Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Das dachte ich mir, als heute abend das Telefon schrillte. Zunächst nur Schnaufen, dann polterte die Stimme - männlich - los: Sie beschimpfte mich - das zu zitieren, erspare ich mir und meinen Leserinnen und Lesern. Und dann wurde mehrmals wiederholt: "Ich lasse mir nicht mein Geschäft kaputt machen, du ...!"
"Was für ein Geschäft?"
Pause. Dann "Du mit deinem Biostrom aus Bakterien! Dann braucht doch niemand Biogasanlagen! Ich habe soviel reingesteckt! Ich verbiete dir, solche Artikel zu schreiben!"
Ach, daher wehte der Wind: Da hatte ich kurz vorher den Artikel über Gülle aus Biogasanlagen veröffentlicht, und gleich danach ein Anruf! Menschenskinder, da müssen doch immer Menschen lauern, was ich schreibe. Haben die nichts Besseres zu tun?
"Wieso solltest du mir etwas verbieten können. Und den wissenschaftlichen Fortschritt wirst auch du nicht aufhalten."
"Doch! Ich kenne viele Abgeordnete. Uns fällt schon etwas ein, wie wir dich fertigmachen!" Er brüllte. Ich legte der Hörer zur Seite. Nach fünf Minuten hatte er aufgelegt.
Tja, so dumm können Menschen sein. Aber das ist typisch. Diese Menschheit ist es selbst, die sich das Leben schwer macht! Ja, kein Fortschritt. Alles muss so bleiben wie es war! Da schimpfen manche über die Milliardäre wie Rockefeller et al. Aber die kleinen Biogasbauern sind ja auch nicht besser.
Wenn sie hören, dass es vielleicht bessere Methoden zur Stromgewinnung gibt, dann werden sie gleich nervös. Und fangen das Zetern an.
Und dieser Biogasbauer vergisst eines: Biogasanlagen sind nicht ungefährlich und können explodieren: