Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Die letzten Tage schaute eine spezielle Spezies Menschen auf die Börsenkurse - sie fielen und fielen. Weil die bisher größte Wirtschaftsmacht auf diesem Planeten kurz davor stand, Konkurs anmelden zu müssen. Die USA hatten festgelegt, dass sie eine Schuldengrenze nicht mehr überschreiten dürfen.
Nun muss jedoch der Präsident resp. seine Regierung wieder neue Schulden machen, sonst können zum Beispiel keine Schecks an die Veteranen geschickt werden. Und die werden sauer - stinksauer! Haben sie doch in den Kriegen ihren Kopf hingehalten, wurden verletzt - und jetzt besteht die Gefahr, dass der Staat seine Veteranen hängen lässt?!
Die Stimmung in den USA wird immer explosiver! Wir hier in Europa bekommen das gar nicht so mit. Wir sollen dies auch nicht mitbekommen. Merkel & Co. halten immer noch die USA für die größte Wirtschaftsmacht auf diesem Planeten. Seltsam, wieso schauen sie nicht in Richtung Osten: Da gibt es China! So mächtig, dass sie nicht wissen, wohin mit ihrem Geld! Ja, sie können jetzt sogar Medion - Aldis Lieferant für Computer und Navigationsgeräte - aufkaufen - einfach so! Da stellt sich doch die Frage: Wann kaufen die Chinesen Aldi?
Ja, die Chinesen! Sie sind ja die Hauptgläubiger der USA. In der Vergangenheit gab es eine Symbiose zwischen USA und China: Die USA machten Schulden bei den Chinesen und die Chinesen lieferten Waren zu Dumpingpreisen, die die USA mit den von den Chinesen gewährten Krediten bezahlten. Und das hat funktioniert?
Also in der Privatwirtschaft hätte das nicht lang funktioniert. Nehmen wir mal an, da gibt es den Bäcker Meier und den Metzger Müller, bisher hat der Meier dem Müller immer die Semmeln für den Imbiss geliefert. Aber dann kamen Beraterchen von McKinsey & Co., die setzten dem Meier einen Floh ins Ohr, er müsse expandieren. Und dem Müller auch. Aber Expandieren kostet Geld, und der Müller hatte kein Geld. Also machte er Schulden beim Meier. Aber der verlangte dafür, dass der Müller für alle geplanten Filialen die Semmeln nur beim Meier kauft.
Nun hatte sich der Müller übernommen - die neuen Filialen kosteten zu viel! Wieder kamen die Beraterchen und flüsterten, er könne ja das Metzgern einstellen und nur noch Fleisch verkaufen. Dann spare er sich viel Personalkosten! Und der Meier hatte Parteifreunde, die deichselten es, dass die Gefängnismetzgereien und die Gefängnisbäckereien für den Meier buken und schlachteten - für ganz wenig Geld.
Das ging eine Zeitlang gut: Der Meier hatte billige Backwaren und billiges Fleisch, der Müller musste ihm seinen Ramsch abnehmen, sonst bekam er keine Kredite mehr vom Meier. Ja, der Meier scheffelte immer mehr Geld, das dem Müller fehlte. Außerdem hatte er Käufer verloren, die Metzger, die früher für ihn gemetzgert hatten, die hatten ja keine Arbeit mehr und konnten sich kein Fleisch mehr kaufen. Also sanken die Umsätze vom Müller.
Und damit seine Einnahmen. Also musste er wieder Schulden machen - beim Meier. Bald konnte der Müller nicht mehr die Zinsen für seine Schulden bezahlen, also wollte er wieder Schulden machen, um die Zinsen für seine Schulden bezahlen zu können. Da sagte der Meier: "Nein, ich gebe dir kein Geld mehr. Du machst jetzt Konkurs, und ich übernehme deine Filialen und verkaufe selbst."
Der Müller erschrak: "Aber was soll ich dann machen? Und meine Verkäuferinnen? Wovon sollen wir leben?"
Der Meier meinte: "Das ist mir egal, deine Verkäuferinnen können ja bei mir arbeiten - aber zu meinen Bedingungen!"
Ja, was hatte der Müller für Möglichkeiten? Sich aufhängen? Oder? Ja, was oder? Er könnte natürlich Leute zusammentrommeln, die den Meier nicht leiden können und gemeinsam schlagen sie den Meier zusammen und teilen sich dann die Beute! Und fangen dann mit dem gleichen Blödsinn wieder an - mit Schulden machen.
So, jetzt ersetzt den Namen Meier durch China und Müller durch USA, und dann wisst ihr, was sehr bald passieren wird!