Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
In einem gestrigen Kommentar hatte ich ja angekündigt, dass ich ein Erlebnis der besonderen Art hatte. Nun ja, der gestrige Montag hatte es in sich.
Da rief eine Frau an, ich hatte ihr für ihre Hunde ein homöopathisches Mittel empfohlen, Mineral D6 oder Vermiculite. Ja, da wollte eben diese Frau die Zusammensetzung dieses MIttels wissen. Ich nannte ihr den Hersteller, da solle sie anrufen. Ungefragt erzählte sie mir:
"Ich lasse nämlich alle homöopathischen Mittel extra in einer homöopathischen Apotheke ganz persönlich für mich herstellen. Diese Mittel wirken viel besser als die industriell Hergestellten! Nur, von Vermiculite hat meine Apotheke noch nie etwas gehört!"
"Das spricht nicht für die Apotheke, das Mittel wurde in Indien entwickelt."
"Na dann, ich weiß nicht, ob ich es nehmen soll. Was kann aus einem Land wie Indien schon Gescheites kommen?!"
"Nun immerhin ist Indien eines der wenigen Länder dieser Erde, die die Homöopathie weiter entwickeln. In Europa gibt es außer der Schweiz kaum noch Länder, die aktiv nach neuen homöopathischen Mitteln forschen."
"Und in Deutschland nicht?"
"Gerade in Deutschland kaum. Da gibt es viele Homöopathen, die nur in der Vergangenheit schwelgen ..."
Da wurde sie etwas giftig: "Geben Sie mir jetzt die Zusammensetzung von Vermiculite oder muss ich da nach Indien fliegen?"
"Fragen Sie den Hersteller, der sitzt in Deutschland und stellt es hierzulande her. Nur verkaufen darf er es nicht. Ein Apotheker darf dieses Mittel jedoch in Holland bestellen. Aber das hatte ich Ihnen schon einmal erklärt!"
"Warum ist das so umständlich?"
"Fragen Sie den Gesetzgeber. Und überhaupt, wenn Sie meinen, dass industriell hergestellte homöopathischen Mittel schlechter sind als handverschüttelte, das halte ich für ein Ammenmärchen. Im Gegenteil, oft halten sich diese Hersteller genauer an die Vorschriften als einzelne Personen, da spielt halt immer wieder deren Tagesform eine Rolle. Und vor allem bei Hochpotenzen, bevor sie diese nehmen, sollten sie generell die Lösung schütteln. Haben Sie das gewusst?"
"Nein! Und das mache ich auch nicht, das darf nur meine persönliche Apotheke machen."
"Wie Sie meinen. Und schützen Sie die Fläschchen mit Hochpotenzen vor starken elektromagnetischen Feldern? Das ist sehr wichtig."
"Nein, solche Felder machen den Hochpotenzen nichts aus."
"Und ob! Gerade bei Hochpotenzen haben sich in der Lösung spezielle Cluster gebildet, die von elektromagnetischen Feldern gestört werden können. Vor allem bei Nosoden ist das besonders wichtig."
"Nosoden nehme ich nicht, die taugen nichts, sagt meine Apotheke."
"Wie Sie meinen. Dabei sind Nosoden besonders wirkungsvoll. Ich zeige meinen Kunden öfters, wie sie selbst Nosoden herstellen können."
"Das dürfen doch nur Homöopathen. Und spezielle Apotheker. Und mein Apotheker überträgt sein persönliches Wissen auf die verschüttelte Lösung. Nur bei Katzen hat es nicht funktioniert, die sind gestorben. Da hat mein Apotheker wohl zuviel übertragen."
"Nein, das hat er nicht, Katzen vertragen überhaupt keinen Alkohol. Und wenn Sie eine normale Lösung nehmen, die besteht überwiegend aus Alkohol. Und wenn Sie das Ihrer Katze geben, dann stirbt sie, ziemlich qualvoll."
"Das haben Sie sich nur ausgedacht. Sie wollen wohl meine Apotheke schlecht machen. Aber das wird Ihnen nicht gelingen!"
Und Sie legte auf.
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