Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Maria hat auf ein Video hingewiesen - ich schaute mir es an. Dann war ich einige Zeit geplättet. Dieses Video hat mich sehr traurig gestimmt. Worum geht es?
Über Japan. Nach der atomaren Apokalypse. Zwei Reporter setzen sich ins Auto und fahren in Richtung Fukushima - ja zum Komplex mit den sechs Atommeilern wollen sie. Ein Geigerzähler begleitet sie.
Was ist zu sehen? Keine Menschen, Geisterstädte und Geisterdörfer, ab und zu Hunde - manche noch mit ihrem Halsband. Diese Hunde tun mir leid - mit dem Halsband können sie sich nur zu leicht erhängen. Ja - auch eine Rinderherde ist zu sehen. Ab und zu ein LKW - die Fahrer verhüllt.
Und bei der Fahrt werden die gemessenen Strahlungswerte angezeigt - Tendenz steigend - immer schneller. Als die Anzeige 100 MikroSievert pro Stunde überschreitet, kehren die Reporter um - verständlich. Es gibt auch keine Absperrungen, die auf die Strahlenbelastung hinweisen. Auch keinen Strom - die Straßenbeleuchtung ist abgeschaltet oder funktioniert nicht mehr. Kaum Verkehr.
Wenn jetzt jemand mault "Was geht mich das an? In Deutschland kann das nicht passieren!" - der oder die irrt sich. Nehmen wir das Atomkraftwerk Krümmel - nicht weit von Hamburg entfernt.Krümmel ist auch ein Siedewasserreaktor - wie die Unglücksreaktoren in Fukushima. Krümmel ist der größte Siedewasserreaktor auf diesem Planeten. Da braucht nur die Kühlung auszufallen - und schon gibt es einen GAU!
Wenn da ein GAU eintritt, dann ist ganz Norddeutschland nicht mehr bewohnbar. Wer wissen will, wie es dann ausschaut, schaue sich dieses Video an. Es sieht dann hier genauso aus wie in Japan.
Da schwafeln die Vertreter der Atomlobby vom "Restrisiko" - ja, so schaut das Restrisiko aus! Und warum? Weil die Energiemonopole ihren Hals nicht voll bekommen?! Immer mehr Gewinne - auf Kosten der Menschheit. Dieses Restrisiko bedeutet Ausrottung der Menschen, der Tiere, aller Lebewesen.
Wer mein Buch "Die Schamanin, die keine sein wollte" kennt, weiß, dass einer meiner Lehrer ein alter Schamane war, er hatte einen Atombombenversuch miterlebt. Viele seiner Sippe starben, nur wenige überlebten. Weil er gegen diesen Langnasenzauber nicht helfen konnte, jagte ihn die Sippe fort. So wurde er der Schamane der Sippe, bei der ich gelandet war. Und er wurde mein Lehrer - ein guter Lehrer!
Jetzt holt mich diese Vergangenheit wieder ein - die atomare Apokalypse in Japan ist nicht auf Japan begrenzt - nein, sie betrifft alle Menschen auf diesem Planeten. Angesichts dieser drohenden Katastrophe werden unsere Alltagssorgen doch sehr klein. Wieso verdrängen viele Menschen diese Bedrohung? Wieso werde ich beschimpft, wenn ich auf diese Folgen der atomaren Energieversorgung hinweise? Warum schließen Menschen davor die Augen?
Sie kommen mir vor wie kleine Kinder, die ihre Augen fest zu drücken, damit sie die Gefahr nicht sehen. Nur, dieses Ignorieren wird uns nicht schützen.