Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Kurz nach dem Abendessen rief mich eine Bekannte an, ihr Sohnemann hatte von seiner Klassenlehrerin einen Verweis bekommen ...
"Und einen Sechser auch!"
"Was hat er denn angestellt?"
"Er sollte ein Referat halten, und da hat er sich die einzelnen Stellen aus dem Internet zusammengesucht und daraus sein Referat gemacht."
"Also, was ich so mitbekommen habe, das machen heute viele."
"Aber die Klassenlehrerin hat vorher schon gewarnt und gesagt, wenn sie das merkt, dann gibt es einen Sechser."
"Aber wie kam es zum Verweis?"
"Mein Sohn began zu diskutieren, er nahm als Beispiel den Roman von der HH, und er argumentierte, wenn die in ihrem Roman von anderen abschreibt, und noch dafür viel Geld bekommt, dann ist es wohl recht und billig, wenn er als Schüler das auch macht. Die Lehrerin ist ziemlich ausgeflippt."
"Das kann ich mir vorstellen. Wurde dein Sohn ausfallend?"
"Er hat mir versichert, dass er die ganze Zeit ruhig geblieben ist. Das glaube ich ihm. Er stellt dann ganz ruhig Gegenfragen, die es in sich haben."
"Und wie hat die Klasse reagiert?"
"Die meisten haben gegrinst, das hat dann die Lehrerin erst recht auf die Palme gebracht. Aber ich wollte dich fragen, ob ich das mit dem Verweis akzeptieren soll?"
"Also, ich würde mit der Lehrerin ein Gespräch führen."
"Ja, das hatte ich auch vor. Aber allein traue ich mich nicht. Kommst du mit?"
"Aber sicher."
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