Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Forchheim, September 2009, ein Wohnhaus mit einem Dutzend "Wohnungen", jede Wohnung besteht nur aus einem Zimmer. Da stirbt ein Mensch in seinem Zimmer.
Niemand will etwas merken. Es stinkt, Verwesungsgeruch wird immer heftiger, sagt die Putzfrau. Der Briefkasten quillt über, nun ja, der Mieter leert halt nicht. Endlich, nach einem Jahr, September 2010: Erst jetzt alarmiert die Vermieterin die Polizei, die lässt die Wohnung öffnen und findet in dieser "Wohnung" den Mieter, als Mumie.
Dann hieß es, dieser Mieter habe absolut keinen Kontakt zu anderen Menschen gehabt. Zu keinem anderen Menschen? Gab es keine Verwandten, keine Bekannten, unvorstellbar. Der Mann hatte keine Arbeit. 47 Jahre alt. Nach Angaben der Polizei war der Mann krank. Offenbar hat sich niemand um ihn gekümmert.
So springt diese Gesellschaft mit Menschen um. Wer kein "Leistungserbringer" mehr ist, der wird wie der letzte Dreck behandelt. Nicht einmal das, er wird überhaupt nicht behandelt, einfach in seinem Elend liegengelassen. Und was das Schlimmste ist, niemand vermisst ihn!
(C) Copyright 2004-2010 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.