Jetzt hat der schwedische Konzern Elektrolux das Monopoly mit Menschen wieder eröffnet. Die Entwicklung der früheren AEG-Geschirrspüler soll von Nürberg nach Schweden verlagert werden.
Es ist noch gar nicht so lange her, da versprach Elektrolux den Erhalt von 700 Arbeitsstellen in Nürnberg. Allein, "was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!" mögen sich die Mitglieder der Wallenberg-Gruppe gedacht haben. Fest steht, dass die Entwicklung in Nürnberg aufgelöst wird. Alle Entwicklungsabteilungen werden in die Zentrale nach Stockholm verlegt.
Aber die Schweden sind ja keine Unmenschen: alle Nürnberger Mitarbeiter können ihre Arbeit in Stockholm fortsetzen! Aber hallo, ist ein erfahrener Entwickler in Nürnberg nur eine Monopoly-Figur, die auf der Europakarte nach Belieben hin- und hergeschoben werden kann? Offensichtlich schon!
Hinter Elektrolux steht ja die reiche Wallenberg-Gruppe. Für die sind menschliche Arbeitnehmer nur Unkostenfaktoren, also soweit zu reduzieren wie nur möglich. Und wer nicht mitgehen will, muss halt schauen, wo er bleibt.
Monopoly ist ja sehr beliebt bei global denkenden Managern. Mein Bär war mal bei einem Shampoo-Hersteller tätig. Ein großer Teil des Shampoos wurde in einer Fabrik in Bayern hergestellt, das meiste ist sowieso bloß Wasser.
Da hatte sich der Hersteller eine ehemalige Seifenfabrik im französischen Elsaß angelacht. Die hatte einen immensen Vorteil: Da waren die Produktionsstraßen so angeordnet, dass die Mannschaft der ersten Straße die Arbeit mit übernahm, wenn die zweite Straße ihre Pause hatte und umgekehrt.
Da kamen gleich die Beraterchen, rechneten die Einsparung auf Jahre hinaus hoch. Also wurde beschlossen, einen Teil der Shampoo-Fertigung ins Elsaß zu verlagern. Dem Vorstand wurde eine gewaltige Einsparnis verkauft.
Als nun die Produktion des Shampoos im Elsaß anlaufen sollte, trat der französische Bürgermeister vor und monierte, dass diese Fabrik bisher als Seifenfabrik lief und nicht als Produktion von Shampoo mit wesentlich höherem Wasserverbrauch.
"Macht nichts, dann produzieren wir weiterhin in Bayern, fahren mit Tankwagen die Suppe nach Frankreich und füllen dort die Shampoo-Flaschen ab", war dann die Entscheidung des Managements. Mein Bär fragte dann nur, was im Winter wird. Bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius flockt die Brühe aus, ein solches Shampoo mag keiner kaufen.
"Dann verwenden wir eben gut isolierte Tankwagen!", war die Lösung. Dann wurden Spediteure gesucht, die über isolierte Tanks verfügen. Es gab welche, aber die hatten so richtig hohe Mondpreise. Also fiel diese Lösung aus.
Aber die Verlagerung wurde nicht abgeblasen, ein richtiger Manager verliert nicht sein Gesicht und zieht seine einsamen Entscheidungen durch, ob es den beteiligten Arbeitnehmern passt oder nicht. Diese Spezies ist für einen Manager sowieso ersetzbar!
Also blieb nur "Plan B". Der bestand darin, dass der französische Bürgermeister sich "überzeugen" ließ, dass zwischen einer Seifen- und Shampoo-Fabrik eigentlich keine Unterschiede bestehen. Dass diese "Überzeugunsgarbeit" nicht ganz billig ist, spielt keine Rolle. Hauptsache, der ursprüngliche Plan wird durchgezogen!
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Lieber Reiner,<br />
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das ist genauso blöd, wenn in der Nordsee gefischte Krabben im Kühl-LKW quer durch Europa nach Marokko getuckert, dort ausgepult und dann wiieder zurück getuckert werden. Grund: in Marroko sind die<br />
Lohnkosten niediriger!<br />
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Oder noch krasser: die Krabben werden zum Auspulen nach China geflogen ...<br />
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Es gibt IHK-Dozenten, die nennen solche "Beispiele" als Nutzen der Globalisierung. Unglaublich aber wahr!<br />
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Manchmal glaube ich, ein Teil dieser Menschheit verblödet von Tag zu Tag!<br />
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Nachdenklich-traurige Grüße, Kiat<br />
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