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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Aushang: Gleiches Recht für alle?

Am Rathaus der Stadt Windsbach gibt es Schaukästen, da können Bürgerinnen und Bürger der Stadt etwas aushängen. Ich habe mir das mal angeschaut, da waren auch Firmen dabei wie z. B. Reiterhöfe, Fotostudios, kommerzielle Immobilienangebote et al. Also habe ich mir gedacht, da nehme ich meinen Flyer zu meinem Buch, falte den auseinander und gehe zur Stadtverwaltung. Da ich heute verhindert war, bat ich meinen Bären, das für mich zu übernehmen.

Er ging also ins Rathaus und fragte, wer für die Aushänge zuständig sei.

"Das können Sie mir geben."

Er reichte ihr den Flyer. Sie beäugte ihn und sagte dann: "Das können wir nicht aushängen!"

"Und warum?"

Sie überlegte. Lange Pause, dann: "Weil, weil das Eigenwerbung ist!"

"So, und ein Aushang eines Reiterhofes ist keine Eigenwerbung?!"

"Gehen Sie nach oben, ich darf das nicht machen!"

Also stiefelte mein Bär nach oben und landete bei der Vorzimmerdame des Bürgermeisters. Die Tür zum Bürgermeisterbüro war offen. Kaum sagte mein Bär sein "Grüß Gott!", wurde die Tür von innen geschlossen. Die Vorzimmerdame: "Ich kann Sie jetzt nicht vorlassen, da ist eine Besprechung, und ich weiß nicht, wie lange die dauert!"

Naja, was anderes hatte er nicht erwartet.

Warum sind diese Leutchen nicht ehrlich und verschanzen sich. Oder sie geben Gründe für die Ablehnung an, die nachweislich nicht zutreffen. Es mag ja sein, dass der Bürgermeister sauer auf mich ist, weil ich immer wieder auf die Geschichte mit den drei verfallenden Gebäuden in der Hauptstraße hinweise. Da hat ja einst die Stadt Windsbach vom Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht, weil angeblich ein Investor diese Immobilien erwerben wollte. Aber daraus ist halt nichts geworden. Seitdem mutieren diese Häuser immer mehr zu Ruinen ... Und das in der Hauptstraße!


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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A
Hallo Kiat, hier muß man wirklich nachdenklich werden, sowas gibts auch?? Kanns gar nicht richtig begreifen. Freu mich aber das du so schlagfertig bist. Ganz liebe Grüße und noch einen schönen Tag Geli
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K
<br /> Liebe Geli,<br /> <br /> auch in Windsbach spricht es sich langsam unter dem Verkaufspersonal herum, dass nicht nur Windsbacher Kunden sind <br /> Einige brauchen halt lange, um das zu begreifen oder sie verlieren lieber ihren Job.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
S
Liebe Kiat,<br /> du hast insofern Recht, dass es vom BM eine sehr schwache Leistung war, sich "tot" zu stellen. Mit Sicherheit gibt es für solche Fälle wie einen Aushang Vorschriften der Handhabung, mit denen er sich aber nicht auseinander gesetzt hat. Peinlich, peinlich....<br /> Wenn man sich die in die Mode gekommen Firmenpleiten so anschaut oder den Ausverkauf des Ostens, kommt man auf den Gedanken, das alte Gesetz des Hermes Trismesgisto zu zitieren: Wie oben, so unten.<br /> Aber eigentlich sollte das gerade in kleinen Gemeinschaften nicht so laufen. Besonders da man sich gerade in Bayern um eine gewissen Familiarität bemüht, bzw. auf die weißblaue Fahne schreibt.<br /> LG<br /> Sabine
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K
<br /> Liebe Sabine,<br /> <br /> was die immer mehr um sich greifenden Firmenpleiten angeht, der Grund ist meistens maßlose Gier. Da wurden bei Warenhäusern die Immobilien verkauft, und die Warenhäuser mussten ihre Häuser mieten,<br /> miestens waren die Mieten zu hoch angesetzt, also konnten die Warenhäuser nie einen Gewinn machen. Ich wundere mich nur, dass dies in der Mainstreampresse kaum zu lesen ist.<br /> <br /> Nun, das mit der Familiarität gilt meistens in Bayern, aber nicht unbedingt in fränkischen Dörfern. Ich kenne z. B. einen Kfz-Mechaniker, der kam vor 18 Jahren in ein fränkisches Städtchen und<br /> baute seine Werkstatt auf. Aber er ist für die Einheimischen bis heute ein Fremder, obwohl er viele Kunden hat.<br /> <br /> Oder ich habe mal Sicherheitsstufel in einem Geschäft bestellt. Dann wollte ich sie abholen. Die Bedienung behauptete, es seien keine Stiefel angekommen. Ich wies auf einen Karton: "Und was st das<br /> da?" Sie: "Die sind für jemand reserviert." Da kam der Inhaber aus seiner Werkstatt, begrüßte mich freudig: "Sie wollen wohl ihre Stiefel abholen und gab mir den Karton. Dann ging er wieder zurück<br /> in seine Werkstatt. Dann wollte ich noch Rosshaarsocken. Ich sah welche an einem Drehständer. Die Bedienung baute sich davor auf und sagte: "So etwas haben wir nicht!" Ich: "Und was ist das<br /> da?"<br /> <br /> Notgedrungen musste sie mir die Socken einpacken, zu den Stiefeln. Der Inhaber muss dann gemerkt haben, was für ein Exemplar von Bedienung er hat. Sie arbeitet jetzt nicht mehr in seinem<br /> Geschäft.<br /> <br /> Die Blödheit solcher Menschen muss grenzenlos sein. Sie wollen am liebsten nur Einheimische bedienen und gefährden damit ihren eigenen Arbeitsplatz ...<br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
S
Hi Kiat,<br /> naja, dass ist halt so: Ein Flyer mit der Werbung für ein Buch ist keine Werbung für die örtliche Frühstückspension. Und da kann die Stadt von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.<br /> Was allerdings nicht heißt, dass wenn der Sepp ein Buch schreiben würde, in dem Schaukasten eher etwas davon zu lesen wäre, als von der "exotischen" Kiat, die eh immer so extrig ist.<br /> Aber wenn du einen Flyer hättest, in dem du deine Arbeit als z.B. Tierheilerin oder was auch immer anbietest, auf dem unten links etwas von deinem Buch stünde - da könnten sie nix sagen.<br /> Ärgern lohnt sich nicht.<br /> <br /> LG<br /> Sabine
Antworten
K
<br /> Liebe Sabine,<br /> <br /> ich sehe das anders. Wenn die Stadtverwaltung ablehnt, dann bitteschön mit einem plausiblen Grund. Und "Eigenwerbung" als Grund, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Und für einige, denen ich<br /> das erzählt habe, ebenso. Sie haben nur den Kopf geschüttelt. Und dass der Bürgermeister dann eine Besprechung ansetzt, ohne absehbares Ende, sobald mein Bär in Hörweite ist, das ist einfach<br /> lächerlich ...<br /> <br /> Ich ärgere mich nicht darüber, ich stelle nur fest. Ich bin eben als Schamanin groß geworden, und eine der Hauptaufgaben in einer Sippe war eben der Ausgleich und dass alle innerhalb der Sippe<br /> gleichermaßen und gerecht behandelt wurden. War dies nicht der Fall, kam es unter Umständen zu Streit. Und Streit ist immer schlecht für den Fortbestand der Sippe.<br /> <br /> Und auch in dieser Gesellschaft ist es ähnlich: Je mehr Menschen sich benachteiligt fühlen, umso mehr tickt die soziale Bombe. Denke z. B. an die über 50.000 Mitarbeiter von der einstigen Quelle.<br /> Arcandor hat heute Insolvenz angemeldet. Diese Menschen werden sich jetzt sehr viele Sorgen machen, sie sind geplagt von Zukunftsängsten. Sollen auch diese Menschen sagen, da können wir nichts<br /> machen?<br /> <br /> Oder erinnere dich an das Ende der DDR? Da gab es die Montagsdemonstrationen. Hätten die Menschen damals resignierend gesagt: Wir können sowieso nichts machen! hätte es keine Wiedervereinigung<br /> gegeben. Aber sie haben gerufen: Wir sind das Volk!<br /> <br /> Aber das ist immer die persönliche Entscheidung. Und ich nehme meine Berufung zur Schamanin sehr ernst, deshalb werde ich immer wieder meine Stimme erheben, wenn ich Ungerechtigkeit entdecke.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
A
Danke für deine Antwort und du hast Recht, gegen die gibts genug arrgumente.<br /> <br /> Wünsche dir einen schönen Abend lg Geli
Antworten
K
<br /> Liebe Geli,<br /> <br /> ich wünsche dir einen guten Start für den morgigen Tag!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
A
Ist schon eigenartig, wie man die Leute behandelt. Du hast doch bloß die Wahrheit gesagt. Ein Bürgermeister sollte schon frei von Vorurteilen sein. Sollte dein Buch ein Erfolg werden, ich bin davon überzeugt, dann steht er als erster vor deiner Tür, laß in nicht mal ins Empfangszimmer, lach.<br /> <br /> Drücke dir die Daumen und lg Geli
Antworten
K
<br /> Liebe Geli,<br /> <br /> genau das fällt ihm offenbar schwer. Wie sagt hier der Volksmund: "Die Wahrheit verdrießt die Leute!" Und er gefällt sich halt als Platzhirsch ...<br /> <br /> Es geht mir ja gar nicht darum, ob mein Flyer nun im Schaukasten hängt oder nicht, was ich unmöglich finde, ist die Begründung. Also Leute, wenn ihr euch schon einen Grund aussucht, dann sollte der<br /> nicht so einfach zu wiederlegen sein <br /> <br /> Ich bedanke mich herzlich für deine liebe Unterstützung!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />