Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Am Sonntag besuchte mich kurz eine Bekannte, sie hatte Kontakt zu Frauen aufgenommen, die sich selbst Hexen nannten.
Und da kam sie immer wieder zu mir, wenn sie mit ihrer christlich-protestantischen Erziehung Probleme hat. "Wieso gehtst du mit deinen Fragen nicht zu deinem Pfarrer?"
"Eigentlich eine Pfarrerin, aber die versteht keinen Spaß. Einmal wurde sie richtig böse mit mir. Und du erklärst das meistens. Du ergreifst auch nicht Partei für oder gegen etwas."
"Worum geht es denn heute?"
"Um Mabon. Kennst du das?"
"Ja, das gehört zu den acht Jahresfesten des modernen Hexentum, es wird am 23. September gefeiert. Das ist der Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind und dann werden die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger."
"Da steckt also nichts Teuflisches dahinter?"
"Nein, da kannst du beruhigt sein, genau genommen, ist das ein astronomischer Termin. Und du kannst da alles Mögliche hineininterpretieren. Oder du nimmst es als Anlass zum Feiern. Ich habe in meinem Blog einmal darüber geschrieben. Komm, wir setzen uns an den PC, ich suche mal. Du, da gibt es sogar zwei Artikel darüber:
"Einen über Lichtmess, da steht, dass der Name Mabon mittelalterliches Walisisch ist und noch ein Artikel."
"Ach, da hast du auch geschrieben, dass das so um 1960 in den USA aufkam. Mir haben die Frauen immer erzählt, dass das Hexentum sehr alt ist, viel älter als das Christentum."
"Das mag sein, aber wenn du nach den Quellen fragts, dann gibt es viele Lücken."
"Eine hat gemeint, ich sollte mich mit der Götterwelt der Kelten befassen, nur dann werde ich eine richtige Hexe."
"Da hast du dir aber etwas vorgenommen. Warte mal, bei Wikipedia gibt es eine Seite mit den keltischen Gottheiten. Da schau dir diese Liste an."
"Das ist ja Wahnsinn! Soviel Götter hatten die? Das soll ich alles auswendig lernen? Die hat ja wohl einen Knall."
"Druck dir das zu Hause aus und wenn ihr euch wieder trefft, dann kannst du sie ja mal testen."
"Genau, das werde ich machen!", gluckste sie.
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