Gestern besuchte ich eine Bekannte, ihr Mann war gerade mit dem Sohnemann spazieren, sie wollte ein Spielzeug für den Sohn einpacken: einen Monsterroboter, mit allen Schikanen.
Sie fragte mich: "Wie gefällt dir das?" Ganz verwundert schaute ich auf die Waffen dieser Monsterfigur.
"Hübsch hässlich!" rutschte mir raus. "Wer spielt denn damit?"
"Aber schau mal, was der alles kann!" Sie drückte nacheinander auf verschiedene Tasten, dann fing dieses Monster zu flackern, zu kreischen und zu ballern an. Ich fasste es einfach nicht. "Und mit so etwas lässt du deinen Sohn spielen?"
"Du, er hat sich das gewünscht, alle Kinder im Kindergarten haben auch so eine Figur. Da muss mein Sohn doch auch so etwas haben! Wie steht er denn sonst da?"
"Und es macht dir nichts aus, dass er da mit einer Monsterfigur herumballern kann? Er ist doch erst vier!"
"Wieso soll das schlecht sein? Es ist doch nur ein Spielzeug!"
"Erinnere dich mal an deine Kindheit, womit hast du gespielt?"
"Ach was, dieses alte Zeug, da wird doch nur mein Sohn ausgelacht. Komm hilf mir, beim Einpacken!" Widerwillig half ich ihr. Aber dabei erzählte ich, dass ich eine Mutter kenne, mit einer etwa gleichaltrigen Tochter. Diese Tochter darf noch nicht Fernsehen schauen. Aber dafür lesen ihr die Eltern viel vor. Und das macht sich bemerkbar. Sie spricht in klaren Sätzen. Und sie beobachtet sehr gut.
Als diese Mutter mich einmal besuchte, mit ihrer Tochter, da sah die Kleine, wie ich Pferd und Esel füttere. Seitdem spielt sie das mit ihren Holzfiguren nach: Sie stellt ihre Tiere der Reihe nach auf und spielt "Füttern". Sie lässt sich dabei nicht stören und sie erzählt selbstbewusst im Kindergarten davon.
Und sie hat auch eine Freundin aus dem Kindergarten, die besucht sie öfters. Dann spielen beide zusammen "Tiere füttern". Da sind beide mit großem Eifer dabei. Diese beiden Mädchen brauchen keine seelenlosen Spielzeugmonster. Wie schön!
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