Da gibt es in Cadolzburg ars vivendi, einen Verlag. Er verlegt angeblich nur fränkische Autoren. Aber drucken lässt er in China ...
Wie finde ich das? Gibt es denn nicht genügend deutsche Druckereien? Aber nein, da muss ein Auftrag nach China vergeben werden. Das machen ja auch die Kommunen, wenn sie Pflastersteine brauchen. Auch die kommen aus China, weil sie da ja so billig sind. Na klar, so manche der Granitsteine kommen aus Gefängnissteinbrüchen! Wer weiß, wieviel Blut und Tränen an solchen Steinen hängen?
Und ob solche Importe aus China wirklich günstiger sind, da gibt es schon Geschichten, die daran zweifeln lassen. So hatte einst die Stadt Ansbach Pfastersteine bestellt, für ihren Vorplatz zum Theater. Aber da war der Wurm drin, nicht beim Theater, sondern bei den Steinen. Erst einmal kamen die Steine ewig nicht an. Das Schiff, das ganz tief unten die Steine geladen hatte, hatte Probleme mit einem afrikanischen Hafen. Also lag das Schiff monatelang vor Anker.
Als dann endlich die Steine in Ansbach ankamen, stellte man fest, dass diese Steine viel zu glatt waren, also ganz anders als die bestellten. Also musste der Importeur diese Steine abtransportieren, sie wurden dann mit Stahlkugeln beschossen, damit sie wieder rau wurden. Unglaublich, aber wahr! Das sind so die Auswüchse der Globalisierung!
Zurück zum Verlag. Als ich das gelesen habe, beschloss ich, Bücher dieses Verlages nicht mehr zu kaufen. Ich möchte nicht zum wirtschaftlichen Tod von deutschen Druckereien beitragen. Und wer weiß denn, dass die Bücher aus China nicht auch in einer Gefängnisdruckerei hergestellt wurden? Vielleicht noch von Menschen, die in einem Schauprozess ungerecht verurteilt wurden? Oder nur deshalb ins Gefängnis kamen, weil sie ihre freie Meinung vertreten haben?
Nein, solches Unrecht unterstütze ich nicht!
Und dass dieser Verlag jetzt auch noch Non-Food-Artikel wie Geschenkartikel und Süßigkeiten ins Programm aufnimmt! Das fehlte noch, Bücher wie Non-Food-Artikel vermarkten! Mich schauderts!
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