Das war schon komisch: Am Montag rief mein Bär bei Plöttner an und erzählte der Dame am Telefon von meinem Manuskript und mein Bär fragte, ob das in das Programm passe. Sie war sehr interessiert, oh ja, das sei ja sehr spannend! Sie ließ sich die Telefonnummer geben und versprach zurückzurufen. Das tat sie auch. Sie fragte, ob er ihr insgesamt zwanzig Seiten Auszüge vom Manuskript via Mail schicken könne.
Gut, das hat er gemacht. Donnerstag früh kam eine Mail. Darin stand u. a.:
"... wir haben Ihren Manuskriptauszug zu 'Kiat -Die Schamanin, die keine sein wollte' gelesen. Trotz Ihres fesselndes Ausschnitts, haben wir uns entscheiden, es nicht zu verlegen, da es nicht in unser Verlagsprogramm passt."
Das verstehe, wer will. Sie wurde gefragt, ob das ins Programm passe, lässt sich einen Manuskriptauszug schicken und dann kommt die Rückmeldung, das passe nicht ins Programm?!
Irgendwie erinnert mich das an einen anderen Verlag. Da bekam ich die Rückmeldung einer Lektorin, die schrieb da wörtlich: "Ich würde gerne ihr Buch auf dem Markt sehen, aber die Verlagsleitung hat anders entschieden."
Mein Bär rief sie an und erfuhr folgenden Hintergrund: Zuerst fragte sie ihn, ob er einen bestimmten Namen kenne. Mein Bär: "Oh ja, das ist der deutsche Vater der Autorin." Dann kam sie mit der Sprache raus: Mein eigener Vater hat offenbar herausgefunden, dass dieser Verlag Liquiditätsprobleme hat und mein eigener Vater hat dann angeboten, eine fünfstellige Summe zu zahlen, wenn er mein Buch nicht verlegt ... Dabei habe ich ihm nie ein Sterbenswörtchen von meinem Buch erzählt. Aber ich habe seit längerem seltsame Störungen an meiner Telefonanlage, einmal war ein "Entstörer" da, ein älteres, offensichtlich erfahrenes Urgestein, der nahm mich beiseite, und er sagte zu mir leise, dass ich offenbar abgehört werde. Die alten Seilschaften funktionieren offenbar immer noch ...
Jetzt weiß ich auch, weshalb er immer jammert, er habe kein Geld mehr. Offenbar hat er das schon öfter so gemacht. Anscheinend haben er und seine noch lebenden Kameraden aus der Zeit des Dritten Reiches Angst, dass mein Buch gedruckt wird ...
Aber ich bin ja Schamanin, ich weiß, dass die Wahrheit nie unterdrückt werden kann, ich muss mich eben gedulden. Wenn der Blaue Wolf meint, jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, wird mein Buch erscheinen und niemand kann es aufhalten ...
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Tango Kurruptika..., wie überall.<br />
Hallo Kiat,<br />
was für ein Interesse soll dein Vater haben, dein Buch zu blockieren? Die Wahrheit fand schon immer den Weg ins Licht.<br />
Ich selbst fühle, daß dein Buch hier und heute in die Welt passt!<br />
Liebe Grüsse,Uli
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Lieber Ulli,<br />
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mein Vater befürchtet eben, dass einige seiner Lebenslügen aufgedeckt werden. Er hat ja ziemlich viel am Stecken. Und dabei ist er so was spießbürgerlich. Durch Zufall erfuhr ich z. B., dass<br />
zweimal verheiratet war, während des II. Weltkrieges hat er geheiratet, die Frau hat ihn jedoch ziemlich bald durchschaut und sich scheiden lassen.<br />
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Ich habe das von einem geschwätzigen Onkel in meiner deutschen Verwandtschaftt erfahren und meinen alten Herrn darauf angesprochen. Du meine Güte! Er wurde so was von wütend! Dabei habe ich mir<br />
nichts dabei gedacht, ob er nun öfters geheiratet hat, das ist mir doch so was von egal! Er hat mir vorgeworfen, ich würde in seinem Leben spionieren und so weiter. Das hat mich erst richtig<br />
neugierig gemacht. Naja, ich habe recherchert und mit der Zeit ergaben die vielen Puzzlesteinchen ein Bild, leider ein grauenhaftes!<br />
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Aber Du hast Recht, die Wahrheit lässt sich nie aufhalten!<br />
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Liebe Grüße, Kiat<br />
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