Overblog Alle Blogs
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

Werbung

Wiesen-Zensur: Fotografieren von Busen verboten!

Das Oktoberfest in München ist wieder ausgebrochen und erstmalig gibt es Auflagen für Fotografen. Besoffene und (Halb-)Nackte dürfen nicht fotografiert werden!

Aber hallo! Was ist das für eine scheinheilige Gesellschaft! Es liegt nun mal in der Natur der Menschen, dass übermäßiger Alkoholgenuss Menschen enthemmt. Die einen werden immer lustiger, andere werden aggressiv und brutal. Und wer zu vorgerückter Stunde die Wiesen besucht hat, hat gewiss schon Szenen gesehen, da tanzen halb entblößte Frauen und manchmal auch Männer auf den Tischen. Und andere klatschen dazu.

Was ist daran anstößig? Wem es nicht passt, der kann ja rausgehen. Und schnell sind dann die Handys gezückt und die Bilder wer weiß sonst wo geschickt.

Ich denke jedoch, dass dieser Zensurversuch aus einer anderen Ecke weht. Da gibt es ja VIP-Zelte, da sitzt die Prominenz drin, oder Menschen, die sich für prominent hält. Das sind auch nur Menschen. Und so mancher Prominenter ist mit seinem Hasen auf der Wiesen, und wenn nun dieser Hase anfängt, tanzend auf dem Tisch einen Striptease hinzulegen, dann möge das dem Hasenbesitzer schmeicheln: Da schaut her, was bin ich für ein toller Hecht, das ist mein Hase!

Und der Hase macht das vielleicht mit Absicht: Sie will fotografiert werden, vielleicht taucht ihr Foto in einem Magazin auf und die Karriere als ... beginnt. Aber da gibt es ein kleines Problem:

Der prominente Hasenhalter ist im täglichen Leben Unternehmer und Chef. Und wenn nun solche Fotos in seinem Betrieb die Runde machen, dann leidet seine Autorität, meint er vielleicht. Also dürfen solche Fotos nicht geschossen werden.

Ja, das ist doch wirklich verlogen! Entweder diese Gesellschaftsschicht steht zu ihrem Verhalten in der Öffentlichkeit oder sie feiert ihre Orgien hinter verschlossenen Mauern. Jetzt auf einer öffentlichen Wiesen die Öffentlichkeit ausschließen, das passt irgendwie nicht!

Hierzu fällt mir eine amüsante Geschichte ein, die mir mein Bär erzählt hat: Auf seinen vielen Reisen lernte er einmal einen Menschen kennen, der irgendwie mit einem Detektivbüro für besondere Fälle zu tun hatte. Da sollte ein sehr reicher arabischer Geschäftsmann gefügig gemacht werden. Also wurde sein Hotelzimmer mit Kameras heimlich ausgestattet. Als der Geschäftsmann dann "Models" antanzen ließ und eine Orgie feierte, wurden viele Fotos geschossen.

Dann sollte der Araber damit unter Druck gesetzt werden. Auf einem Treffen zeigte man ihm die Fotos. Der Araber war überhaupt nicht verlegen, im Gegenteil: "Könnt ihr mir viele Abzüge machen, die verteile ich an meine Freunde. Dann sehen die, wie toll ich bin!" Das war wohl ein Schuss in den Ofen.

(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
C
Guten Morgen, Kiat, <br /> <br /> es könnte auch sein, dass keine Bilder mehr geschossen werden dürfen, um nicht noch mehr Leute anzuziehen, denen es nur am Ballermann'schen Sich-die-Birne-wegsaufen geht. Inzwischen haben selbst die Wiesnorganisatoren geschnallt, dass diese offensichtliche Verrohung dem Ruf der Wiesn nicht unbedingt gut tut.<br /> <br /> Wünsch Dir und allen Lesern ein schönes Wochenende, Cellulanus
Antworten
K
<br /> Liebe Cellulanus,<br /> <br /> also, das mit dem Fotografierverbot interpretiere ich so: die Leute dürfen saufen und nackicht auf den Tischen tanzen, die weltweite Öffentlichkeit soll es aber nicht sehen. Und das halte ich für<br /> heuchlerisch.<br /> <br /> Die Wiesn ist mittlerweile ein Riesenrummel, sie ist total kommerzialisiert und die Besuchermassen sind oft schon zu kommerziellen Ritualen abgerichtet. Da zeigt sich jetzt die Schattenseite der<br /> übertriebenen Umsatz- und Profitmaximierung.<br /> <br /> Dieses System mit der Maxime "Immer mehr!" erledigt sich letztendlich selbst!<br /> <br /> Vielen herzlichen Dank für deine Wünsche. Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!<br /> <br /> Nachdenkliche Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />