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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Steigerungen von "böse"

Was sind die Steigerungen von "böse": böser, am bösesten? Es gibt hier ein Dorf, dessen Bewohner schaffen noch die Steigerung der Steigerung!

Ich kenne eine liebe Frau, sie hat schon vielen Menschen geholfen. Da hörte sie, dass ein junge Frau keine Arbeit findet, obwohl sie die Nichte der Witwe des ehemaligen Altbürgermeisters ist. Aber der Altbürgermeister ist schon lange verstorben und damit das Beziehungsgeflecht.

Die liebe Frau fragte ihren Chef und setzte sich für die junge arbeitslose Frau ein. Und sie hatte Erfolg. Der Chef stellte die junge Frau ein. Und was passierte? Eben diese junge Frau fing an, ihre Wohltäterin zu mobben, sie verstreute schlimme Gerüchte über ihre Wohltäterin. Die erfuhr davon, als ihr Chef ihr davon erzählte. Sie konnte es erst nicht glauben. Aber dann wurde sie selbst Augenzeugin oder besser Ohrenzeugin, wie diese junge Frau über sie herzog und schlimme Lügen verbreitete. Diese liebe Frau hatte mich besucht und war empört :

"Und dabei gehen die regelmäßig zur Messe?! Das sind Christen!"

"Klar! Der christliche Glaube unterstützt ein solches Verhalten: Du bist böse und schädigst deine Mitmenschen. Dann rennst du zur Beichte, erzählst dem Priester, was du angestellt hast, du musst Buße tun und dem Beichtvater sagen, dass du bereust, der brummt dir dann ein paar Gebete auf, vielleicht auch eine Geldspende und dann sind dir deine Sünden vergeben. Und du kannst wieder von vorne anfangen."

"Ja, so ist es bei den Katholischen, aber bei den Evangelischen ist es anders, die haben keine Beichte."

"Doch im Prinzip schon, da gibt es auch die Einzelbeichte, aber da geht kaum einer hin. Die haben dafür eine Art Sammelbeichte, die ist im Abendmahlritual eingebaut, das ist natürlich besonders angenehm."

"Was hat er Schamane bei dir in der Steppe gemacht, wenn er von so einem Vorfall gehört hätte?"

"Er hätte sich den Menschen einzeln vorgeknöpft, und wenn er einsieht, dass er brutalen Mist gebaut hat und verspricht, es nicht wieder zu tun, dann hätte es der Schamane damit bewenden lassen."

"Und wenn nicht?"

"Dann hätte sich der Schamane mit dem Chan besprochen, der Chan hätte dann den Menschen zu sich gerufen und ihn vor die Alternative gestellt: Entweder die Sippe zu verlassen oder versprechen, seine bösen Taten nicht zu wiederholen. Und er wurde ausgepeitscht. Und ein Rausschmiss aus der Sippe, das war sozusagen ein Todesurteil. Denn im rauen Winter konnte niemand allein überleben. Auch ich hätte nie allein überleben können, wenn ich nicht immer Menschen getroffen hätte, die mir geholfen haben. Wer mein Buch gelesen hat, weiß, was ich meine."

"Da waren ja die Nomaden nicht so primitiv, wie sie immer hingestellt werden."

"Genau. Jedenfalls eins weiß ich sicher, hätten die Nomaden den christlichen Glauben prakiziert, sie wären gnadenlos untergegangen."

(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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S
<br /> Hallo Kiat,<br /> <br /> ja es gibt diese Art von Christen leider. Doch es herrscht auch Krieg auf der ganzen Welt. Es hat schon Kriege, Lüge und Betrug zwischen den Menschen gegeben, da gab es noch gar keine Christen.<br /> <br /> Ich möchte damit sagen, daß es überall Scheinheilige gibt, in allen Religionen.<br /> <br /> Bei der christlichen Beichte ist es nicht nur so, daß man ein paar Gebete zur Buße daherlabern muß, aber wie will ein Pfarrer den guten Willen einer Person tatsächlich überprüfen können, und was<br /> für Konsequenzen könnte er durchdrücken?<br /> Allegorisch von 'Pfui-Christen' zu sprechen finde ich zu ungerecht. 'Pfui-Kirche' das wäre schon viel gerechter. Wie sollte es gehen, daß die Masse der Schafe besser ist, als der verdorbene Kopf?<br /> Die christliche Religion hat auch wirklich tolle Ideen.<br /> <br /> Eigentlich haben fast alle Religionen versagt finde ich. Denn ständig schlagen sich die Menschen gegenseitig die Schädel ein. Ständig werden die Menschen angelogen. Im Grunde tun die<br /> Religionsführer nichts, damit die Menschen bessere Lebenswege finden. (beachte, wie z.B. im Mittelalter die kirchlichen Ämter verteilt wurden)<br /> <br /> Traurig ist das, doch trauen kann man niemandem,<br /> Superkachina<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Lieber Superkachina,<br /> <br /> zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich dich wegen deines Glaubens nicht angreifen möchte. Ich möchte dich mit deinem persönlichen Glauben nicht beleidigen. Du schreibst ja selbst, dass es<br /> Menschen gibt, die sich Christen nennen, sich jedoch nicht so benehmen.<br /> <br /> Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Phasen, da konnten Menschen mit unterschiedlichem Glauben friedlich miteinander leben, z. B. im maurischen Spanien. Leider ging das nur ein paar<br /> Jahrhunderte gut.<br /> <br /> Oft werden Religionsfragen dazu missbraucht, um Menschen aufeinander zu hetzen. Deshalb finde ich es wichtig, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen und miteinander zu reden. Letztendlich<br /> wollen wir doch alle in Frieden leben. Meine Meinung ist, dass unterschiedliche Auffassungen im Glauben nie die Begründung sein können, um Menschen umzubringen.<br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br />  <br /> <br /> <br />
M
<br /> Liebe Kiat!<br /> <br /> Genau das gleiche mußte ich auch schon erleben:<br /> Da habe ich jemand geholfen bzw mich für jemand eingesetzt und die Person hat dann Mist gebaut bzw einmal wie in Deinem Fall,Unwahrheiten rumerzählt,um mich schlecht zu machen.<br /> <br /> Ich habe mir schon oft überlegt,warum es Leute gibt,die in die Hand beißen,die sie (ge)füttert (hat).Das tut kein Tier!<br /> Womit mal wieder bewiesen ist,wer von beiden den besseren Charakter hat! ;-)<br /> <br /> Ich denke der Grund für dieses Verhalten ist,daß viele Leute es nicht ertragen können,daß es Menschen gibt,die besser,anständiger sind,als sie selbst.Dann muß ein Grund her,der besagt,daß dieser<br /> gute Mensch doch nicht so gut und toll ist,wie alle denken.<br /> <br /> Das ist nämlich wesentlich bequemer,als darüber nachzudenken,was derjenige besser macht,also was man an sich selbst verbessern kann.<br /> <br /> Die Beichte unterstützt dieses bequeme Denken noch.<br /> Man kann machen,was man will,dann beichtet man,betet einige Vater unser,danach ist alles vergeben und vergessen...toll,wie einfach!<br /> <br /> Womit diese Leute alle Eigenverantwortung an ihren Gott abgeben!<br /> <br /> Kein Wunder,daß die Leute das Selberdenken verlernt haben!Das Christentum hat diese Entwicklung ja auf verschiedenste Weise gründlich gefördert!<br /> <br /> Es gibt aber noch einen Grund für solch ein niederträchtiges Verhalten:<br /> Es gibt nämlich Leute,die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft als ein Zeichen von Schwäche interpretieren.<br /> Sie verwechseln Gutmütigkeit und Güte mit Dummheit.<br /> <br /> "Die ist doch selber schuld,wenn sie so blöd ist und mir die Möglichkeit dazu gibt,sie auszunutzen oder schlecht zu machen."<br /> So denken diese Subjekte.Traurig,aber leider werden es immer mehr vorallem bei den Jugendlichen.<br /> <br /> Dankbarkeit,Loyialität,Empathie und Solidarität werden mehr und mehr zu Fremdwörtern:<br /> <br /> Ellenbogenmentalität,über Leichen gehen für den eigenen Vorteil,Egodenken und Konsum ist stattdessen angesagt! :-(((<br /> <br /> Die Verrohung der Menschheit schreitet immer mehr voran.<br /> Ich habe deswegen schon begonnen,mir ein dickes,schützendes Fell zuzulegen.<br /> <br /> Aber wichtig ist dabei,daß man darauf achtet,nicht ganz dicht zu machen.<br /> Man sollte für die Menschen,die es wert sind,weil sie anständige Menschen sind,sich immer öffnen können,denn sonst erfriert man innerlich und verbittert.<br /> <br /> Habe selber das Problem,muß mir immer wider sagen:<br /> "Paß auf,daß Du nicht komplett zu machst und dadurch liebe Menschen vor den Kopf stößst,die Dir doch wichtig sind".<br /> <br /> Liebe Grüsse von Moira<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Moira,<br /> <br /> ja, das gibt es immer wieder. Weshalb Mensch so handeln, ich kann es nicht nachvollziehen, nur vermuten. Du hast recht, Tier verhalten sich anders. Es gibt allerdings Tiere, die sich so sehr<br /> angepasst haben, dass sie sich wie ihre Menschen verhalten haben.<br /> <br /> Was du schreibst, da stimme ich dir in vielen Punkten voll zu. Dass vor allem Jugendliche so pervers denken, ist eine Folge unseres neoliberalen "Bildungssystems", das keines ist. Im<br /> Neoliberalismus geht es doch nur darum, wie kann ich meine Mitmenschen am meisten ausnützen und schaden. Aber dieses Ellenbogendenken ist gewollt, die Superreichen hetzen damit die<br /> Menschen gegeneinander auf. Damit sind einmal die Menschen beschäftigt und zweitens werden damit die Schwächeren beseitigt.<br /> <br /> Die Frage ist doch, wie verhalten wir uns, die wir nicht zu dieser Masse gehören? Über eines müssen wir uns klar sein: Wir sind für ein solches System große Feinde, auch wenn wir nur kleine<br /> Menschen sind. Einmal, weil wir dieses "System" durchschaut haben und damit andere Menschen dazu bringen, es auch zu durchschauen. Und zum andern, dass wir uns nicht zu Handlanger und Zombies für<br /> ein solches unmenschliches System machen lassen. <br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
H
<br /> Liebe Kiat,<br /> <br /> an diesen jüdischen Brauch mit den Ziegenbock mußte ich auch vorhin denken, meine meinung dazu ist dass man sich damit nur noch auch an den Ziegenbock vergangen hat - nichts weiter.<br /> <br /> Und bei Jesus mit den Opferlamm hast du auch recht.<br /> Das ist einfach Quatsch. Ich kann nicht einen anderen für meine sünden büßen lassen (ob nun Tier oder Mensch ist egal) und auch noch meinen damit "Wasche ich mich rein". In Gegenteil, damit<br /> beschmutze ich mich nur noch mehr!<br /> <br /> Mein Respekt vor Jesus ist sehr groß, aber ich meine er ist oft total falsch gedeutet wurden, man hat die Worte vermutlich aber auch verdreht.<br /> Ist auch ein Grund warum ich "Karfreitag" nicht mag.<br /> Deshalb ist der Bezug zu Bibel ehr gespalten.<br /> DAS hat aber nichts mit Gott oder Jesus zu tun.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Heike<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> das Ritual mit dem Ziegenbock sehe ich wie du. Was Jesus angeht, für mich gibt es einmal den historischen Jesus: er war Jude, als Rabbiner anerkannt, er wurde oft eingeladen, in fremden<br /> Synagogen zu predigen. Und er war kritisch gegenüber der römischen Besatzungsmacht, die ihn dafür umgebracht hat. Wer wurde von den Römern zum Tod am Kreuz verurteilt? Erstens, entlaufene Sklaven<br /> und zweitens, Aufrührer, heute  würden wir Terroristen sagen.<br /> <br /> Nun war Jesus Jude, also kein römischer Sklave. Also musste er aus römischer Sicht ein Aufrührer sein.<br /> <br /> Und dann gibt es den spirituellen, religiösen Jesus. Aber das ist persönliche Sache einer jeden einzelnen von uns. Das sieht jede von uns wahrscheinlich etwas anders. Und das ist gut<br /> so!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
H
<br /> Liebe Kiat,<br /> <br /> das ist es was ich meinte. Jesus ist da total Mißverstanden wurden, so einfach:"jetzt sind deine Sünden vergeben." ist es eben nicht. Und es fördert dies was du beschrieben hast. Da muss man schon<br /> an sich selbst Arbeiten.<br /> Jesus ist auch nicht für die Sünden der Menschen an Kreuz gestorben, damit ihnen alles Vergeben ist. Quatsch mit Soße für mich. Er wollte den Menschen ein Vorbild sein, und nicht ein Alibi.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Heike<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> ich stimme dir voll zu! Bei den Juden im Alten Testament gab es einen Brauch, da wurde einmal im Jahr ein Schafbock mit den Sünden der Menschen (symbolisch) beladen und dann in die Wüste gejagt.<br /> Das arme Tier!<br /> <br /> Und ich denke, dass beim historischen Jesus dieser Brauch eine Rolle gespielt hat für die Rolle des Opferlammes. <br /> <br /> Der Satz, dass wir an uns selbst arbeiten müssen, der gefällt mir ausgesprochen gut!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
A
<br /> Liebe Kiat,<br /> <br /> das hast du sehr treffend formuliert. Genau so eine Pharisäerin hatten wir in der Familie. Es war die Stiefschwester meines Vaters. Ein über alle Maßen bösartiger und habgieriger Mensch, der<br /> letztlich auch die Eltern derart beeinflusst hat, so dass mein Vater fast um sein ganzes, im zustehendes Erbe gekommen ist.<br /> Aber jeden Sonntag machte sie pflichtbewusst ihren Kirchengang und rutschte dort auf den Knien herum.<br /> Pikant an dieser Geschichte ist noch, dass sie mit einem katholischen Pfarrer verheiratet war, der sein Amt aufgegeben hatte.<br /> <br /> Mehr möchte ich über diese "Tante" garnicht schreiben und eigentlich hab ich auch kaum mehr als das mitbekommen. Ich weiß nicht einmal, ob diese Bestie noch lebt.<br /> <br /> Liebe Grüße, Awi<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Lieber Awi,<br /> <br /> ja, solche Menschen gibt es, leider. Aber solche Menschen werden wie wir alle einmal Rechenschaft über ihr Handeln in diesem Leben ablegen müssen. Dann möchte ich nicht an deren Stelle sein. Dann<br /> werden solche Menschen merken, dass es eine Gerechtigkeit gibt, die nicht nach menschlichen Maßstäben richtet, sondern nach andern.<br /> <br /> Liebe Grüße, Awi <br /> <br /> <br />