Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Am Nachmittag rief eine Kundin an und fragte mich nach Bioprodukten aus.
"Ich kaufe immer bei Lidl, auch die Eier. Da hat mir eine Nachbarin gestern erzählt, dass die Bio-Eier bei Lidl gar nicht Bio sind. Stimmt das?"
"Ja, da gab es im Mai einen Skandal, da hat Lidl Eier verkauft, und die dann aus den Regalen genommen."
"Warum?"
"Die standen im Verdacht, mit Dioxin verseucht zu sein. Was für Eier Lidl jetzt anbietet, das weiß ich nicht."
"Um Gottes willen! Und so etwas haben wir gegessen! Wie kann Dioxin in Bio-Eier kommen?"
"Ganz einfach, über das Futter für die Hühner. In diesem Fall kam das Fuuter aus der Ukraine."
"Und hat da keiner überprüft?"
"Offensichtlich nicht. Und das ist ja das Problem. Wenn ein Hühnerhof Eier in Unmengen produziert, dann bleibt automatisch die Qualität auf der Strecke. Bio und Massentierhaltung schließen einander aus."
"Dann würdest du keine Bioprodukte beim Discöunter kaufen?"
"Ich bin zumindest skeptisch. Da kaufe ich lieber direkt beim Bauern, den ich persönlich kenne."
"Das kann aber nicht jeder."
"Stimmt. Und da gibt es auch Probleme, vor allem durch die Monokultur mit Mais für die die Biogasanlagen. Viele Felder von Biobauern sind ja regelrecht umzingelt von Maisfeldern."
"Und ist das schlimm?"
"Und ob! Da veranstalten die Bauern regelrechte Spritzorgien. Und vieles davon gelangt dann ins Grundwasser und irgendwann ins Tiefenwasser, das dann über das Fernwasser in die Haushalte kommt."
"Aber die brauchen das doch, damit das Unkraut nicht wächst."
"Das ist ja das Aberwitzige! Wieso muss da gegen Unkraut gespritzt werden? Es geht doch nur um Biomasse, die zu Biogas vergärt werden soll. Und Unkraut ist auch Biomasse ..."
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