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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Wie gedruckt, so makuliert

Was passiert mit Büchern, die nicht mehr verkauft werden? Klar, die werden verramscht. Nun, das war einmal. Viele dieser Bücher werden gleich zu Klopapier.

Unglaublich, aber wahr. Wer die Anbieter von billigen Sonderausgaben und Büchern, die von der Buchpreisbindung rausgenommen wurden, anschaut, wird feststellen, dass die anscheinend Probleme haben, billige Ausgaben zu bekommen.

Einer neuer Trend scheint sich durchzusetzen: Sobald ein Titel nicht mehr richtig läuft, wird er palettenweise nach Würzburg gefahren, da steht eine Riesenmaschine, die schreddert Bücher. In einem Affentempo. Das Ergebnis ist dann ein Ballen, etwa eine Dreiviertel Tonne schwer, solche Ballen gehen in eine Papierfabrik, die macht daraus Klopapier.

Stellen wir uns das vor: eine Palette mit Büchern, das sind so um die tausend Bücher, und am Ende der Kette: Klopapier! Und so ein Schredder, der schafft acht Paletten in der Stunde. Das sind fünf Tonnen Bücher!

Früher, da wurden Bücher verramscht. Da konnten Menschen sich Bücher leisten, die sie sich sonst nicht leisten konnten. Jetzt wird knallhart gerechnet: Das Buchläuft nicht, also vernichten. Das kostet nur teuren Lagerplatz!

Wieviel Bäume werden da grundlos vernichtet? Die Controller aber spechen von "Überkapazitäten", die abgebaut werden. Andererseits sollen Bücher aber auch nicht "unter Wert" verkauft werden, lieber werden sie vernichtet. Hier zeigt sich die Perversität des kapitalistischen Systems: Zahlst Du den von mir diktierten Preis nicht, dann vernichte ich meine Ware.

Das erinnert mich an Geschichten, die ein Onkel aus Kalifornien erzählt, er hat dort zehn Jahre gelebt: Da wurden frisch geerntete Tomaten mit Diesel übergossen, um sie ungenießbar zu machen. Nur damit der Preis gehalten wurde. Bei einem Überangebot hätte der Preis ja fallen müssen!

Da wurden sogar einmal über 50.000 Exemplare von Harry Potter zerschreddert. Wie denn das? Nun, da waren Exemplare über Kopf eingebunden. Also weg damit, auch wenn es eine Rarität ist. Auf die Idee, diese Teilauflage besonders zu bewerben und als Rarität anzupreisen, ist von diesen "Machern" keiner gekommen. Was sind das für Bücher, die geschreddert werden:

  • "Die Pilgerin" von Iny Lorentz, 2007 erschienen oder
  • Kochbücher von Johann Lafer (Neuauflagen!) oder
  • "So gut wie tot" von Peter James, im März 2009 veröffentlicht oder
  • "Die Nacht, die Lichter" von Clemens Meyers, 2008 auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet oder
  • "Wo die Helden schlafen" von Joseph O'Connors, im Februar bei S. Fischer erschienen
  • oder ...

Ist das nicht ein Wahnsinn? Da werden mit viel AUfwand Bücher produziert und im gleichen Jahr werden diese Bücher wieder zerstört. Für mich unfassbar!


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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F
<br /> das sollen die mal schön sein lassen !!!<br /> <br /> <br />
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M
<br /> Liebe Kiat!<br /> <br /> Ich denke nicht,daß es darum geht,daß gewisse Leute nicht wollen,daß Bücher unter Wert verkauft werden.Die würden doch bestimmt durch einen Verkauf,selbst wenn die Bücher stark reduziert sind, mehr<br /> verdienen,als mit Verschrottung,die Geld kostet und gar nichts einbringt.<br /> <br /> Hier geht es um was Anderes:<br /> <br /> Da wir (noch?) Pressefreiheit in diesem Land haben,kann man unliebsame Bücher nicht verbieten:<br /> <br /> Man muß sie anders möglich schnell aus den Regalen bekommen:<br /> <br /> Daher werden nur genehme Bücher,also Bücher die der Gleichschaltung und Massenverdummung dienen gepusht,die anderen werden so platziert,daß sie möglichst wenig auffallen und werden nicht<br /> beworben.<br /> <br /> Dann haben sie schlechte Verkaufszahlen und nun haben die Herrschaften einen plausiblen,legalen Grund für die Verschrottung der Bücher:<br /> <br /> Sie laufen nicht.<br /> <br /> Und das verdummte Volk akzeptiert diesen Scheingrund,so ist halt das Gesetz des Marktes denken die.<br /> <br /> Und Grau freut sich,weil wieder mal eine Rechnung von ihnen voll aufging...<br /> <br /> Traurige Grüsse von Moira<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Moira,<br /> <br /> unter den heutigen Kapitalisten gibt es immer mehr, die vernichten lieber ihre Ware als dass sie mit dem Preis runtergehen. DU hast recht, das ist zwar hirnrissig, aber diese Leute denken wirklich<br /> so. Und bei Büchern, da sind ja die Preise ziemlich explodiert, da können sich die großen Verlage so etwas leisten, so lange sie Superrenner haben mit Millionenauflagen.<br /> <br /> Du hast natürlich Recht, diese Art der Makulierung ist eine gute Möglichkeit um unliebsame Bücher verschwinden zu lassen. Damit ist auch ein Nachdruck so ohne weiteres möglich.<br /> <br /> Ich für meinen Teil werde solche Verlage mit solchen Praktiken beim Buchkauf ignorieren, wenn das möglich ist. <br /> <br /> Auch sehr nachdenkliche Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
F
<br /> dem schließe ich mich ohne Komentar an.<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Flora, stell dir vor, dein Buch erscheint und ein Jahr später wird es zu Klopapier. Das ist doch eine Unverschämtheit. Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
H
<br /> Irrsinn mit den Büchern. Auch Schade für die Autoren, die so keine Chance bekommen.<br /> Allerdings ein Paar Stellen gibt es noch wo man Glück haben kann.<br /> Bei diesen Link habe ich mir auch schon Bücher besorgt:<br /> <br /> http://www.billigbuch.de/<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> Heike<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> ja, das ist wirklich ein Irrsinn: Da stecken viele Menschen Arbeit rein, um ein Buch zu produzieren, und dann endet das gedruckte Buch  als Klopapier. Damit entlarven sich die<br /> Verantwortlichen als Kulturbanausen! <br /> <br /> Vielen herzlich Dank für deinen Link. Hoffentlich gibt es den noch lange. Es gibt ja so viele Menschen in diesem Lande, die gerne ein Buch läsen, wenn man sie nur ließe. <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
R
<br /> das ist der reine wahnsinn: bücher sind nur ein paar monate auf dem markt und werden sie vernichtet. das ist reinste energieverschwendung. die spinnen doch alle!<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Lieber Reiner,<br /> <br /> ja, so sind diese neoliberalen Kapitalisten: Wenn die Kunden ihre überteuerten Bücher nicht kaufen wollen, dann gehen die nicht mit ihren Preisen runter, sondern vernichten einfach ihre Bücher.<br /> <br /> Was lernen wir daraus? Sie können sich das leisten, weil sie bei den anderen Büchern genug verdienen. Und die Beteiligten, z. B. die Lektoren, von denen sind heute die meisten nicht mehr fest<br /> angestellt, sondern arbeiten als freie Mitarbeiter.<br /> <br /> Nachdenklich-wütende Grüße, Kiat<br />  <br /> <br /> <br />