Overblog Alle Blogs
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

Werbung

Es gibt keinen Gott?

Da gibt es in Berlin einen Philipp Möller, er unterrichtet Mathematik an einer Grundschule. Und er gründete eine Bewegung, die über Atheismus aufklären will.

Im neuesten ZEIT Magazin Nr. 23 fragt Roger Willemsen ihn: "Warum machen Sie das?"

Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn jemand von sich sagt: "Ich glaube an keinen Gott!" Gut, das ist seine Privatangelegenheit. Ich bin in der Tradition der Mongolei aufgewachsen, in der Steppe gab es Religionsfreiheit. Wenn da ein hoher Würdenträger als Gast kam, dann wurde er gebührend empfangen, ganz gleich welche Religion er vertrat. Dies geht auf den Großen Dschinghis Khan zurück. Woran seine Untertanen glaubten, das war ihm egal. Wichtig war für ihn, dass sie nicht rebellierten, sondern ihm folgten.

Ich reagiere aber "komisch", wenn jemand mir seinen persönlichen Glauben aufzwingen will. Oder ich soll "missioniert" werden. Da reagiere ich bockig. Wenn ich den Glauben eines Menschen akzeptiere, dann erwarte ich im Gegenzug, dass auch meine Art zu glauben akzeptiert wird.

Nun zurück zu Philipp Möller. Er will auf Busse folgende Botschaft kleben: "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott!" Damit habe ich persönlich meine Schwierigkeiten. Eine solche "Werbebotschaft" ist ja eigentlich eine Art "Missionsversuch". Wieso eigentlich?

Wer Agnostiker ist, soll es sein und auch bleiben. Aber wieso müssen dann solche Agnostiker ihre Einstellung vor sich hertragen? Wieso müssen Sie alle anderen Nicht-Agnostiker damit konfrontieren? Und ich denke, dass sie damit ihrem Agnostizismus einen schlechten Dienst erweisen. Anders ist es, wenn sie darauf angesprochen werden und wenn es zu einer Diskussion kommt. Nur sollte es bei der Diskussion bleiben. Wobei meine persönliche Überzeugung die ist, dass es wenig Sinn macht, über Glaubensdinge zu streiten. Eben weil das die rein persönliche Angelegenheit eines Menschen sein sollte.

Und dann hat Möller im Interview u. a. gesagt: "Gott und Teufel passen nicht in mein Weltbild. Das ist frei von übernatürlichen Kräften."

Was sind überhaupt "übernatürliche Kräfte"? Das sind Ereignisse, die wir Menschen uns nicht naturwissenschaftlich erklären können. Und so etwas wird es immer geben. Eben weil unser menschliches Wissen beschränkt ist. Auch in den Naturwissenschaften. Nehmen wir z. B. die Schwerkraft, bis heute gibt es (offiziell) noch keine Möglichkeit, die Schwerkraft zu beeinflussen. Und wenn nun Mönche im thailändischen Kloster Saraburi mit vielen Gläubigen als Zeugen levitieren, also einige Meter hoch über dem Boden schweben, dann wird zwar versucht, das als "Trick" abzutun oder als Folge einer Massenhypnose "erklärt". Wahrscheinlich deshalb, weil die Physiker bis heute nicht wissen, wie sie die Schwerkraft beeinflussen können.

Wieso können wir Menschen nicht offener sein? Ich persönlich bin überzeugt davon, dass es einmal selbstverständlich sein wird, die Schwerkraft zu beeinflussen. Ob das ein Segen oder ein Fluch für die Menschen sein wird, naja, wartens wir ab.


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
R
sehr gut geantwortet!
Antworten
K
<br /> Lieber Reiner, danke für dein Lob! Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
C
Liebe Kiat, <br /> <br /> die Agnostiker wollen halt ebenso wahrgenommen werden mit ihrer Einstellung, schließlich hängen in den Klassenzimmern ja auch überall Kreuze oder es wird über Schmuck, Kopftuch, "Jesus liebt dich."-Plaketen und Co die innere Einstellung offen zur Schau getragen. Gleiches Recht für alle. Und zur Religionsfreiheit gehören auch die Atheisten - wann und wo haben sie sich denn bisher schon gezeigt? Kirchenglocken, Kirchentage sind in meinen Augen eine gleichwertige Werbung wie Busse. Wenn man einen Blick in die Kirchengeschichte wirft, erfährt man, dass die Prozessionen genau zu diesem Zweck entstanden sind, sie sollten die Anwesenheit, sprich die Macht der Kirche demonstrieren. <br /> <br /> Und, die Busse regen sicher nicht wenige an über das eigene Gottesbild nachzudenken anstatt nur so vor sich hinzuleben. <br /> <br /> Liebe Grüße, Cellulanus
Antworten
K
<br /> Liebe Cellulanus,<br /> <br /> von deiner Warte aus hast Du gewiss Recht. Nur bin ich in einer anderen Welt groß geworden und die hat mich geprägt. Da hatte es keine Religionsgemeinschaft nötig, großartig zu missionieren. Auch<br /> die Nestorianer (= Christen) nicht! Wahrscheinlich liegt das daran, dass keine Religion eine Staatsreligion war, eben weil es keine Staatsreligion gab. Hierzulande ist es anders, da werden die<br /> Kirchen z. B. bei der Kirchensteuer vom Staat unterstützt. Es gibt andere europäische Länder, da müssen sich die Kirchen selbst finanzieren.<br /> <br /> Wenn Menschen durch die Busse mit deren Werbung zum Nachdenken gebracht werden, dann stimme ich zu. Nur habe ich Zweifel daran, es kommt zur Konfrontation, dann geht es nur um die Werbung, aber<br /> nicht um das eigentliche Thema.<br /> <br /> Wenn es den Agnostikern ein Bedürfnis ist, dann sollen sie es machen. Nur ich würde es meiner bescheidenen persönlichen Meinung nach anders machen ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />