Heute war ich unterwegs, da wurde ich von einer Kundin angesprochen: "Sag mal, schreibst du jetzt für die Nürnberger Nachrichten?"
"Wieso? NIcht dass ich wüsste! Wie kommst du darauf?"
"Da war vor kurzem eine Glosse über lange Unterhosen, den so genannten Liebestötern. Da musste ich sofort an dich denken."
"Genau! Wann geht es eigentlich weiter mit der Verblödungsbombe?"
"Ach, da gab es eine Anfrage von einem größeren Verlag. Der war scharf auf meine Idee und die Texte. Aber eine Bedingung war, dass es keine Fortsetzungen mehr gibt. Nur, die wollten mir einen Vertrag schicken. Ich habe denen eine Frist gesetzt, wenn ich bis dahin keinen akzeptablen Vertrag habe, sage ich denen ab und veröffentliche die nächsten Folgen in meinem Blog."
"Mit dem Absagen hast du ja Übung?"
"Stimmt! Aber ich bin froh, dass ich bei meinem Debut-Roman nicht auf die Lektoren eingegangen bin. So haben nach der Lesung zwei Deutschlehrerinnen unabhängig von einander mir bestätigt, dass gerade mein Stil meinen Roman so authentisch macht. Und ein alter Verlagsmensch hat mir ans Herz gelegt: Mit jeder Änderung verliert Ihr Text an Wert!"
"Wieso wollen die Verlage immer etwas ändern?"
"Was weiß ich, aber die meisten dachten wohl bei Mongolin: Das ist ein Dummchen, die können wir übern Tisch ziehen. Die eine Tante vom Aufbau hatte mich mal zur Buchmesse in Frankfurt eingeladen. Und als ich ihr erzählte, dass ich in Deutschland Abitur gemacht habe: Wieso haben Sie Abitur?"
"Ich habe dann geantwortet: Ich habe nicht nur Abitur, sondern auch studiert und mit Diplom abgeschlossen. Dann war ich für sie nicht mehr interessant."
"Das ist aber komisch."
"Stimmt, was ich in den letzten Jahren mit Verlagen erlebt habe, da erschüttert mich nichts mehr."
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