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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Therapiehunde und die Gutmütigkeit von Menschen

Vorgestern fuhr ein alter Jeep auf meinen Hof, ein mir bekannter Altbauer stieg aus und kam in den Stall, ich war gerade am Misten. Gleich nach der Begrüßung fragte er mich: "Du, ich wollte mit meinem Lumpi als Therapiehund Leute im Altenheim besuchen. Ist es normal, dass ich dafür etwas bezahlen muss?"

Ich schmunzelte, ja, da scheint es eine neue Masche zu geben, wie die Gutmütigkeit von Menschen ausgenützt wird. Ich antwortete: "Normal ist das nicht, du willst es ja freiwillig machen, so wie ich dich kenne." Er nickte und hielt mir eine aufgeschlagene Zeitung hin und zeigte auf eine Kleinanzeige.

Ich las und das kam mir bekannt vor. Und fragte: "Wieviel verlangen die von dir?"

"Ich muss Mitglied im Verein werden, das kostet 36 Euro im Jahr. Und ich muss eine Ausbildung machen, ein Wochenende, das kostet 150 Euro!"

"Was? Du als Altbauer? Was für eine Ausbildung soll das sein?"

"Ja, dass ich gut mit meinem Hund umgehe. Und da gibt es Hundetrainerinnen, die sagen mir dann, wie es meinem Hund geht."

"Aha, das weißt du doch so. Dein Lumpi und du, ihr beide seid doch wie ein Pärchen. Und 150 Euro für ein Wochenende, das ist schon happig!"

"Ja, die Frau hat gesagt, dass ich das Geld zurückbekomme, wenn ich zehn Einsätze erfolgreich durchgeführt habe."

"Da sehe ich einen Pferdefuß. Schau, Du zahlst die 150 Euro, und dann sagen die dir, dass du die letzten Einsätze nicht gut gemacht hast, sie könnten dich nicht mehr vermitteln. Und dann zahlen sie nichts zurück."

"Meinst du?"

Ich nickte und erzählte ihn von einer Frau, die auch auf ein solches "Angebot" reingefallen ist. Da musste sie 200 Euro zahlen, dann wurde sie mit ihrem Hund in ein Altenheim geschickt und dann hörte sie, dass sie und ihr Hund ungeeignet seien. Die Frau wollte dann ihr Geld zurück, aber der Vereinsvorsitzende meinte trocken: "Unterschrieben ist unterschrieben!" Sie hatte 200 Euro für nichts bezahlt.

Der Altbauer schwieg und dachte nach. Dann: "Das ist ja ein Ding. Wenn die zehn Leute zusammenhaben, dann verdienen die an einem Wochenende 1500 Euro, für nichts! Nein, denen werde ich etwas pfeifen!"

Dann unterhielten wir uns über seinen Lumpi ...

Als er weg war, da dachte ich nach und war wieder einmal erschüttert, auf welche Ideen Menschen kommen, um anderen das Geld aus der Nase zu ziehen. Und dabei noch die Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit von Mitmenschen schonungslos ausnützen.


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N
Ich kenne den Verein, mit dem der Altbauer Kontakt hatte, nicht. Von daher kann ich nicht beurteilen, wie seriös der Verein arbeitet oder auch nicht. Der Einsatz eines Therapiehundes umfaßt weit<br /> mehr als dass Herrchen mal mit Lumpi ins Heim geht, udn Lumpi sich streicheln läßt. Ich hätte nicht gewollt, daß jeder Hund auf meine Mutter losgelassen wird.<br /> <br /> Die Leute, die ihre Hunde zu Therapiehunden ausbilden lassen, haben sehr aktive Hunde, die viel Beschäftigung brauchen und ein bestimmtes Charakterprofil brauchen. Ja, die Ausbildung zum<br /> Therapiehund ist ziemlich teuer. Das geht auch nicht eben so am Wochenende, sondern deutlich länger und ist deutlich teurer. Manche der Ausgaben sind von der Steuer absetzbar, und in seriösen<br /> Altenheimen bekommen die Hundebesitzer eine Aufwandsentschäfigung von ca 25 Euro.<br /> <br /> Für meine Mutter war der wöchentliche Besuch des Therapiehundes ein Highlight in ihrem Heimleben. Therapiehunde gehören sehr unterschiedlichen Rassen an.<br /> Sie müssen in ihrer Ausbildung auch lernen, bestimmte für einen Hund normale Reaktionen zu unterdrücken. So dürfen sie beispielsweise, wenn sie bei behinderten Kindern eingesetzt werden, selbst<br /> dann nicht beißen, wenn ein Kind ihnen in den Mund faßt.<br /> <br /> Außerdem muß ein Hund mit den Rahmenbedingungen im Altenheim klarkommen: Gerüche, Rollstühle, abrupte Bewegungen bei Demenzkranken ...<br /> Obwohl Dackel meine persönlichen Lieblingshunde sind, habe ich noch nie von einem Dackel gehört, der als Therapiehund im Einsatz ist.
Antworten
K
<br /> <br /> Ich stimme dir voll zu! Leider musste ich die Erfahrung machen, dass es Menschen gibt, die gar nicht wollen, dass ältere Bewohner aufblühen und sich freuen. Da gab es einmal eine Vernissage des<br /> örtlichen Fotovereins - eine nette Sache. Ich ging mit meiner Hündin auch hin, viele Bewohner haben meine Hündin und mich erkannt. Das war ein Gestreichel und Geknuddel. Die Bewohner<br /> interessierten sich nicht mehr für die Bilder. Sie waren nur an meiner Hündin interessiert. Das war der Heimleiterin ein Dorn im Auge, wütend schoss sie auf mich zu und schnauzte mich an: "Ihr<br /> komischer Hund stört die Vernissage, verschwinden Sie!" Betrübt ging ich. Viele Bewohner fingen an zu weinen ... Die Leiterinrief mir hinterher: "Da sehen Sie, was sie angestellt haben!" <br /> <br /> <br /> <br />
D
Das bleibt nicht aus.<br /> Das Leben ist ein harter Lehrmeister.<br /> Und das ist wieder das Gute daran.<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Deine Deva
Antworten
K
<br /> <br /> Wahre Worte <br /> <br /> <br /> <br />
D
OHA ist das dreist.<br /> Das die sich das hat sagen trauen..unfassbar.<br /> Da wäre ich auch gegangen Kiat....<br /> Das war gut...<br /> <br /> Ich sag ja...wo Du hinsiehst, Geldgier..die<br /> Menschen werden auch immer geiziger..überall...<br /> <br /> Früher gabs in der Apotheke mal kleine Proben. Letzthin war<br /> ich drin und habe gefragt, da meinte die Apothekerin..<br /> Proben bekämen sie nur noch selten rein, jeder müsse<br /> sparen, wir haben heute nicht einmal Taschentücher<br /> für die Kundschaft bekommen.<br /> <br /> Pffff...ist ja nur ein kleines Beispiel..aber man sieht es<br /> einfach überall..allen geht scheinbar der Arsch mit Grundeis,<br /> wie mein Opa immer sagte..<br /> <br /> Man kann sich nur das als schlechtes Beispiel nehmen und<br /> es besser machen. Die Menschen sollten wirklich aufpassen, dass sie nicht<br /> in dieses Fahrwasser geraten und meinen, sie müssen auch so geld-<br /> gierig werden. Das ist nämlich leider irgendwie ansteckend... ;-)<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Deine Deva
Antworten
K
<br /> <br /> Das ist typisch für viele Menschen unserer Zeit. Die letzten Funken von Moral sind erloschen. Es regiert nicht nur der Geiz, sondern vielmehr die Gier! Ohne Rücksicht auf Verluste! Dass diese<br /> Menschen sich selbst schaden, das werden sie schon einmal einsehen (müssen) <br /> <br /> <br /> <br />
D
Oh mei, ist das schade.<br /> Sowas kann ich nicht verstehen.<br /> Die würden doch eh Geld sparen, wenn er kostenlos<br /> seinen Hund einsetzt. Ein Herrchen kennt doch seinen<br /> Hund besser, als ein Fremder.<br /> Mensch mich kotzt das so an Kiat.<br /> Jeder will nur noch Geld einheimsen. Alle sind wie<br /> paralysiert oder hypnotisiert..so kommt mir das wirklich<br /> vor. Dabei hätte der Bauern garantiert Erfolge verbuchen<br /> können und wenn sich nur eine Person über den Lumpi<br /> gefreut hätte. Der Mensch zählt nichts mehr.<br /> Mein Trost ist, das alle mal alt werden und dann selbst<br /> erleben müssen, wie es ist, vernachlässigt zu werden und<br /> dann werden sie an einen lustigen Hund und einen lieben<br /> Bauer denken, den sie damals ausbeuten wollten.<br /> <br /> Traurige Grüße<br /> Deine Deva
Antworten
K
<br /> <br /> Tja, denen geht es nur ums Geld! Sollen sie das doch! Was mich stört, ist, dass sie das unter dem Deckmäntelchen der Menschenfreundlichkeit machen. Wieso sind sie nicht ehrlich und geben es<br /> einfach zu? Ich kenne auch Leute, die sich um Straßenhunde kümmern. Da wollten mich mal welche anheuern. Dann hat eine der Tanten im verschwörerischen Ton grinsend gesagt: "Uns geht es gar nicht<br /> um die Hunde, wir wollen umsonst ins Ausland fliegen!" Da bin ich aufgestanden und gegangen - wortlos.<br /> <br /> <br /> <br />