Immer Ärger mit der Deutschen Bahn. Mitte Oktober hat eine Schaffnerin ein zwölfähriges Mädchen in Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern) aus dem Zug geworfen.
Ihr Vergehen: das Mädchen hatte seine Fahrkarte vergessen. Die Mitreisenden haben protestiert, einige wollten für die Fahrtkosten aufkommen und es war bereits dunkel. Aber nein, die Schaffnerin blieb hart. Das arme Mädchen musste fünf Kilometer zu Fuß nach Hause laufen. Was hätte da dem Mädchen nicht alles passieren können?
Dabei sind solche Fälle auf dem Papier auch bei der Deutschen Bahn geregelt: (1) Die Schaffnerin informiert die Bundespolizei. (2) Die informiert die Eltern und sorgt dafür, dass die Jugendliche unbeschadet nach Hause kommt.
Lt. Auskunft der Deutschen Bahn sei es geregelt, dass Minderjährige auf keinen Fall aus dem Zug geworfen werden dürfen. Wer nun meint, das sei ein bedauerlicher Einzelfall gewesen, täuscht sich.
Am letzten Mittwochnachmittag ereignete sich wieder ein solcher Zwischenfall und zwar in Wittstock (Brandenburg): Eine Dreizehnjährige wollte von Heiligengrabe nach Neuruppin fahren, hatte leider ihren Schülerausweis vergessen. Der Schaffner forderte die Schülerin auf, in Wittstock den Zug zu verlassen. Die Dreizehnjährige fing zu weinen an, weil sie in Wittstock keine Verwandte haben. Und da sie kein Handy hatte, bat sie den Schaffner, dass er ihre Mutter anrufe, die dann am Ziel Neuruppin ihre Tochter abholen und die 40 EUR Nachzahlgebühr entrichten könne. Aber nein, der Schaffner blieb hart, das Mädchen musste raus. Da stand es nun allein auf dem Bahnhof Neuruppin, ohne Geld, ohne Handy und wusste nicht weiter. Nach Hause waren es immerhin 42 Kilometer.
Sie hatte Glück, ein Taxifahrer hatte Mitleid und fuhr die Schülerin nach Hause. Erst als die Mutter die Lokalzeitung verständigte, sah sich die Deutsche Bahn veranlasst, sich bei der Familie zu entschuldigen. Ist das alles?
Da beschließen die Bahnobersten, dass sie Bonuszahlungen bekommen, wenn die Bahn an die Börse geht. Aber dass sie mal dafür sorgen, dass die Dienstleistungen verbessert werden, daran denken sie nicht. Naja, derzeit liegt der Börsengang in weiter Ferne, da werden die Bahnmanager jetzt wohl Zeit haben, die Kundenfeundlichkeit zu verbessern. Denn ein Dienstleistungsunternehmen, das seine Kunden verärgert, ist ja wohl kaum börsentauglich. Aber das hat sich im Bahnmanagement noch nicht herumgesprochen.
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Mein Mann hat mir das gestern erzählt. Scheinbar hatte das Mädchen auch noch ein Cello dabei und ist dann 5 km durch die Pampa nach Hause gelaufen. Ich frage mich, wie jemand so hartherzig sein kann. Was sind das für "Menschen"? Hoffentlich sind die beiden entlassen worden (das wünsche ich ansonsten nie jemandem, aber in diesen Fällen...).
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Liebe Grinsekatz (ein lustiger Name!), ja, das mit dem Cello stimmt, das habe ich in der Eile nicht geschrieben, das macht die Sache noch schlimmer! Da musste die Kleine sich 5 lm mit dem Cello<br />
abschleppen ... Liebe Grüße, Kiat<br />
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P
Philo
11/09/2008 15:18
Na toll, jetzt muss man schon Angst haben, wenn ein Kind mit der Bahn fährt. Aber unser früherer Schulbusfahrer kannte auch kein Pardon. Der hat schon Kinder mitten in der Pampas ausgesetzt. Muss denn immer erst was passieren, damit da mal eingegriffen wird?<br />
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Mal wieder entsetzt über die Kurzsichtigkeit der meisten Leute, Philo
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Liebe Philo, die Begründung der Schaffnerin war ja, dass es da ein Prämienprogramm gebe und sie wollte ihre Prämie nicht verlieren. Wahrscheinlich eine Prämie für das Fangen von Schwarzfahrern...<br />
Liebe Grüße, Kiat<br />
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