Overblog Alle Blogs
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

Werbung

Wunderbar geschmeckt!

Zu Weihnachten bekam ich von einer Kundin einen Gutschein für einen Restaurantbesuch geschenkt.

Was? Restaurant? Wirtshaus? Eigentlich hatte ich mir geschworen, nie wieder in irgend einen "Fresstempel" zu gehen. Der letzte Besuch in dem  Dorfwirtshaus, wo wir inzwischen Hausverbot haben (angeblich, weil ich eine Hexe sein soll?!), treibt mir noch immer den Mageninhalt hoch, wenn ich daran denke.
 
Dass diese Kneipe nach der sicher aufwändigen Renovierung den Charme eines Kleinbahnhofs besitzt, war noch das geringste Übel. Da war die Wirtin schon schlimmer. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der stets adrett und sauber in seiner weißen Schürze und weißem Hemd am Tresen steht. Die Gute hat es schon fertig gebracht, in einem T-shirt, wo man noch die letzte "Speisekarte" drauf sah, Gäste zu bedienen. Da half auch das neckische Tändelschürzchen nichts. Es war eklig. Dazu ihr trampeliges Benehmen und die Art, wie sie die Teller auf den Tisch zu knallen pflegt.

Arglos bestellten wir Rippchen, die beim letzten Mal wirklich knusprig und gut waren. Dies Mal aber, oje! Was da kam war ein Berg aus glitschig- schlaffen Rippchen, die kaum zum Zugreifen einluden. Unser Wolfsmix Riffel war natürlich mit von der Partie. Mit blanken Augen saß sie vor dem Tisch und leckte sich schon die Schnauze.

Da! Gerade sagte ich zu meinem Bär: "Was soll denn das sein?", da mopste Riffel ein überhängendes Rippenstück von meinem Teller!

Ihre Freude währte nicht lange. Sie ließ den Bissen, den sie schon im Mund hatte, fallen, knautschte "uah!" und schob das Rippchen mit der Vorderpfote unter die Eckbank. Uns ging es ähnlich ...

Eigentlich war ich für alle Zeit von Wirtshausbesuchen kuriert. Aber da war ja noch der Gutschein ...

Mit einer Freundin fuhr ich nach Lichtenau "Zum Roten Roß". Was für ein Unterschied! Diese Wirtschaften trennen Welten!

Das Rote Roß ist sehr gemütlich und die Bedienung wirklich erstklassig! Dann erst das Essen! Bei den guten Sachen fiel uns die Auswahl wirklich schwer. Wir landeten bei Kalbshaxenfleisch mit Dunkelbiersoße. Allein diese Soße! Echt hausgemacht, keine Kanistersoße vom Großmarkt. Wir schmausten mit Genuss. Das Essen war so gut, dass wir dabei kein Wort sprachen, nur verzückt die Augen verdrehten.

Und hinterher ein Parfait mit exotischen Früchten drum herum.

"Das ist fast zu schön, um es aufzuessen", seufzte meine Freundin, bevor sie sich genüsslich ans Verspeisen machte. Und es schmeckte viel zu gut, um auch nur den kleinsten Rest übrig zu lassen.

Ich bin wirklich schon in vielen verschiedenen guten Restaurants in ganz Deutschland gewesen. Aber das Rote Ross ist eines der besten. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal.


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
J
Wirklich toll, dass es noch so einen Service gibt! Es werden aber manchmal auch wirklich Kunstwerke geschaffen, die zum Einnehmen fast zu schön sind - Mein Kumpel zum Beispiel verziert in der Druckerei immer den Kaffeeschaum mit dem Zahnstocher, sieht irre aus... =3<br /> <br /> Ich hoffe, dass es Dir beim nächsten Mal wieder so gut gefällt! :)<br /> Liebi Grüessli,<br /> <br /> Julie
Antworten
K
<br /> Liebe Julie,<br /> <br /> ja, das Auge isst zwar mit, aber manchmal sind diese Kunstwerke zu schön, um zum Essen zerstört zu werden. Aber der Appetit siegt!<br /> <br /> Ja, ich bin mir sicher, dass der nächste Besuch wieder ein kulinarischer Erfolg wird!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />