Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
In der Metropolregion um Nürnberg wurde die S-Bahn erweitert - um vier S-Bahn-Linien. Das Netz wurde verdreifacht. Bauzeit über vier Jahre!
Am vergangenen Sonntag war Premiere, nicht ganz reibungslos. Ich gebe ja zu, die Wetterbedingungen sind nicht gerade ideal. Es gab einige Probleme.
Und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass in Stuttgart mit dem Monsterprojekt S21 ein vielfach größeres Projekt gestemmt werden soll, dann habe ich meine Zweifel:
Ist die Deutsche Bahn noch in der Lage, solche Projekte zu realisieren? Ich fürchte nein. Wenn ich da an die S-Bahn denke! Da wurden neue Loks bestellt, leider sind die noch nicht einsetzbar resp. noch nicht gefertigt. Es müssen uralte Loks eingesetzt werden, die teilweise inkompatibel mit dem übrigen Material sind. Zum Beispiel bei der Verständigung zwischen Lok- und Zugführer! Unglaublich, aber wahr! Überhaupt die Kommunikation und Information! So manche Panne ließe sich leichter ertragen, wenn die Fahrgäste wüssten, was eigentlich los ist. Leider wissen die Zugbegleiter es oft auch nicht!
Und ein solcher Haufen will ein Projekt S21 realisieren? Dass ich nicht lache! Ich fürchte, dass S21 sehr lange mit Störungen anlaufen wird. Und ob die Investoren bereit sind, da mitzumachen? Bestimmt nicht, die wollen doch so schnell wie möglich Kohle sehen, oder sie springen vorher ab.
Warum gibt es bei neuen Projekten immer so viele Anlaufschwierigkeiten? Ich denke, es mangelt am erfahrenen Personal. Die alten erfahrenen Mitarbeiter wurden oft entlassen, was ihnen folgt, sind meistens Youngsters, oft frisch von der Hochschule. Da sind natürlich Fehler unvermeidbar.
Hinzu kommt noch die "Berateritis", fir Heerscharen von Berater, vor allem in der Planungsphase. Solche Berater kassieren viel Kohle, verlassen jedoch meist ein Projekt, wenn es ernst wird, sprich, wenn das Projekt realisiert wird. Das kann nicht gut gehen. Ein abschreckendes Beispiel sind die übervielen Berater in den ARGEn und Arbeitsagenturen. Die kassieren oft überhöhte Gelder, ihre Gegenleistung ist meist bescheiden. Kein Wunder, dass die Umsetzung des Sozialgesetzbuches immer öfter die Sozialgerichte beschäftigt und jeder zweite Bescheid zurückgewiesen wird!
Diese Beraterschwemme hat mittlerweile die gesamte Politik erreicht, die vom Volk gewählten Vertreter sind heute oft nur Empfänger von Gesetzestexten, die von der Industrie "ausgeliehenen" Lobbyisten ausarbeiten. Kein Wunder, weshalb immer mehr Gesetze so etwas von kapitalfreundlich ausfallen.
So richtig angefangen hat es mit dieser Masche mit der ersten Rot-Grün-Regierung: Denken wir nur an die Agenda 2010 mit ihrer Zusammenlegung von Arbeitshilfe und Sozialhilfe auf dem Niveau der Sozialhilfe. Das war vom Staat verordnete Verarmung! Ausgedacht hat sich diese Gemeinheiten eine Denkfabrik innerhalb der Bertelsmann Stiftung, und Schröder & Fischer griffen begeistert zu. Da mussten sie nicht groß nachdenken und waren sicher, dass sie im Sinne des Kapitals Politik machten.
Nur Oskar Lafontaine wollte bei diesem üblen Spiel nicht mitmachen und warf das Handtuch! Das sollten wir nicht vergessen! Was sich heute in Sachen Hartz IV abspielt, ist ein Kasperletheater, wenn es nicht so traurig wäre - für fast sieben Millionen Betroffene! Da verdonnert das Budesverfassungsgericht die Politik zu gerechteren Hartz IV Gesetzen und was kommt heraus? Ganze fünf Euro! Also wenn das nicht menschenverachtend und zynisch ist?
Was wundert es uns, ist doch die derzeitige Arbeitsministerin Tochter des früheren Ministerpräsidenten Albrecht in Niedersachsen! Und Albrecht hatte zwar einst Fachleute beauftragt, nach geeigneten Endlagerstätten für Atommüll zu suchen. Aber er hielt sich nicht an die Empfehlungen der Fachleute, sondern entschied sich eigenmächtig für Gorleben, von dem man damals schon wusste, dass es für ein Endlager denkbar ungeeignet ist.
Und wenn ich mir jetzt ansehe, wie sich seine Tochter in Sachen Hartz IV entscheidet, da bestätigt sich wieder der Volksmund: "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!"
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