Jährlich gibt der Bund der Steuerzahler ein Schwarzbuch heraus, darin zählt er Fälle auf, wie verschwenderisch Bund, Länder und Kommunen mit den Steuergeldern umgehen. Auch in Bayern!
Schauen wir doch mal nach Amberg, Augsburg, Bamberg, Berchtesgaden, Garmisch-Partenkirchen und Starnberg - nur zum Beispiel. Ich kann da nur den Kopf schütteln, wenn ich lese, wie sorglos die Behören mit Steuergeldern umgehen. Nach dem Motto: "Ist ja nicht unser Geld!"
- Amberg: Die Stadt suchte für das Bau- und Umweltreferat zwei Leiter. Normalerweise gibt es dafür eine Personalverwaltung, die damit beauftragt wird. Nicht so in Amberg. Da wurde Headhuntern immerhin 66.000 Euronen in den Rachen geworfen, nur um zwei leitende Leutchen zu finden. Wieso macht das die Stadt nicht selbst? Oder sind die leitenden Positionen der Personalverwaltung mit inkompetenten Menschen besetzt?
- Augsburg: Die Augsburger haben offensichtlich einen Dauerplatz im Schwarzbuch gebucht. Seit 2008 werden sie unrühmlich erwähnt. Wegen der Straßenbahnunterführung am Hauptbahnhof. Die Kosten explodierten von 70 auf über 103 Millionen Euronen. Grund: eine Wendeschleife wurde nachträglich eingeplant ...
- Augsburg: Und noch einmal Augsburg, diesmal mit dem Umbau des Curt-Frenzel-Eisstadions. Da waren doch die Ränge für die Zuschauer zu flach - die Menschen konnten nicht auf das Spielfeld gucken. Die Nachbesserungen kosteten gleich 1,8 Millionen Euronen! Wieso wurde das erst nach dem fertig gestellten Bau festgestellt?
- Bamberg: Da sollte eine Brücke gebaut werden. Da ging alles schief, was nur schiefgehen konnte. Also explodierten die Kosten von geschätzten 6,1 Millionen auf mehr als das Dreifache: 18, 8 Millionen Euronen. Also, wenn ein Handwerker auf dem freien Markt so baut, dann kann er bald seinen Laden dicht machen. Nicht offensichtlich im öffentlichen Bereich!
- Berchtesgaden: Da sollte eine Mensa für ein Gymnasium gebaut werden, die Kosten verdoppelten sch auf 1,4 Millionen Euronen. Grund: Berechnungsfehler!
- Garmisch-Partenkirchen: Da wurde die Große Olympiaschanze gebaut. Anfangs sollte sie nur 10 Millionen kosten, letztendlich hat sie 17 Millionen gekostet. Grund: die Bauzeit war zu kurz - es musste schnell gehen!
- Starnberg: Da sollte der Kirchplatz mit Granitsteinen gepflastert werden - natürlich aus China, weil die am billigsten sind. Ja, da hatte der Stadtbaumeister eine Idee: Er muss persönlich nach China fliegen und selbst die Steine aussuchen! Ist doch logisch. Er rechnete dann 5.731 Euronen für diese Fernostreise ab. Schlimmer noch finde ich, dass in Bayern Steinbruchbetriebe schließen müssen, was natürlich auch Arbeitsplätze kostet. Nur weil ein Stadtbaumeister auf Kosten der Stadt - und damit auf Kosten der Steuerzahler! - auch einmal nach China fliegen will!
Mein Fazit: Wieso pasiert so etwas? Weil es für die Verantwortlichen keine Folgen hat. Auch nicht für die letztendlich verantwortlichen Politiker! Da wird von der Bevölkerung kurzzeitig gemault, aber bis wieder Wahlen sind, ist das meist vergessen. Leider! Solche Fehlplanungen dürfen jedoch nie vergessen werden, sonst bleibt es immer bei einem solchen Schlendrian!
Und damit anfangen müsste der Ministerpräsident! Nicht nur reden, sondern auch etwas anpacken! Schließlich wurde er ja dafür gewählt!