Overblog Alle Blogs
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

Werbung

Maulesel Marian: Wo ist Tiger?

TRANSLATE

Der kleine Knopfi vermisst seinen großen Freund Tiger immer noch. Jetzt ist es schon drei Monate her, dass der arme Tiger vergiftet wurde. Und Marian ist verdammt 

Mit den Katzen kann er nicht sonderlich viel anfangen. Seit er Wähli in den Schwanz gebissen  und der ihm eine geschmiert hatte, kann er den Samtpfoten nichts mehr abgewinnen. 

Außer beobachten. Das sieht schon gut aus: erst ist der Kleine eifrig am Fressen. Dann klappen beide Ohren nach vorn und er bekommt sozusagen Stielaugen, frisst aber weiter. Wenigstens tut er so als ob. Dabei nähert er sich in zierlichen Trppelschrittchen dem Zaun. 

Was steckt denn nun im hohen Gras? Ein Reh, ein Hase oder ein fremdes Katzentier?

Da - Marian springt los, die Ohren platt an den Kopf geklappt und das Maul drohend aufgerissen! Kurz vor dem Zaun bremst er ab, und seine Zähne schlagen mit einem lauten Knall aufeinander! Aha! Was da jetzt entsetzt die Flucht ergreift, war eine fremde Katze aus dem Dorf. 

Wild oder unsere Katzen beobachtet er nämlich aufmerksam und schaut ihnen lange hinterher. Nur bei Fremden spielt er "Schnappschildkröte". 

Mit Riffel versteht er sich jetzt auch besser. Aber so eine enge Freundschaft, wie Miriam und Tiger mit ihr hatten, wird es wohl nie geben. Dafür ist der Knopfi zu unberechenbar und Riffel schon etwas zu alt. Sie kann nicht mehr schnell genug ausweichen, wenn der seinen Rappel kriegt. 

Und heute dachte der arme Kerl wohl, dass Tiger zurückgekehrt ist. Das kam so: Tiger hatte an seinem Halfter nämlich ein kleines Glöckchen. Wenn er sich bewegte, bimmelte es leise. Diese Bimmel trug er aus gutem Grund. Ab und zu sprang er nämlich über den Koppelzaun (der ist 1,4 m hoch!), um draußen weiter zu fressen. Bekanntlich ist ja das Gras auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner und saftiger. Wenn es auf der Koppel nicht mehr bimmelte, musste ich schauen, wo Tiger abgeblieben war. 

Heute habe ich mich aufgerafft,  Tigers Halfter zu waschen. Ich holte es aus dem Stall, dabei bimmelte sein Glöckchen leise. 

Knopfi riss alarmiert den Kopf hoch, ließ seinen Begrüßungsjodler erschallen und galoppierte zum Tor: "Tiger? Wo bist du denn?" Hoffnungsvoll schaute er über den ganzen Hof. Den Anblick seiner tief enttäuschten Augen werde ich wohl nie mehr vergessen. 

Plauderei mit Tiger
Hochgeladen von KiatGorina1 am 05.01.2011

 

Weitere Artikel:

  1. Ich hatt einen Kameraden
  2. Maulesel Marian trauert um Tiger
Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
X
<br /> Mir ist neu, dass Pferde Gras nicht vertragen. Lag es an der Menge, dass Dackels Bauch geplatzt ist?<br />
Antworten
K
<br /> <br /> Es lag am Rasenmähergras, also Gras, das mit einem Rasenmäher klitzeklein gehäckselt war. Das vertragen Pferde nicht. Grund: Es verstopft den Magenausgang, er bläht sich auf und dann gibt es die<br /> gefürchtete Magenruptur - Pferde können ja nicht kotzen und so den Magen entlasten. <br /> <br /> <br /> Genauso wenig vertragen Pferde Küchenabfülle oder angeschimmeltes Brot., das gibt dann schlimme Koliken. Ich werde stets wild, wenn selbsternannte Tierfreunde mit so matschigen und vergammeltem<br /> Zeug ankommen ... <br /> <br /> <br /> <br />
X
<br /> Zigeuner verlassen sich ja auf ihre Eingebung und sehen somit andere Dinge und Dinge anders als Menschen, die sich nur auf ihre Ratio, ihrenVerstand, verlassen. Aber wem erzähle ich das...<br /> <br /> <br /> Herzlichen Gruß!<br />
Antworten
K
<br /> <br /> Tiger - der Lipizzaner - hatte einen Vorgänger. Da warf ein Nachbar Rasenmähergras übern Zaun, Dackel fraß davon und sein Bauch ist geplatzt. Ich rief einen rumänischen Tierarzt, damit er Dackel<br /> erlöst.<br /> <br /> <br /> Als ich dann Tiger kaufen wollte, sollte eben dieser rumänische Tierarzt die Einkaufsuntersuchung machen. Er sah Tiger und sagte spontan: "Zu dem gehe ich nicht rein, er weiß, dass ich ihn tot<br /> gemacht habe!" Er meinte Dackel.<br /> <br /> <br /> Diese Sensisivität geht deutschen Tierärzten meistens ab. Eigentlich schade.<br /> <br /> <br /> <br />
X
<br /> Das ist sehr traurig. Man merkt auch, dass nicht nur der liebe Esel, sondern Du noch mehr unter dem Verlust leidet. Goldig, das Video.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Xammi<br />
Antworten
K
<br /> <br /> Tiger war mehr als ein Reitpferd. Er war ein Kamerad, auf den ich mich verlassen konnte. Einmal war ich zusammen mit einer Freundin ausreiten. Dann gab es Blaubeeren. Also stieg ich ab und<br /> pflückte Blaubeeren. Tiger war nicht angebunden, sondern stand neben mir und wartete, bis er auch Blaubeeren bekam. Die Freundin war erstaunt: "Der läuft ja nicht weg!" Und einmal traf ich<br /> Zigeuner. Sie fragten mich, ob Tiger ihre Stuten decken dürfe. Ich hatte nichts dagegen. Sie fragten einen von den Alten. Er betrachtete sich Tiger genau. Dann schüttelte er den Kopf: Tiger sei<br /> unberechenbar. Ich protestierte, Er lachte: Bei dir nicht, ihr kennt euch schon seit Jahrzehnten. Ich protestiert wieder: Ich habe ihn doch erst ein paar Jahre. Der Zigeuner: Ihr beide kennt euch<br /> von viel früher. Ob der Zigeuner Tigers Vorgänger - Dackel - gesehen hatte. Und dessen Vorgänger Ernie? Und dessen Vorgänger Wolke - in der mongolischen Steppe? Es scheint so. <br /> <br /> <br /> <br />