diese Nummer war einer Wach- und Schließgesellschaft zugeteilt worden.
Also hätte doch nur in dieser Firma überprüft müssen, ob
- dieses Handy einem Mitarbeiter fest zugeteilt ist oder
- ob es der jeweiligen Schicht zugeteilt ist.
Eigentlich kein Hexenwerk, wenn es ein Firmenhandy ist. Nur wurde von der Staatsanwalt und den nachgeordneten Polizeibehörden in dieser Richtung offenbar nichts ermittelt.
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