Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Im Artikel "EHEC und die Schuldschieber" haben wir erfahren, wie die Schuld an EHEC bis nach Ägypten geschoben wurde. Die Ägypter bekamen das gar nicht so mit. Grund: Sie machen zur Zeit Revolution!
Aber die Praktikantin, die diesen Bockshornkleesamen gefunden oder erfunden hatte, machte Karriere. Sie wollte sich verändern, ihr Chef, der EU-Schuldschieber war ihr zu unsicher geworden, also nahm sie eine Einladung eines Mannes an, von dem sie wusste, dass er als Lobbyist für die Pharmaindustrie erfolgreich im EU-Dschungel tätig ist.
Nach dem Essen unterhielten sie sich - ja, worüber unterhalten sich karrieresüchtige Menschen? Über die Arbeit. Und sie stellte sich natürlich ins rechte Licht: Sie habe diese Sache mit dem Bockshornkleesamen herausgefunden! Sie allein!
Da wurde der Lobbyist sehr hellhörig. Er hatte nämlich gerade ein Problem zu lösen. Einer seiner Auftraggeber war ein pharmazeutischer Hersteller für Haarwuchsmittel. Nun, dieses Mittel hatte zumindest keine Nebenwirkungen wie viele andere Mittel - aber sonst auch keine Wirkung. Die Glatzen blieben.
Und die Vertreter der Firma kamen ohne Aufträge zurück. Sie jammerten, dass ihnen die Klosterbrüder und -frauen ins Handwerk pfuschten! Wie denn das? Ja, da gab es Klöster, die hatten geheime Unterlagen über ein Würzkraut und darin stand, dass dieses Kraut sehr gut gegen Haarausfall helfe.
Ja, schlimmer noch, die Drehbuchautoren für eine Klosterserie, die im ARD-Fernsehen lief, bauten das in eine Folge ein. Und retteten damit ihr Kloster vor dem finanziellen Ruin. Also, da hatte der Lobbyist den Auftrag bekommen, die ARD finanziell zu "überzeugen", eine andere Folge zu drehen, in dem dieses klösterliche Haarwuchsmittel als Täuschung und Enttäuschung dargestellt werde.
Nur die Kirche wehrte sich natürlich, weil eine Urkunde auftauchte, in der ein Papst bestätigte, wie das alte Klosterrezept so gut wirke. Und die Klosterschwester, die dieses Wunderkraut gefunden hatte, sollte gar selig gesprochen werden! Und bei dem Kraut handelte es sich um Bockshornklee. Und da ein Papst ja unfehlbar ist, konnten die Erfolge dieses Krauts nicht so einfach geleugnet werden.
Da kam dem Lobbyisten die Geschichte mit dem EHEC sehr gut zu Hilfe. Als die Praktikantin auf der Toilette war, rief er seinen Auftraggeber an und teilte ihm mit, dass er morgen eine Lösung präsentieren werde. Sein Auftraggeber war hoch erfreut und garantierte ihm bei Erfolg eine saftige Bonuszahlung!
Lobbyist und Praktikantin verbrachten die Nacht zusammen - beide karrieresüchtig verzichteten sie auf Sex, sie bastelten zusammen eine Powerpoint-Präsentation für den nächsten Morgen. Diese Präsentation wurde ein riesiger Erfolg: Die anwesenden Marketingleiter wurden eingeschworen, wie giftig - ja sogar tödlich - dieser klösterliche Bockshornkleesamen in Wirklichkeit sei! Und die EU-Administraion sah sich in ihren Entscheidungen bestätigt, solche Naturheilmittel zu verbieten.
Und mit dem Totschlagargument EHEC wurde auch den Verfechtern der Naturheilmittel endlich der Mund gestopft. Lobbyist und Praktikantin heirateten und wenn sie nicht gestorben sind, lügen sie noch heute ...