Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Die allermeisten Politiker oder auch die, die sich dafür halten, predigen stets vom Wachstum. So auch unsere Bundeskanzlerin. Wieso muss eigentlich die Wirtschaft immer wachsen?
Wieso muss eine Firma immer größer werden? Immer höhere Gewinne abwerfen? Ja, wieso eigentlich? Was handeln wir uns mit diesem Wachstumsdenken ein? Was passiert, wenn das Wachstum an Grenzen stößt?
Es gibt keine Grenzen? O doch! Allein schon die begrenzten Rohstoffe! Da können doch die Volkswirtschaften nicht immer wachsen! Aber fragen wir doch unsere Bundeskanzlerin!
Wie handhabt es die Natur? Gibt es da ein grenzenloses Wachstum? Zu dieser Frage gibt es einen Zeichentrickfilm von attac:
Wie war das zu meiner Zeit in der mongolischen Steppe bei den Nomaden? Eine Sippe musste in Harmonie mit der Natur leben, das bedeutete, dass die Weideflächen nicht völlig abgegrast wurden - der Boden musste sich erholen können. Auch durften die Herden nicht ständig größer werden - darüber wachte ein guter Chan und ein guter Schamane.
Eine der Hauptaufgaben eines Schamanen war die Wahrung des Ausgleiches. Of wird dies blumig interpretiert als Ausgleich zwischen Himmel und ERde, ich jedoch sehe das ganz real als Ausgleich zwischen dem Ich und dem Du - als Ausgleich zwischen den Menschen.
Eine Sippe konnte nur dann existieren, wenn der Status quo erhalten blieb. Sobald eine Familie immer größere Herden auf Kosten der übrigen Familien hielt, dann hielt diese Sippe nicht mehr lange zusammen, es gab Streit und die Sippe trennte sich.
Ich lebte ja als junger Mensch in der Zeit des Umbruchs vom archaischen Nomadenleben in die Zwangskollektivierung durch die Russen. Der verordnete Kommunismus an sich war nicht schlimm, aber auch in den Kollektiven herrschte ein Wachstumsgedanke: Der verordnete Plan musste übererfüllt werden.
Das hieß, dass die Viehherden immer größer wurden, die Weideflächen wurden überweidet, das Gras konnte nicht mehr richtig nachwachsen, kurzum, das Gleichgewicht der Natur war erheblich gestört.
Früher - im Sippenverband - schritt ein guter Schamane ein. Er sorgte zusammen mit dem Chan und den Ältesten dafür, dass die Lebensgrundlage nicht zerstört wurde. Jetzt hier im Westen, da wundere ich mich immer, wie rücksichtslos mit den Ressourcen der Natur umgegangen wird. Leute, eins ist sicher: Es gibt nur eine einzige Erde!
Oft frage ich mich: Wer war zivilisierter? Der archaisch organisierte Nomade oder ein Berater von McKinsey?