Overblog Alle Blogs
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

Werbung

Schönfärberei

Für unsere PolitikerInnen ist die Arbeitslosenstatistik offenbar das, was für Kaninchen die Schlange ist: gebannt starren beide darauf. Vor allem, wenn im nächsten Jahr Wahlen anstehen. Dann soll die Zahl der Arbeitslosen sich senken.

Mit dieser Statistik wurde schon früher getrickst. Erinnern wir uns an 1998, da hat die Regierung von Hemut Kohl Hunderttausende von Arbeitslosen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gesteckt und so die Zahl der Arbeitslosen gesenkt, passend zur Wahl.

Jetzt ist die Situation besonders heikel: Im nächsten Jahr ist ja Wahljahr, da darf es nicht viele Arbeitslose geben. Ein Ding der Unmöglichkeit, angesichts der weltweiten Rezession und der bereits auch von deutschen Firmen vorgenommenen Kündigungen. Was also tun?

Der Regierung ist ein neuer "Trick" eingefallen: Lassen wir doch die Arbeitslosen von externen Vermittlern "betreuen". Dann tauchen die Arbeitslosen nicht mehr in der Agentur auf, also brauchen wir sie nicht mehr als arbeitslos zu zählen. So irrsinnig sich diese Logik anhört, die Regierung hat einen Gesetzesentwurf verfasst und nennt dies eine "effiziente Arbeitsmarktpolitik".

Heute schon werden Arbeitslose, die an Schulungsmaßnahmen teilnehmen, in der Statistik nicht mehr erfasst, Schätzungen zufolge sind das über eine Million. Und jetzt noch dieser neue Trick. Da werden dann einfach Arbeitslose an externe Firmen weitergereicht und die Statistik stimmt wieder.

Wie dumm sind eigentlich unsere politischen EntscheiderInnen? Glauben die wirklich, die kritischen BürgerInnen durchschauen nicht solche Spielchen? Solche Tricksereien lassen sich doch nicht lange durchhalten. Denken wir doch nur an den Zusammenbruch der DDR: da klafften ja Realität und "Wunschdenken" gewaltig auseinander. Und auch die künftig noch mehr geschönte Arbeitslosenstatistik wird von der Realität eingeholt werden. Zumal es gerade in der halbstaatlichen Bankenwelt viele gefräßige schwarze Löcher zu geben scheint, die sich nur mit immer mehr Milliarden "füttern" lassen.

Ein solches schwarzes Loch scheint die Bayerische Landesbank zu sein. Die bekommt jetzt einen Schutzschirm von über 30 Milliarden EUR und der Chef Michael Kemmer kann nicht einmal sagen, ob das reichen wird?! Und das als Banker? Das sind ja die gleichen Leute, die ihre Kunden einem "Rating" unterziehen. Frage: Wie sieht das Rating der BayLB aus?


(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
R
Kein schlechtes Konzept, aber ich denke, es wird viele geben, die dagegen sprechen, weil sie erstmal denken, dass sich jeder in der sozialen Hängematte ausruhen würde.<br /> <br /> Ich finde es gut, wenn so ein Modell durchkäme, weil jeder das tut, wozu er am besten geeignet ist, ohne wie gesagt, Angst um seine Existenz zu haben. Ich glaube, dass sich die ganze Bevölkerung dabei entspannen wird und die "Berufskrankheiten" und nervlichen Erkrankungen würden deutlich zurückgehen.
Antworten
K
<br /> Lieber Richie,<br /> <br /> dieses Konzept hat noch einen weiteren Vorteil: Alle, die sich an der "Arbeitslosenindustrie" eine goldene Nase verdienen, werden überflüssig. Darin steckt ein immenses Einsparpotential!<br /> <br /> Übrigens, Götz Werner hat auch ein Buch darüber geschrieben.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
R
Hey Kiat, <br /> <br /> ja, ich hab mich sehr damit auseinandergesetzt, weil ich einfach merke, dass es viel zu wenig Menschen gibt, die sich für sowas interessieren. <br /> Wären wir, bzw. dei Politiker, Manager und die Gesellschaft, wo wor ja auch immer irgendwie dazugehören, umsichtiger und aufmerksamer, könnten viele dieser Probleme bereits im Keim erstickt werden.<br /> <br /> Apropos Bürgergeld: Was genau stellst du dir darunter vor?<br /> Meinst du, dass jeder einen festgesetzten Teil seines Einkommens und/oder Vermögens als "Steuer" als Versicherung zahlt und er in einer Notlage etwas davon ausgezahlt bekommt?<br /> <br /> Ich kann mir jetzt nicht viel anderes darunter vorstellen, aber du kannst mich ja mal aufklären :-)<br /> <br /> Gruß Richie
Antworten
K
<br /> Lieber Richie,<br /> <br /> zum Thema "Bürgergeld" habe ich ein SPIEGEL-Interview mit Götz Werner<br /> gefunden. Ich bin gespannt, was Du davon hältst ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
R
Ich finde, diese permanente Manipulation von Wahrheiten nicht <br /> vertretbar ist. Wir haben in Wirklichkeit ca. 5 Millionen Arbeitslose und die Organisation sowie die Arbeit der Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften ist in meinen viel zu sehr auf das kurzfristige sparen von Steuergeldern ausgelegt. <br /> <br /> Es geht doch nicht mehr darum, Arbeitslose ordentlich zu unterstützen und zu vermitteln. Darunter verstehe ich, sich nachhaltig um jeden Einzelfall anzunehmen. <br /> <br /> Wenn man z. B. Berufsbildungswerke abschafft und dafür die die Ausbildung,Anstellung und Beschäftigung (Schwer)Behinderter Menschen, sogenannter "Reha-Fälle" subventioniert, dann glaub ich, dass die Betroffenen wesentlich bessere Chancen auf ein erfüllendes Arbeitsleben haben.<br /> <br /> Wenn wir es schaffen, die Wirtschaft und Industrie davon zu überzeugen dass unter den "Schwerbehinderten" die meisten geistig völlig normal sind und durchaus ohne weiteres in der Verwaltung oder Industrie einsetzbar wären.<br /> <br /> Wenn wir uns dafür einsetzen, dass Arbeitskräfte nicht mehr so sehr danach beurteilt werden, ob sie laufen können oder Rollstuhl fahren, und es schaffen, dass Arbeitnehmer mit Schwerbehinderten-Vergangenheit durch die Bank, sofern sie intellektuell dazu in der Lage sind, normal ohne Berufsbildungswerk auszubilden, entlasten wir den Staat um 36 000(!) € je schwerbehindertem Arbeitnehmer.<br /> <br /> Weitere Erläuterungen würden den Rahmen dieses Themas sprengen.<br /> <br /> Auf jeden Fall müssen wir alle besser zusammenarbeiten, bzw. staatliche Organisationen besser mit der Wirtschaft und Industrie zusammenarbeiten müssen.<br /> <br /> Wir müssen es schaffen, wenn wir unsere Wirtschaft wieder aufleben lassen wollen, die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und der Wirtschaft, ich sag jetzt mal, durchzusetzen.<br /> <br /> Jetzt ist es allerdings so, dass Staat und Wirtschaft nebeneinander existieren. Da führt dazu, dass ich entsprechend meines (Aus-)Bildungsstandes irgendwelche Vermittlungsvorschläge zugeschickt bekomm, wo ich mich für jede "zumutbare" Arbeitsstelle bewerben muss. es kann auch sein,dass ich mich aus Nürnberg nach München, Bamberg, Leipzig oder Berlin bewerben muss aber das ist dann scho extrem. <br /> <br /> Und das alles machen die nur, um möglichst wenig Arbetislose in den Statistiken zu haben.<br /> <br /> doch irgendwann, kommt die Wahrheit ans Licht und dann wundern sich " ganz plötzlich" alle Lügner und Betrüger, warum alles so den Bach runtergeht wo doch gestern alles noch "so schön floriert" hat. <br /> <br /> Die Rezession hat sich schon Jahre vorher angekündigt, weil der Markt einfach übersättigt ist mit Gütern. Unter Subventionen Produzierte Milch wird Kubikmeterweise in die Futtertröge, In die Kanalisation oder auf die Felder gekippt, um Preisstbilität zu gewährleisten. Unter momentanen Bedingungen hat unsere Wirtschaft doch keine andere Wahl, immer mehr und mehr zu produzieren. Dann sind zu viele auf dem Markt und die Erzeuger protestieren dann für höhere Preise, un ihre Existenz zu sichern. <br /> <br /> Hätten wir eine Freie Marktwirtschaft, wären viele Agrarbetriebe schon längst pleite, weil sie iihren Weizen und ihre Milch nicht mehr absetzen könnten.<br /> <br /> Ich bin eigentlich dafür, dass der Staat aufhört, Firmen zu subventionieren, die zuviel produzieren. Die Wirtschaft würde damit wesentlich erleichtert. <br /> <br /> Zwar würden kurz- bis mittelfristig viele Leute auf der Straße landen oder beim Arbeitsamt, aber die Wirtschaft würde sich entspannen und es würden viele neue Ideen und Arbeitsplätze entstehen. <br /> <br /> Ich würde einfach damit aufhören, Banken und Großbetriebe mit Steuergeldern zu (re-)finanzieren. Dann müssten die Betriebsleiter, Manager und Vorstände, genauso wie jeder normale Mensch auch, vollste Verantwortung für ihre Fehler tragen.<br /> <br /> Ich meine, es ist NICHT lebensgefährlich für einen Manager, seine Stelle zu verlieren. Er hat immer noch viele Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dann muss er halt auch mal kürzer treten und seine Villa und seine Yacht verkaufen. <br /> <br /> es kann nicht angehen, dass die Reichen vom Staat ohne Murren unterstützt werden und die Armen und Otto-Normal-Verbraucher immer ewig viele Anträge ausfüllen müssen, womöglich mehrmals. <br /> Vieeleicht verfehle ein wenig das Thema.<br /> <br /> Die Wahrheit kommt sowieso damnächst ans Licht. Dann mal viel Spaß beim Rückzahlen der Kredite.
Antworten
K
<br /> Lieber Richard,<br /> <br /> das war ja ein sehr ausführlicher Rundumschlag. Du hast ja in allen Punkten recht. Das jetzige System ist ein Auslaufmodell, so nannten sogar CDU-Politiker die derzeitige "Arbeitsmarktpolitik" mit<br /> dem Glauben an die Vollbeschäftigung eine Lebenslüge.<br /> <br /> Du hast dich ja mit dieser Thematik sehr gründlich beschäftigt. Was hältst Du eigentlich von dem Modell eines "Bürgergeldes"?<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
H
Da muss ich leider wiedersprechen Kiat, dass ist nichts neues. Meine erste Ausbildung war eine rein Schulische, danach war ich arbeitslos. Bezog aber kein Geld, denn meine Ausbildung war ja schulisch gewesen. Und deswegen wurde man auch nicht in der Arbeitslosenstatistik gezählt. Alle die eine schulische Ausbilung gemacht hatten und keine Arbeit bekamen, wurden nicht mit gezählt.<br /> Also ist dieses "System" der Schönfärberei nichts neues, sondern wurde in den 80iger Jahren schon betrieben unter Helmut Kohl.<br /> Wo es doch allen angeblich viel besser ging und viel weniger Arbeitslose waren. *breit grins*<br /> <br /> Von daher wundert mich das Ganze überhaupt nicht.
Antworten
K
<br /> <br /> Liebe Heike,<br /> <br /> <br /> gewiss, geschönte Arbeitslosenstatistiken gab es schon bei Kohl, aber jetzt hat sich die Regierung wieder was Neues ausgedacht: wenn Arbeitslose an externe Vermittler abgeschoben werden, dann<br /> fliegen sie aus der Statistik raus ...<br /> <br /> <br /> Ich wundere mich sowieso: lt. Statistik gibt es derzeit angeblich "nur" ca. drei Millionen Arbeitslose, aber im Bundeshaushalt ist der Posten für Arbeit und Soziales der weitaus größte Posten...<br /> Und wo kommen diese Millarden hin? Bestimmt nicht zu den nur drei Millionen Arbeitslosen. Also stimmt doch was nicht!<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />