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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Stilberatung und ich

Was ist das denn? Nein, ganz so dämlich bin ich nun doch nicht. Was ich zu festlichen Anlässen oder Kongressen anziehe, weiß ich auch so. Dafür brauche ich keine Stilberatung. Eher schon einen wohl gefüllten Geldbeutel, um mir die nötigen Kleidungsstücke zu kaufen.

Zugegeben, von der so genannten Mode habe ich wenig Ahnung. Eher amüsiert es mich, was sich  Modeschöpfer wieder ausgedacht haben, um frau lächerlich zu machen. Zum Beispiel diese riesigen Schleifen, die entweder über dem Hintern oder vorne auf dem Busen thronten. Mit so einem Kleid wirkt jede Frau wie ein zu groß geratenes Osterei oder eine dieser kitschigen Geschenkpackungen.

Mit Mode habe ich es nicht so. Ich brauche gut sitzende Hosen und ein passendes Oberteil. Bloß keine kakeligen Farben, und wie Konditoreis sollte es auch nicht aussehen. Schon ist das Bekleidungsproblem gelöst.

Stilberatung? Das war ein Kurs der Volkshochschule. Mit einer bekannten (?) Stilberaterin und Benehmenstante. Da wollte ich mitmachen. Entweder erfahre ich noch etwas Interessantes - oder ich habe richtig was zu lachen.

Die Kursleiterin erinnerte irgendwie an eine Vorsteherin eines Mädchenpensionats für höhere Töchter. Die Teilnehmerinnen waren bunt gemischt: von verknöchert-konsevativ über grobgestrickt-alternativ bis schrill-bunt war alles vertreten. So muss sich Tom Sawyer gefühlt haben, als er versehentlich zwischen die Besucherinnen seiner Tante Polly geraten war, völlig fehl am Platz.

Aha, es ging los. Natürlich mit der Aufzählung der Erfolge, die diese Kursleiterin mit ihrer Beratung schon erreicht hatte. Demnach musste die Gute schon halb Ansbach neu eingekleidet haben. War ich ihr bisher nur durch Zufall entkommen? Jedenfalls schien sie ihren Fanclub gleich mitgebracht zu haben. Einmal hingen diese Damen geradezu andächtig an ihren Lippen. Und zum Zweiten? Die Leiterin verteilte dünne Hefter. Da waren etwa ein halbes Dutzend Zeichnungen drin. In schwarz-weiß. Sah aus wie ein Malbuch für Kinder. Aha! Darum hatte es geheißen, man solle Farbstifte mitbringen! Und zehn Euronen, um das Malbuch zu bezahlen. Zusätzlich zur Kursgebühr. 

Komisch nur, dass einige der Frauen aussahen wie die Zeichnungen. Oder eher umgekehrt?

Die Leiterin, eine gewisse Frau Bohnbrechel, bat nun die einzelnen Teilnehmer, sich vorzustellen und zu sagen, was sie sich von diesem Kurs erhofften. Ach du Schreck, auch das noch! Was da alles erzählt wurde ... chrrrr ... pschüüü. Verflixt! Bei dem Geschwafel war ich doch glatt eingeschlafen. 

"Sie da hinten, in der Ecke!" "Hmmm?" "Ja, Sie meine ich, die rhm, die Dame in dem rhmm - rhmm Holzfällerhemd! Was wollen Sie hier?"

Ich war wohl noch nicht ganz wach , und ich brummte :"Das frage ich mich auch. Ein Malbuch wollte ich eigentlich nicht kaufen..."

Das genügte. Fortan war ich für die Dame Bohnbrechel samt Gefolge Luft. 

Dabei hatte ich ihr sogar versehentlich die Gelegenheit verschafft, Benimmregeln von sich zu geben.

Eine davon sollten sich wirklich die meisten weiblichen Wesen zu Herzen nehmen. "Meine Damen, sie erzielen größere Erfolge, wenn Sie mit möglichst voller Stimme reden. Sie alle sollten versuchen, ihre Stimmen um mindestens eine ganze Oktave zu senken - mit einer Ausnahme!" 

"Das bin ich!", qiekte es neben mir los, "schon als junges Mädchen war meine Stimme eher zu tief!" Die spinnwebdünne zarte Frau sah sich beifallheischend um. 

Und ich kämpfte verzweifelt gegen einen Lachanfall. Wäre ich Filmproduzent, hätte ich sie sofort als Synchronsprecherin für Micky Maus eingestellt.

Die Kursleiterin setzte sich nun zu den einzelnen Damen, und erklärte ihnen, welchem Stiltyp sie angehören und welche Kleidung daher optimal zu ihnen passte. Komisch nur, dass sie jeweils das beschrieb, was die Frauen sowieso schon an hatten. Also, so einen Kurs hätte ich auch geben können.

Bei der zehnten Kandidatin wurde es mir langweilig, meine Gedanken schweiften ab. Irgendwie kam ich zu "Urmel aus dem Eis" von der Augsburger Puppenkiste. Und blieb beim singenden See-Elefant hängen. Die gute Bohnbrechel hing auch. Bei einer Frau, die mir direkt gegenüber saß. Alles an ihr wirkte irgendwie eckig und asymmetrisch. Die Kleidung, die Brille - und der gewaltige, an ein Raumschiff erinnernde Anhänger vor ihrer Brust. Ich musste immer wieder hinsehen. Was der Bohnbrechel nicht zu passen schien.

"Was gibt es da zu starren?", keifte sie mich an.

In Gedanken war ich noch ganz beim singeden See-Elefant. Meine Antwort: "Woromm hot döse Frou oin Ohrpöndöl vor dör Brost?"

Bohnbrechel: "Rrrraussss!"

Die Gebühr für diesen "Kurs" habe ich von der VHS zurück bekommen.

 


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L
oooh damals hab ich immer Urmel geseeehn *-*<br /> Alle Filme hatte ich davon :3
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K
<br /> <br /> Urmel war eine feine Sendung. Und mein Tiger, ein alter Lipizzaner hat das SIngen beim See-Elefant gelernt. Davon gibt es ein Video. Viel Spaß beim Gucken <br /> <br /> <br /> <br />
C
Hey Süsse,<br /> Ich wünsche dir eine tolle Nacht! Träum süss!<br /> Liebe Grüsse und ich wollte dich noch fragen was das mit den Kommentren auf sich hat?:)
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K
<br /> <br /> Vielen Dank! Ich wünsche dir auch wunderbare Träume! Und zu den Kommentaren habe ich dir in deinen Blog geschrieben!<br /> <br /> <br /> <br />
M
^^
Antworten
D
Ach so vor lauter Lachen..wollte noch was dazu sagen, was Mode<br /> betrifft. Ich bin auch so...hauptsache es passt, ist praktisch, ich kann<br /> einiges unterbringen..brauche also große Jacken mit vielen Fächern,<br /> und es sieht nicht nach Osterei und Kaugummi/Lutschbonbon/<br /> Marshmallowfarben aus...<br /> Meine Kinder meckern immer: Mach Dich doch mal schick...<br /> ich sage dann nur immer, nackend bin ich wunderschön, dass muss<br /> kaschiert werden, sonst rennen mir die Männer die Bude ein brüll<br /> Natürlich quatsch, aber irgendwie muss man witzig kontern.<br /> Das erstickt das Gedrängel im Keim...<br /> Ich bin da wie Du..Mit Mode sehr mau, ich fühle mich darin meist<br /> nicht wohl. Ich bin ein Wirbelwind und brauche Hosen, die nicht<br /> zu eng sind, außerdem bekomme ich da das Gefühl ich bekomme<br /> keine Luft und es zwickt hier und zwackt da.<br /> Aber was man manchmal im Fernsehen sieht, hast Du gut ausgedrückt,<br /> es ist ein Lächerlichmachen der Frau und für was die sich hergeben,<br /> treibt mir manchmal die Tränen aus den Augen, weil ich oft auch fühle,<br /> daß sich da viele dämlich und albern vorkommen. Ich sehe oft in die<br /> künstlich lächelnden Gesichter, dass da traurige Augen vorlucken.<br /> Naja, aber hauptsache die Kohle stimmt. In dem Fall ist Kohle<br /> echt nicht alles...<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Deine Deva
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K
<br /> <br /> Wieder hast du wahre Worte geschrieben! Ich sehe das auch so!<br /> <br /> <br /> <br />
D
Kiat....brüll...ich krieg mich hier nicht mehr ein...<br /> Kann gar nicht schreiben vor Lachen...ahahahahaha<br /> Du bist ja eine absolute Ulknudel...<br /> Du erinnerst mich mit allem was Du geschrieben hast, an<br /> meine Kindheit. Ich liebte den See-Elefanten heiß und innig.<br /> Vor allem wenn er traurig sang: Öch wois nöcht was soll ös bedoiten...<br /> hahaha, na und Tom Sawer ist ja auch klar, Tante Polly hat den armen<br /> Kerl einfach nicht verstanden hihi...<br /> Urmel ist genial...<br /> Hahahaha...also das muss ich verdauen...darf ich das verlinken?<br /> Du hast Mut und wie ich das Peter-Pan-Sydrom (evtl. googeln)<br /> Ich war ja mal in einer Klasse, die von Nonnen unterrichtet wurde,<br /> da war ich so 16/17 Jahre alt und da die so steif waren, hab ich da<br /> auch solche Dinger gebracht. Ich musste auch paarmal raus..<br /> Ja das gabs damals noch..Musste warten bis man mich wieder reinholt.<br /> Das macht Dich mir noch sympathischer, als Du eh schon für mich bist.<br /> Brüll........<br /> <br /> Kichernde Grüße<br /> Deine Deva
Antworten
K
<br /> <br /> Vielen Dank für dein dickes Lob! Natürlich darfst du es verlinken. Andere Menschen sollen auch lachen <br /> <br /> <br /> <br />