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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Ein "Musterhof"?



Heute auf einem Flohmarkt traf ich einen alten Bekannten, den Bauern Karl. Wir kamen ins Plaudern und er fragte mich: "Sag mal, Du hast doch in dem kleinen Kaff bei Feuchtwangen gewohnt, wo Du vom Dödel das alte Bauernhaus gemietet hast. Sag mal, stimmt das wirklich, dass ausgerechnet sein Hof als EU-Musterhof vorgeführt wurde?"

Ich musste grinsen, als ich mich an diese Geschichte erinnerte. Ich antwortete: "Oh ja, das stimmt, da kam ein Bus voller Leute vom rumänischen Landwirtschaftsministerium angefahren." Karl: "Im Ernst? Und dann, erzähl mal!" Das machte ich voll Vergnügen und erzählte ihm ausführlich die Geschichte:

Ich hatte mich schon gewundert, weshalb Dödel seinen großen Agroton-Traktor auf Hochglanz gewienert hatte. Und weshalb er und seine Frau in einer putzigen Verkleidung herumstolzierten. So hatte ich die beiden noch nie gesehen:

Sie in hautengen 7/8-Jeans, mit bunt karierten Aufschlägen, dazu neckische kackbraune Gummischuhe, ein sonnengelbes T-Schirt und ein kleines auf dem Hinterkopf thronendes Kopftuch mit bunten Kühen, unter dem die frisch gelegten Löckchen hervorquollen.

Er trug Kniebundhosen, ein rot kariertes Hemd und natürlich einen Trachtenhut. Eigentlich hatte ich viel zu tun, aber dieser Aufzug machte mich neugierig. So setzte ich mit einem Buch auf die Bank vor dem Haus und tat als würde ich lesen.

Da kam auch schon ein großer Reisebus angefahren. Er hielt vor dem alten Stall, und elegant gekleidete Frauen und Männer quollen aus dem Bus. Unser nächster Nachbar spielte offenbar den Moderator. Er dirigierte die Menge gleich in Dödels neuen Kuhstall. Dort mussten die Besucher Dödels gestammelten Worten lauschen, die er von einem Blatt Papier ablas. Eine Dolmetscherin mühte sich ab, das zu übersetzen.

Während die meisten Rumänen das Gähnen kaum unterdrücken konnten, inspizierten mehrere Männer den Hof und machten viele Fotos, vor allem von dem überall herum gammelnden verrosteten Geräten.

Wie ich später erfuhr, war auch ein Minister dabei, mit Leibwächtern natürlich. Einem von denen war ich wohl verdächtig, denn er kam zu mir rüber. Eine Figur wie ein Wachhund aus den Comics, und unter dem Sakko sah ich links eine verräterische Beule, als bewaffnet. Er beäugte meine Riffel und sprach mich auf englisch an: "Das ist doch ein Wolf! Der taugt nichts als Wachhund." So kamen wir ins Gespräch. Dann war er offenbar von meiner Harmlosigkeit überzeugt und ging schnell zur Gruppe zurück.

Dann kam eine elegante Frau mit weißem Hosenanzug zu mir und fragte mich in stockendem Englisch, wo sie sich die Hände waschen könne. Mich ritt der Teufel, ich führte sie durch den alten Kuhstall zur Milchkammer. Entgeistert sah die Frau auf die verdreckten Kälber, die Dödel dort eingestellt hatte. Sie meinte, das seien meine Kälber. Ich: "Oh nein! Die gehören dem Bauern drüben. Ich habe hier nur zwei Boxen gemietet, da stehen mein Lipizzaner und meine Eselstute drin. Übrigens, der Lipizzaner kommt auch aus Rumänien." Sie wusch sich die Hände und wollte wissen, wo der Lipizzaner jetzt ist. Dann eilte sie zur Gruppe zurück und redete gestikulierend auf ihre Leute ein.

Du liebe Zeit, jetzt schwärmten die Rumänen auf mich los. Der Leibwächter fragte mich, wo der Lipizzaner ist. Ich führte die Gruppe zur Koppel. Kaum sahen die Rumänen meinen Dicken, diskutierten sie wild miteinander. Der Leibwächter übersetzte. Alle hatten sofort den Lipizzaner erkannt. Sie wollten wissen, von welchem Staatsgestüt er sei. Ich musste passen, den Namen konnte ich nicht aussprechen.

Ich rief Tiger zu mir und sagte dem Leibwächter: "Tiger wird jetzt die Gruppe begrüßen." Ich gab Tiger das Zeichen und er reckte den Menschen seinen Vorderhuf entgegen. Alle klatschten. "Kann der Esel auch was?" wollte der Leibwächter wissen. Da rief ich Miriam, sie kam auch zu mir, sah dann die Gruppe an, pumpte sich auf und schmetterte der Gruppe ein lautes "I-AAH" entgegen. Da lachten alle und sie machten viele Fotos von den beiden.

Dann kam der Moderator angeschnauft und wollte die Rumänen wie eine Schar Hühner zur versprochenen Brotzeit scheuchen. Naja, Brotzeit ist wohl übertrieben, es gab zwei Kisten voller Brezen und mehrere Kisten mit Apfelschorle. Rumänen sind sehr gastfreundlich und würden nie ihren Gästen so was Kümmerliches vorsetzen.

Vor der Abfahrt kam noch der Leibwächter zu mir und verabschiedete sich mit Handschlag. Ich fragte ihn grinsend: "Und wissen jetzt Ihre Leute, wie ein EU-Musterhof ausschauen soll?" Er grinste zurück: "Oh ja, da brauchen wir uns überhaupt nicht umstellen, Gerümpel gibt es bei uns auch!" Dann fuhr der Bus ab und viele winkten mir freundlich zu.

Der Moderator und die Dödels hegten weniger freundliche Gefühle ...


(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte
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F
was sonst ? ^^
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K
<br /> Liebe Flora, das spricht für dich: Du bist wirklich eine ehrliche Haut! Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
F
Bei mir wären die Herrschaften sicher allesamt und sonders zum Bus gerollt und in meiner Küche wär es bestimmt dreckiger als im Hühnerstall. ^^
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K
<br /> Liebe Flora, mensch, bist Du ehrlich! Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
R
das geht natürlich nicht! rumänen sind sehr gastfreundschaftlich, die geben alles für ihren gast, da sin brezen und apfelschorle ziemlich wenig!
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K
<br /> Lieber Reiner, genau! Die Rumänen schauten auch ziemlich entgeistert, als ihnen nur Staubbrezen aufgetischt wurden. Der Bodyguard meinte zu mir: "Typical German behaviour!" Lieber Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />