Heute vormittag hatte ich eine Kundin. Sie sah sich um und meinte: "Hier passiert aber bestimmt nicht viel!" Wieso muss immer viel passieren. Also konterte ich: "Und ob, letzten Sommer ist im August sogar ein Flugzeug gelandet!"
"Das glaube ich nicht!"
"Doch auf dem nahegelegenen Acker des Nachbarn. Irgendwie hatte ich das Gefühl, da stimmt irgendetwas nicht. Und schon kam der Flieger runter und schrammte mit seinem Bugrad eine ziemlich tiefe Rinne in den frisch geeggten Acker."
"Wurde jemand verletzt?"
"Nein, der Pilot krabbelte aus seiner Kabine und schaute sich seinen Segelflieger an, alles war heile, uff!"
Er kam dann zu mir auf den Hof, wir hatten gerade jemand aus München zu Besuch und waren am Frühstücken. Er wollte wissen, wie das Dorf heißt, dann zückte er sein Handy und rief jemand an, der mit einem Anhänger kommt und ihn und sein Flugzeug einpackt.
Ich lud ihm zu einem Kaffee ein, und wir unterhielten uns. Unter anderem über Fallschirmspringen. Bei der Roten Armee musste ich ja öfters mit dem Fallschirm abspringen. Das war nicht so meins. Ich habe als ehemalige Nomadin lieber festen Boden unter den Füßen.
Und in Deutschland durfte ich schon öfters in einem Zweisitzer mitfliegen. Und mein Bär flog früher auch, als er Prokurist in einem Münchner Verlag war, der leistete sich sogar eine eigene Propellermaschine. Es gab also genügend Gesprächsstoff.
Dann kamen zwei Altbauern angefahren, sahen das gelandete Flugzeug auf dem Acker und begannen zu diskutieren: "Wie kriegt der jetzt das Flugzeug weg?"
Ich sagte ihnen: "Da kommt bald ein langer Hänger, da wird das Flugzeug auseinandergenommen und das hat dann alles Platz in dem Hänger. Der wird dann von einem PKW gezogen.
Nein, das glaubten sie nicht: "Was Du alles erzählst! Da brauchst Du einen richtigen Bulldog dafür, das Ding ist doch sicher sehr schwer!"
Der eine Altbauer war sich aber nicht ganz sicher, ob ich nicht doch Recht habe. Einmal stand er nämlich unten an der Straße und hat mitbekommen, wie ich meinen Lipizzaner gerufen habe. Der graste an der anderen Ecke der Koppel. Ich rief einfach: "Tiger, komm!"
Da schüttelte der Altbauer seinen Kopf und brabbelte vor sich hin: "Die glaubt wohl, dass der blöde Gaul kommt?!"
Als er sah, dass mein Pferd mit dem Grasen aufhörte und zu mir galoppierte, blieb dem Altbauern der Mund offen und er ging weiter.
Als dann später der Hänger anrollte, wurde das Flugzeug tatsächlich zerlegt. Insgesamt eine geniale Konstruktion, mit wenigen Handgriffen war alles erledigt. Dann schoben wir zusammen den Rumpf auf Schienen in den Hänger, der Pilot kontrollierte noch, ob nichts klappert und dann schloss er den Deckel.
Dann bedankte sich der Pilot noch bei uns, weil wir ihm geholfen haben.
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