Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Da erfuhr ich von einer Frau, sie fragte ihren Pfarrer, ob sie abends in einem der Räume Yoga-Kurse abhalten könne.
"Nein, Yoga ist teuflisch!" war die Antwort des Pfarrers.
Irgendwie kommt es mir vor, dass der Teufel eine bequeme Ausrede ist, um etwas abzulehnen, ohne sich näher damit auseinander zu setzen. Was soll an Yoga teuflisch sein? Weil es aus Indien kommt? Und weil Inder Kühe verehren? Oder weshalb?
Wahrscheinlich weiß es dieser Pfarrer selbst nicht, also holt er den Teufel aus der Bannkiste. Und damit basta! Es gibt auch andere, die machen sich jedenfalls die Mühe und suchen eine Begründung in der Bibel, vorzugsweise im Neuen Testament, zum Beispiel Apostelgeschichte 4, Vers 12: "Jesus Christus und sonst keiner kann die Errettung bringen!"
Hmm, was heißt Errettung? Wovor will jemand, der Yoga-Übungen macht, errettet werden? Wenn jemand zum Beispiel ruhiger und gelassener werden möchte, darf er da kein Yoga betreiben? Soll er sich stattdessen an Jesus Christus wenden?
Oder hat die christliche Kirche einfach Angst, dass jemand mit Yoga seine Probleme erfolgreich meistert und löst? Ganz gleich, was unter "Errettung" verstanden wird, diesen absoluten Anspruch, dass nur Jesus Christus diese Errettung bringen kann, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt ja neben den christlichen Religionen auch andere, bringen diese dann keine Errettung?
Gewiss, da ist es doch viel einfacher, solche Fragen gleich als teuflisch zu brandmarken!
Vielleicht schaut sich der Pfarrer mal das Interview mit Janosch an: