Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Heute abend rief eine Freundin an, sie wollte wissen, ob ich am Samstag in München auch bei der Menschenkette mitmache. Dann wollte sie wissen:
"Was ich dich schon immer fragen wollte, es gibt doch kein Endlager für atomarem Müll, aber die ganzen Jahre wurde Müll produziert. Wo ist der eigentlich geblieben?"
"Der wurde in Castorbehälter gefüllt und steht in der Nähe der Atomkraftwerke. Und sobald feststeht, wo das Endlager liegt, setzen sich die Züge in Bewegung."
"Das kann doch wohl nicht sein!"
"Doch, das stimmt schon. Diese Ansammlung von Castorbehältern wird dann Zwischenlager genannt."
"Aber das ist doch gefährlich!"
"Angeblich nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Sicherheit überprüft. Und es gab eine Reihe von Klageverfahren, die alle von Verwaltungsgerichten zurückgewiesen wurden."
"Verwaltungsgerichte? Dass ich nicht lache! Als ob die strahlenden Castorbehälter sich an Paragraphen hielten."
"Nee, das bestimmt nicht. Mit der Sicherheit dieser Behälter ist es nicht weit her. Mit heutigen Waffen lässt sich die Hülle der Castor-Behälter aufbrechen, und da befindet sich ja extrem strahlendes Material. Da kommt es dann zu unkontrollierten Kettenreaktionen, dann braucht kein Endlager mehr gesucht zu werden. Deutschland hat sich abgeschafft!"
"Ja, ich verstehe auch nicht, einerseits suchen die angeblich nach einem Endlager, aber dann taucht gleich Gorleben auf ..."
"Die haben eben keinen anderen Standort. Und die meinen wohl, wenn sie das genügend lange wiederholen, dann nimmt ihnen dies die Bevölkerung ab ..."
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