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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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GLOSSE: Die FliegenSchissPartei

FliegenSchissPartei? Wer oder was soll das sein? - Nun, das sind die Neuen Gelben. Das heißt, so neu sind sie nicht, eigentlich sind sie immer noch gelb - neuerdings gelb vor Ärger! Ja, sie ärgern sich, dass sie so klein geworden sind - eben wie ein FliegenSchiss!

Aber sie sind nicht unbedeutend! Ja, sie haben eine neue Strategie! Weg von dem leidigen Personalwechsel - jetzt wurde nur ein einziger Buchstabe ausgewechselt: Aus FDP wird FSP - eben die Fliegenschisspartei! Und gerade am Faschingssonntag landete dieser Fliegenschiss seinen ersten Coup: 

Sie schlugen als Koalitionspartner den neuen Bundespräsidenten vor. Nun ja, eigentlich war dieser Kandidat ein alter Bekannter - er hatte ja einst gegen Christian Wulff kandidiert und war erst im dritten Wahlgang unterlegen. Die Halbwertszeiten der beiden letzten Bundespräsidenten wurden ja immer kürzer. Gerade der letzte strahlte nur ganz kurz.

Deshalb musste ein neuer Kandidat her - einer mit einem Heiligenschein - auch Bürgerrechtler genannt! Aber in Wirklichkeit ist das ein Neoliberaler - ein Verfechter des Kapitalismus! Deshalb ein Lieblingskind der Gelben, da ist es nur logisch, wenn die FliegenSchissPartei ihn als Kandidat vorschlägt - passend an den Tollen Tagen!

Und die Kanzlerin hatte keine Wahl: Hätte sie den Kandidaten abgelehnt, hätte sie den Fliegenschiss verärgert und ihre Koalition wäre endlich geplatzt. Aber dann hättem sie ihre Macht verloren. Also beugte sie sich notgedrungen dem Diktat eines gelben Fliegenschisses!

Und sie schluckte diese gelbe Kröte - es ist ihr sichtlich schwer gefallen - es hat ihr offensichtlich überhaupt nicht geschmeckt. So tief sanken ihre Mundwinkel noch nie!

Und am Sonntag wird der neue Kandidat gewählt - ein richtiges Kasperletheater - passend für diese Form der Postdemokratie. Diese Republik hatte mit den beiden letzten Kandidaten zwei Bundespräsidenten, einen, der sich öfters weigerte, Gesetze zu unterschreiben. 

Wann hat es das früher gegeben, ein Präsident ist doch nur zum Repräsentieren da, und nicht zum Nachdenken! Ja, bei diesem neuen Präsidenten besteht diese Gefahr der Verweigerung der Unteschrift für Gesetze wohl kaum. Es sei denn, es geht um Hartz IV Bezieher. Wenn die noch mehr Geld erhalten sollten, dann wird der neue Präsident wahrscheinlich seinen Kopf schütteln. Er ist ja der Meinung, dass die Hartz IV Bezieher sowieso viel zu viel Geld bekommen. In der DDR gab es überhaupt gar kein Hartz IV! Das muss auch mal gesagt werden!

Und in aller Eile wurden Wahlfrauen und Wahlmänner zusammengetrommelt. Für die Bundesversammlung! Der Bundespräsident wird ja von der Bundesversammlung gewählt, nicht vom Volk! Die Allierten hatten damals Angst, als die besiegten Deutschen sich ein Grundgesetz ausdenken durften. 

Ja, sie hatten Angst, dass die unverbesserlichen Deutschen sich wieder einen Führer wählen. Also wurde etwas eingeführt, was die Amerikaner heute noch praktizieren: Wahlmänner. Diese Wahlmänner sind ein Relikt aus der Sklavenzeit. Wie wir alle wissen, wurden die Sklaven dumm gehalten, ja sogar zu dumm zum Wählen.

Und um zu verhindern, dass sie einen der ihren wählen, wurden Wahlmänner aufgestellt, die dann für die Sklaven wählen. Und so ist es auch heute immer noch. 

Aber es gibt doch heute keine Sklaven mehr! 

Wirklich? Und was sind dann die vielen Minijobber und die Menschen, die zu Niedrigstlöhnen arbeiten müssen? Aber zurück zur Bundesversammlung. Die Hälfte der Wahlfrauen und -männer sind die Bundestagsabgeordneten, die wenigstens sind vom Volk gewählt. Und die andere Hälfte besteht aus Prominenten. Also aus der angeblichen Elite. 

Manche sind derart prominent, dass sie bisher gar nicht aufgefallen sind. Aber ein Novum hat diese Bundesversammlung: Da sind auch zwei Piraten darunter - von den Berliner Piraten: Sie haben bei dieser Wahl ein Problem: Sie müssen sich entscheiden zwischen Pest und Cholera. Vielleicht enthalten sie sich auch?

Denn die Show muss weitergehen: Es muss einen Gegenkandidat oder -kandidatin geben. Und um nun die Farce einer Demokratie aufrecht zu erhalten, machten die LINKEN mit - sie lieferten die Gegenkandidatin. Die von vorneherein keine Chance hat. Aber das war ja bei den letzten Präsidentenwahlen immer so, die Kandidaten der LINKEN waren immer chancenlos. 

Einmal hatten sie sogar einen Fernsehkommissar als Kandidaten, der klar erkannte, dass er sich zwischen einem "schauspielernden Politiker" und einem "politischen Schauspieler" entscheiden muss.

Eine Frage stelle ich mir schon: Wenn nun der Kandidat zum Präsidenten gewählt ist, welche Frau wird an seiner Seite stehen? Die Frau, mit der er immer noch verheiratet ist? Oder die Frau, mit der er zusammenlebt? Oder mit beiden? Eine links, eine rechts?

Quelle: SPIEGEL ONLINE Diese Promis wählen den Präsidenten

Schmierentheater der Demokratie


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