Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Immer wieder werde ich gefragt, ob ich in die Mongolei reise. Schließlich bin ich da aufgewachsen.
Wer mein Buch kennt, weiß, dass ich mit der Mongolei abgeschlossen habe. Die Mongolei, die ich erlebt habe, gibt es längst nicht mehr. Und wenn ich dann in die internationale Presse schaue, dann möchte ich diese Mongolei nicht sehen. So berichtete beispielsweise der österreichische Standard von Neonazis in der Hauptstadt Ulan Bator.
Da gibt es eine Bewegung "Weißes Hakenkreuz", die USA warnen vor Reisen in bestimmte Gegenden. Grund: da werden Paare angegriffen, wenn der Mann Ausländer und die Frau Mongolin ist.
Und es gibt eine Gruppe "Blaue Mongolei", die rasiert Mongolinnen den Kopf, wenn sie sich mit Chinesen einlassen. Wenn ich da Worte wie "Wenn sich unser Blut mit Ausländern mischt, werden wir zerstört" lese, nein, ein solches Land will ich nicht sehen. Und ein solches Land möchte ich nicht bereisen. Das hat mit der Mongolei, wie ich sie erlebt habe, wirklich nichts zu tun.
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