Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Im Westen Rumäniens gibt es die Stadt Temeswar. Jedes Jahr am Fest der Heiligen Drei Könige stehen vor den Kirchen lange Warteschlangen. Da warten die Gläubigen auf ihr gesegnetes Wasser.
In diesem Jahr brauchte sich wegen dem gesegneten Wasser niemand anstellen - dank einem Priester Zaharia. Dieser Priester dachte an die vielen kranken und bettlägrigen Mitglieder seiner Gemeinde, die nicht den Gottesdienst besuchen konnten. Da hatte er die Lösung:
Er segnete alle Trinkwasserreservoirs - und auch die Kläranlage der Stadt - und wenn jemand in seinem Haus oder seiner Wohnung den Wasserhahn aufdreht, bekommt er gesegnetes Wasser. Das ist doch eine geniale Idee! Die ist ausbaufähig! Da jammern hierzulande die Kirchen, dass immer weniger Menschen in die Kirche gehen.
Ja, liebe Kirchenleute, ihr müsst zu den Menschen gehen - direkt in ihre Wohnungen, direkt in ihre Häuser. Und vielleicht ist das auch eine Lösung des Personalnotstandes vor allem in der katholischen Kirche. Das Zölibat bringt ja immer mehr Menschen davon ab, Preister zu werden resp. zu bleiben. Da kann dann ein einziger Priester alle Kunden eines Wasserwerkes auf einen Schlag segnen. Und die kommunale Wasserversorgung zieht dann im Auftrag der Kirche die Kosten für diesen Segen ein. So gelangen ein paar Scherflein in den Klingelbeutel.
Das lässt sich natürlich auf andere Versorgungsnetze ausdehnen: Wie wäre es mit dem Segen aus der Steckdose? Oder aus dem Gashahn? Gerade bei Strom, der mit Kernkraftwerken erzeugt wird, wäre doch ein Segen angebracht. Dann haben die Menschen keine Angst mehr vor der Atomenergie, der damit erzeugte Strom ist ja gesegnet, schadet also auf keinen Fall - im Gegenteil.
Die neoliberalen Raubtierkapitalisten haben ja dafür gesorgt, dass die Unterschichten geistig ins frühe MIttelter zurück verfrachtet werden - da haben ja die meisten Menschen den kirchlichen Vertretern geglaubt - ohne Widerspruch.
Und wenn es immer noch Ungläubige geben sollte, nun, dann brennen eben wieder die Scheiterhaufen.
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