Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Da haben in Berlin Studenten die "Texte" aus dem privaten Fernsehen - oder sind es nur gestammelte Worte - in eine Form gegossen, so dass sie wie ein klassisches Drama ausschauen. Und ein Büchlein daraus gemacht - schaut von außen aus wie ein Reclamheftchen.
Zum Anschauen gibt es dieses Werk auch im Internet hier. Also, ich findes diese Idee genial! Die deutsche Sprache ist ja - gerade im privaten Fernsehen - geradezu verkommen: Da können Menschen nicht einmal mehr ganze Sätze bilden, es wird nur belangloses Zeug von sich gegeben, der Mund dient offenbar nur zur Lautöffnung von sinnentleerten Wortfetzen!
Auch den Titel "Das ist der Tag, von dem ihr noch euren Enkelkindern erzählen werdet" ist gelungen. Es sei denn, wenn diese Sprachverödung weiter fortschreitet, dann wird dieses Werk für die Enkelgeneration nur schwer lesbar sein. So wie heute die deutschen Klassiker. Ja, da gibt es allen Ernstes Literaturwissenschaftler, die diese Klassiker leichter verständlich für die Schulen umgestalten sollen. Sozusagen die Zusammenfassung von Goethes Faust in 140 Zeichen - passend für Twitter.
Leider hat sich diese Sprachverluderung auch im Internet breitgemacht. Wer das nicht glaubt, braucht ja nur in die Blogs für Lifestyle- und Beauty-Themen zu schauen. Da werden als Kommentare seitenweise nur Wörte wie "schön", "cool" et al. voller Inbrunst getippt;-)
Obwohl, da gibt es auch Videos, die solche Blogs gehörig auf die Schippe nehmen: