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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Die Tee-Zeremonie

Unlängst war eine Kundin aus Ansbach da und wir kamen ins Ratschen. Bei der letzten Kommunalwahl hat es ja einen Erdrutsch gegeben und der bisher amtierende Oberbürgermeister wurde abgelöst, von einer Frau! Und die kommt aus Nürnberg! Und sie versprach mehr Bürgernähe! So was aber auch!

So richtig beliebt war der Oberbürgermeister eigentlich nie, er war zu selbstherrlich. Und er stellte sich gern ins Rampenlicht, naja, welcher Politiker tut das nicht?!

Die Kundin erinnerte daran, dass einmal chinesische Studenten einen Stand aufgebaut hatten, da boten sie eine chinesische Tee-Zeremonie an. Und der Oberbürgermeister schlürfte dann vor der Kamera der Lokalzeitung seinen Tee, aus dem Pappbecher, ja wirklich, Tee-Zeremonie aus dem Pappbecher! Die Kundin konnte es bis heute nicht fassen!

Dabei tat der ehemalige Oberbürgermeister immer so, als sei er der geborene Gourmet.

Ich setzte noch eins drauf und erzählte ihr, dass mein Bär und ich auch mal dort waren und die Studenten fragten uns, ob wir auch eine Tee-Zeremonie haben wollten. Ich: "Ich trinke doch guten Tee nicht aus Pappbechern!" Die Studentin: "Wir haben auch kleine Tassen!" Dann griff sie in einen großen Karton und wühlte herum, sie wurde fündig und holte eine kleine Holztruhe heraus. Der Deckel klemmte, aber mit Hilfe einer Komilitonin gelang es, die Truhe zu öffnen. Sie war gefüllt mit klitzekleinen Teeschälchen. Ich warf einen Blick rein, ziemlich staubig. Also, auf angestaubten Tee hatte ich keine Lust. Also sagte: "Ich weiß nicht, ob ich jetzt Tee trinken soll!"

So unverbindlich sich dieser Satz anhört, für eine Chinesin bedeutet das eine schallende Ohrfeige. Hätte ich gesagt: "Nein, ich mag keinen Tee!", dann wäre das zwar eine Ablehnung gewesen, aber hier in Deutschland, also im Land der Langnasen ist das ja normal.

Aber ein Satz, der mit "Ich weiß nicht" beginnt, ist eine totale Ablehnung. Sie ist zwar so formuliert, dass die Abgewiesene ihr Gesicht wahren kann, aber von Asiaten wird dies als Ablehnung erkannt und akzeptiert. Langnasen wissen das meistens nicht.


(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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S
oh ,das muss ich unbedingt mal ausprobieren ,wenn ich das naechste mal in einem chinesischen geschaeft bin ...<br /> <br /> mal sehen ,ob das so rueber kommt wie bei dir ... oder ob sie mich als "langnase" nur milde laechelnd ansehe ...<br /> <br /> <br /> lg aus frankreich :-)
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K
<br /> Liebe sousbois,<br /> <br /> tu das! Mir ist in Düsseldorf (da habe ich mal gearbeitet, aber nicht lange, Großstädte sind nicht meins) einen China-Laden gefunden, da wollte ich einen Blumentopf kaufen. Der uralte Chinese<br /> suchte mir eine schöne Pflanze aus. Ich wollte jedoch eine andere: "Ich nehme lieber diese, sie ist noch völlig aufgeblüht, dann habe ich länger Freude daran." Da verneigte sich der Chinese um 90<br /> Grad. Immer wenn ich später an seinem Laden vorbeikam, verneigte er sich, wie ein Klappmesser. Einmal sahen dies zwei Passantinnen. Die eine fragte die andere: "Ob die was Besonderes ist? Sieht<br /> aber gar nicht danach aus. Wie die schon angezogen ist!"<br /> <br /> Und einmal suchte ich in seinem Laden was Bestimmtes, fand es jedoch nicht. Da sagte ich zu ihm beim Hinausgehen: "Heute habe ich nichts gefunden, aber bestimmt beim nächsten Mal!" Da ging es mit<br /> der Verneigerei wieder los.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />