Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Folgender Fall: Ein Pfleger arbeitet im Krankenhaus, angestellt bei der Caritas, also ist die katholische Kirche sein Arbeitgeber. Nun hat dieser Pfleger ein Hobby: Er schreibt und veröffentlicht satirische Texte über den Papst - unter Pseudonym.
Sein Pseudonym wird enttarnt - sein Arbeitgeber ist der Meinung, dass der Pfleger öffentlich den Papst beleidigt hat. Der Arbeitgeber droht mit der fristlosen Kündigung. Aber dann schließt er mit dem Pfleger einen Aufhebungsvertrag.
Der Pfleger meldet sich arbeitslos, die Arbeitsagentur müsste ja Arbeitsgeld zahlen. Nein, meint sie, und sperrt ihn für zwölf Wochen! Erst dann gibt es Geld. Diese Causa landet vor dem Landessozialgericht von Baden-Württemberg und die Richter geben der Arbeitsagentur Recht.
Begründung: Wer bei einer kirchlichen Einrichtung angestellt ist, müsse sich auch außerdienstlich so verhalten, dass kein Widerspruch zu den Grundsätzen des Beschäftigungsbetriebs entstehe.
Ich habe den Eindruck, dass die Auslegung der Sozialgesetze in dieser Republik immer mehr zurück ins Mittelalter fallen. Das Recht auf freie Meinung? Das gibt es nicht mehr! Die Mitarbeiter haben zu parieren, wer das Maul aufmacht, steht auf der Straße. Oder wird abgestraft und kriegt kein Geld!
Wohlgemerkt, ich mache den Richtern keinen Vorwurf - sie halten sich punktgenau an die Gesetze. Nur sind das schlechte Gesetze! Das zeigt sich immer wieder. Gerade die Sozialgesetzgebung - da wimmelt es von Widersprüchen - die Sozialgerichte sind überlastet. Gerade die Bescheide der Agenturen werden angefochten, zwei Drittel der ausgestellten Bescheide werden von den Sozialgerichten beanstandet!
So, jetzt stellen wir uns mal vor, es gebe das bedingungslose Grundeinkommen. Das würde die Auswirkungen abfedern. Die katholische Kirche als Arbeitgeber entlässt den Pfleger oder beide einigen sich zu einem Aufhebungsvertrag. Aber der Pfleger hat ja immer noch sein Grundeinkommen. Er kann sich in Ruhe einen anderen Arbeitnehmer suchen.
Er wird also nicht "bestraft", weil er den Papst angeblich beleidigt hat. Er kann weiterhin seine freie Meinung äußern. Aber genau das ist einer der Gründe, weshalb die derzeit herrschende Elite das bedingungslose Grundeinkommen fürchtet wie der Teufel das Weihwasser: es gibt dann keine finanzielle Druckmittel mehr, um kritische Menschen gefügig zu machen!
Mit einem bedingnungslosen Grundeinkommen können Menschen ohne Druck der Behörden in Würde - jedoch bescheiden - leben. Was machen sie dann den ganzen Tag? Hängen sie nut an der Bierflasche? Oder bilden sie sich weiter? Informieren sie sich? Erkennen sie Zusammenhänge?
Das sind ja Horrorvorstellungen für die heutige Elite, ein mündiges Volk, das gebildet ist, das Bescheid weiß, das sich nicht mehr wie bisher manipulieren und dressieren lässt!
Deshalb wird die zahlenmäßig kleine Elite alles daran setzen, das bedingungslose Grundeinkommen zu verhindern! Ja, deshalb hat ja die Bundeskanzlerin angeboten - einen Mindestlohn von 6,90 Euronen pro Stunde! Sie meint, sie könne damit das bedingungslose Grundeinkommen verhindern.
Nein, damit können sie und andere nichts verhindern. Denn es gilt immer noch: WIR SIND DAS VOLK!
Quelle: taz.de Papstsatire führt zu Sperre von ALG
Diesen Link schickte mir Juliane. Vielen Dank, Juliane!