Am nächsten Morgen trafen sie sich alle am Flughafen: am Zoll wurden sie wieder nur durchgewunken, ein extra Zubringerbus brachte sie zum Airliner des Imperators. Den Stewardessen stellte der Imperator die Frauen und die Hundeführerin als Gäste vor. Als sie Platz genommen hatten, kam der Kapitän zum Imperator und flüsterte ihm ins Ohr. Dann ging er wieder nach vorne ins Cockpit.
"Was ist los?", fragte ihn Monica.
"Der vorgesehene Copilot wurde plötzlich krank, und der Ersatz ist ziemlich komisch. Der Kapitän hat ihn noch nie gesehen."
"Den schau ich mir mal an," sagte Monica und ging nach vorn ins Cockpit. Gleich schnauzte sie der Copilot an, ein unsympathischer Mensch mit wenigen Haaren. Abgesehen von seiner Uniform sah er aus wie ein Mönch. "Frauen haben hier nichts verloren. Verschwinden Sie!"
"Das sagen Sie am besten dem Imperator." Der Kapitän grinste, er hatte ja gesehen, dass Monica neben dem Imperator gesessen hatte. Monica wandte sich freundlich an den Kapitän und fragte ihn: "Kennen Sie das Gebiet, das wir auf keinen Fall überfliegen dürfen?" Der Kapitän nickte und meinte: "Mein neuer Copilot scheint nicht damit einverstanden zu sein, er wollte unbedingt Kurs direkt über dieses Gebiet nehmen, angeblich weil es schneller ..."
"geht." wollte er noch sagen, da war auch schon der Copilot aufgesprungen und wollte dem Kapitän ein Messer an die Kehle setzen. Aber er kam nicht dazu. Monica setzte eine ihrer berüchtigten Griffe an, der Copilot wurde ohnmächtig. Monica rief nach hinten: "Schwestern, es gibt Arbeit!".
Sofort stürmten die Drei das Cockpit, verschnürten den Copiloten und klebten ihm den Mund zu. Da steckte auch der Imperator den Kopf ins Cockpit und sah den verschnürten Copiloten, der immer noch ohnmächtig am Boden lag.
"Ist der auch hin? Ihr wolltet ihn doch leben lassen!"
"Nö, Monica hat ihn nur betäubt. Sobald er wach wird, ziehen wir ihm die Hosen aus, wahrscheinlich trägt der auch so lange Dinger."
"Aber lasst ihn leben, ich habe die richtige Strafe für ihn!"
Es dauerte auch nicht lange, da schlug der Gefesselte die Augen auf. Er sah in die Gesichter der Frauen, die sich interessiert über ihn beugten. Er wollte schreien, das ging nicht, das Pflaster.
Dann öffnete die Blonde seine Gürtelschnalle und zusammen mit der Rothaarigen zogen sie ihm die Hose aus. Er wehrte sich mit aller Kraft und strampelte wie verrückt. Da berührte ihn Monica mit der Zehenspitze am Solarplexus, er wurde steif, und er lag ohne Beinkleider da.
Der Imperator sah die langen Unterhosen: "Tatsächlich! Noch so einer! Also, Mädels, den verpackt ihr mir ganz sorgfältig. Das wird der Superstar für Drei-Icks!"
Der Copilot wurde nochmal verschnürt und dann nach hinten geschleift. Vorher beschnüffelten ihn die Sprengstoffhunde, und sie spürten Sprengstoff auf. Der Typ trug tatsächlich mehrere Sprengstoffstangen unter seiner Uniform, die mit einander verkabelt waren. Und es gab einen Empfänger. Der Experte untersuchte ihn und schüttelte den Kopf: "Da gibt es einen Empfänger für ELF-Signale. Das verwenden normalerweise nur Militärs. Und dann einen zweiten Sender für Satellitenfunk, aber für Frequenzen, die nur dem Militär vorbehalten sind. Seltsam, seltsam. Ich werde die Ausgangstufen der Empfänger lahmlegen und ihr sucht das ganze Flugzeug ab, ob ihr noch mehr Sprengstoff findet."
Die Hunde wurden noch einmal fündig, in der Bordküche. Zur Sicherheit wurde auch noch der Frachtraum durchsucht: negativ. Inzwischen hatte der Kapitän dem Tower einen Code durchgegeben, es wurde sofort Alarm ausgelöst und Löschfahrzeuge fuhren heran, für den Fall das der Airliner explodiert. Soweit kam es nicht.
Die Hundeführerin war sich sicher, es gab keinen weiteren Sprengstoff im Flugzeug. Der Imperator fragte Monica: "Und du meinst, wir sind jetzt sicher?"
"Gib mir deine Handkommunikation, ich rufe meine Kleine Schamanin an."
Sie erzählte ihrer Freundin, was passiert war und dass sie den falschen Copiloten gefesselt hatten. "Passt ja auf diesen Typen auf, das ist ein Selbstmordattentäter, dem haben die das Paradies versprochen, er ist zu allem fähig. Habt ihr überprüft, ob er einen Sender bei sich hat, der regelmäßig Signale von sich gibt? Seine Auftraggeber wollen diesmal auf Nummer sicher gehen. Aber ich denke, ihr seid sicher und könnt starten."
Die Flughafenleitung war erleichtert, dass es sich offensichtlich um einen falschen Alarm handelte und zog die Löschfahrzeuge ab. Die Frauen, die Hundeführerin mit ihren Hunden und der Bombenspezialist verließen das Flugzeug, die Gangway wurde eingefahren und der Tower gab Startlaubnis.
Der Kapitän meinte, dass er keinen Copiloten brauche. Die Strecke schaffe er auch alleine. Kaum war der Airliner in der Luft, bestellte Monica bei den Stewardessen zwei Cognac: "Lass uns anstoßen, die Gefahr ist vorüber ..."
Mit dankbaren Augen stieß der Imperator an und seufzte: "Monica, wenn ich dich nicht gehabt hätte! Wie kann ich dir nur danken? Und deiner Kleinen Schamanin?"
"Sie ist zur Zeit etwas knurrig. Da hat sie doch vor vielen Wochen einen Termin vereinbart mit einem Direktor einer Einrichtung der Evangolen. Wegen einer Lesung ihres Buches. Und dann sollte die Werbung beginnen, da hat ein Feld- und Wiesendekan sein Veto eingelegt."
"Ha, wenn es weiter nichts ist, dem reiße ich den Arsch auf! Was sind überhaupt Evangolen? Ist das eine Sekte?"
"Die Katholen sagen Ja, die nennen die auch Protester, weil sie gegen die Katholen protestiert haben."
"Dann sind sie mir unsympathisch. Meine Familie war alles Katholen! Und diese Protester müssen ja komische Leute sein."
"Im Krautland hatten sie Führer, der hat die Kirche der Evangolen gegründet. Er hat behauptet, dass seine Eltern arm waren. Sein Vater war Kaufmann und nannte sich Luder. Der Evangolengründer legte sich den Namen Luther zu. Und so arm können die nicht gewesen sein, Historiker haben einen Abfallschacht der Luders gefunden, da waren fast nur Geflügelknochen drin ..."
"Ach Monica, das ist doch immer dasselbe bei diesen Sekten. Am Anfang steht meist mindestens eine Lüge."
Dann nickten beide ein. Sie wachten erst wieder auf, als das Bordessen serviert wurde. Schweigend aßen sie. Dann fragte der Imperator: "Du wolltest mir doch von einer Kuckuckstochter erzählen, vielleicht gibt das einen Stoff für meine Filme."
Monica warnte ihn: "Aber das ist ziemlich lange. Du weißt ja sicher, dass die Krauts einst im einem vergangenen Jahrhundert gleich zwei Kriege geführt haben, gegen den Rest der Welt. Den ersten haben sie verloren. Und die Sieger hatten ihnen verboten, wieder Waffen und Flugzeuge zu bauen. Da fingen die Krauts an, mit Raketen zu experimentieren. Anfangs lachten die Siegermächte darüber und nahmen es nicht ernst. Aber als die Raketen immer schneller und größer wurden, da war es zu spät. Und die Krauts brachen den Zweiten Krieg gegen den Rest der Welt vom Zaun."
"Ja," unterbrach sie der Imperator, "das muss die Zeit des Duce gewesen. In meiner Familie kämpften viele für den Duce."
"Die Krauts hatten eine Geheimorganisation, die immer junge technische Talente suchte. Da gab es einen jungen Adolf Kippmann, der damals bei den Habichtwerken Lehrling war. Seinem Meister fiel er wegen seiner Begabung auf, sie meldeten es dem Blockwart und der dem Gauleiter. Und so erfuhr die Geheimorganisation davon, sie holte diesen jungen Adolf nach Peenemünde, dort bauten die Krauts ihre Raketen, die sie auf die Hauptstadt der Insel der Anglaner richteten.
"Dieser Adolf war groß, blond und blauäuig und passte damit in das arische Zuchtschema. Er war deshalb zum Reichsjunker vorgesehen und nahm regelmäßig an Vorbereitungskursen in der Burg der Wewel teil."
"Moment, was sind denn Reichsjunker?"
"Die waren für die Nachzucht vorgesehen. Mit großen, blonden und blauäugigen Frauen."
"Uih, diese Szenen können wir in den Drei-Icks-Studios drehen. Das sprengt alle Superlative. Wenn das kein Knüller wird. Da kann meine Konkurrenz einpacken. Das wird ein Straßenfeger. und, wie geht es weiter?"
"Naja, dieser Adolf Kippmann wird dann Oberfeuerwerker und überlebte den Krieg der Krauts. Danach arbeitete er wieder bei den Habichtwerken und wurde da sogar Chefkonstrukteur. Und er setzte die Technik der Raketen bei den Nähmaschinen der Habichtwerke ein."
"Was, sind da die Nähmaschinen in die Luft geflogen?"
"Nein, das nun nicht!", lachte Monica, "die Krauts hatten ihre Raketen mit Druckluft gesteuert und das setzte Adolf Kippmann bei seinen neuen Nähmaschinen ein."
"Prima Idee, das ist wie bei den Bremsen beim Auto. Die ganz alten Autos, da wurden die Bremsen mit Seilen betätigt, war ziemlich anfällig."
"Diese Nähmaschinen wurden sehr berühmt, denn sie liefen viel schneller und ruhiger. Die Habichtwerke stellten ihre Maschinen im östlichen Krautland auf einer Mustermesse aus. Und zwar in Leibschg. Das gehörte damals zu den Reußen. Die wollten auch so schnelle Maschinen haben. Also forschten sie Adolf Kippmann aus und fanden eine schwache Stelle. Obwohl er einst für die Nachzucht arischer Kinder, also blond und blauäugig, eingesetzt werden sollte, stand er aber besonders auf exotische Frauen. Ein Oberst der Reußenarmee hatte ein Verhältnis mit einer sehr rassigen Mongolin, die wurde ins östliche Krautland geschickt und auf diesen Adolf Kippmann angesetzt.
"Und ich weiß schon wie es weitergeht!" sagte ganz aufgeregt der Imperator. Er hüpfte geradezu in seinem Sessel herum: "Die Mongolin geht mit ihm ins Bett, das drehen wir wieder im Studio Drei-Icks, und der Mann verrät alle Betriebsgeheimnisse. Da stecken wir ein Mikrofon in die Matratze und unterm Bett steht ein riesiges Tonbandgerät, so ein richtig altertümlicher Kasten."
"Stimmt", meinte Monica trocken, "aber es geht noch weiter!"
"Halt, das reicht für einen Film!"
"Wieso denkst du immer an einen Film? Du sollst einen Straßenfeger produzieren. Mach doch eine Serie draus, wird einmal die Woche gesendet. Was meinst du, wieviel Zuseher da vor den Fernsehern sitzen, Woche für Woche."
Der Imperator stutzte. "Monica, das ist die Idee! Aber hast du soviel Stoff für viele Serien?"
"Aber sicher! Willst du wissen wie es weitergeht?"
"Na klar! Erzähl weiter!"
"Die Mongolin wird von Adolf Kippmann schwanger, sie muss die Armee der Reußen verlassen und kehrt zu ihrer Sippe zu den mongolischen Nomaden zurück."
"Das ist gut, ich hab dir doch von dem verrückten Mongolenfilm erzählt, da haben wir noch den ganzen Kram, den können wir dafür verwenden."
"Dort bringt sie ein Mädchen zur Welt, aber leider blond und blauäugig! Das ist eine Schande für sie, sie ist ja die Tochter eines Stammesfürsten."
"Das ist auch gut! Auf Adel und Fürsten und solche Leute sind die Zuschauer immer wild! Ich weiß auch nicht warum."
"Das lenkt halt schon von der eigenen schlechten Lage ab," meinte Monica trocken.
"Das wird es wohl sein," murmelte der Imperator und fuhr fort: "Hast du dir das alles ausgedacht?"
"Nein," lachte Monica, "das ist die Lebensgeschichte meiner Kleinen Schamanin."
"Was? Da haben wir ja eine echte Zeitzeugin! Die können wir dann fürs Marketing einsetzen."
"Ich glaube nicht, sie ist etwas scheu und außerdem machen die Evangolen gerade Jagd auf sie und wollen ihr Buch verhindern."
"Was? Sie hat ein Buch geschrieben? Das musst du mir aber vorlesen."
"Dann muss ich es vorher übersetzen, es ist in deitsch geschrieben."
"Macht nichts, ich kann warten."
Da meldete sich der Kapitän: "Wir befinden uns kurz vor dem Gebiet. Ich biege jetzt nach Süden ab und umfliege es südlich."
Wenig später war ein schriller Pfeifton zu hören, aus verschiedenen Richtungen. Monica stand auf und ging in die Bordküche und schaltete die Empfänger ab. Und auch zu den anderen Stellen, an denen sie Bomben gefunden hatten. Dann öffnete sie die Tür zum hinteren Frachtraum, eine Gestankswolke quoll ihr entgegen. Der verschnürte Typ hatte sich in die Hosen gemacht. Sie suchte voller Ekel nach den Empfängern und schaltete sie aus.
Das Pfeifen verstummte, nur noch ein Piepsen war zu hören. Sie erschrak. Hatte der Experte etwas vergessen?
Es kam aus dem Teil, in dem die Stewardessen ihre Kleidung aufbewahrten. Zielstrebig tastete Monica die Stapel ab und wurde fündig: eine Handkommunikation, bei der der Akku kurz vor dem Enladen stand ...
Der Imperator fragte: "Was hast du gemacht?"
"Der Experte hat ja die Empänger laufen lassen und wenn ein Signal zum Zünden kommt, dafür hat er den Pfeifton eingebaut. Jetzt wissen wir, was unserer Freunde vorhatten. Wir sollten geradewegs in dieses Gebiet hineinfliegen. Und dann hätte es geknallt. Da sind schon viele Flugzeuge verunglückt. Da bestehen große Anomalien im Magnetfeld der Erde und die elektronischen Geräte fangen an zu spinnen. Da hätten wir kaum überlebt."
wird fortgesetzt ...
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