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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Mein Buch: Diskussion über mein Alter

Heute war es wieder einmal so weit: Da fuhr heute abends ein Jeep auf den Hof, schnaufend stieg ein beleibter Mann aus und baute sich vor meiner Stalltür auf. Ach ja, ich erinnerte mich, er war der Göttergatte einer Bekannten, dei einst mein Buch gekauft hatte.

Und genau, es ging anscheinend um mein Buch.: "Ich habe Ihr Buch angefangen zu lesen, das ist alles Quatsch! Das kann alles nicht passiert sein! Wie kommt ein vier Jahre altes Kind auf ein Pferd? Und wie kann ein Kind ein Pferd satteln? So etwas meiner Frau zu verkaufen! Das ist eine Frechheit!"

Mein Bär fragte ganz ruhig: "Was ist denn Quatsch?"

Er polterte: "Ein kleines Mädchen mit vier Jahren kann doch nicht reiten!"

"Wo steht denn das?"

"Gleich am Anfang! Da stört noch mehr Blödsinn drin!"

"Moment, ich hole ein Exemplar, dann schauen wir doch nach." Mein Bär holte ein Exemplar und blätterte und dann las er vor: "Dazu kam, dass sie wegen ihrer unregelmäßigen Ernährung viel kleiner war, als es ihrem Alter entsprach. Sie wirkte wie höchstens vier Jahre alt, dabei war sie bereits sieben oder acht. Ihr bisheriges Leben sollte sich ab diesem Zeitpunkt grundlegend ändern." Und er sagte zu ihm:

"Also, Kiat war sieben oder acht Jahre alt, als sie mit einer Salzkarawane zu einer anderen Sippe gebracht wurde. Und da hat ihre Mutter ihr das alte Pony gesattelt. Haben sie das nicht gelesen? Moment, ich lese die Stelle vor." Das tat er:

"Kiats Mutter stopfte all ihre Sachen, auch die mottenzerfressene Felldecke und den dicken Del, in einen Sack. Dann sattelte Gurbesu einen uralten klapprigen Ponywallach, schnallte ihre Habe, viel war es nicht, fest und drückte ihr wortlos noch einen Streifen Dörrfleisch in die and. Dem Karawanenführer steckte sie einen kleinen Beutel mit Goldbröckchen zu. Den Zügel des Ponys gab sie einem der Treiber."

Und er fuhr fort: "Also, wo steht da, dass sie als Kind das Pony selbst gesattelt hat? Das tat ihre Mutter! Und Kiat konnte ja noch gar nicht reiten, deshalb gab die Mutter den Zügel einem Kameltreiber. Also, was stimmt da nicht!"

Der Mann wurde kleinlaut und meinte: "Am Stammtisch sagen sie aber, dass die sich das ausgedacht hat!"

"Haben die Kiats Buch überhaupt gelesen?"

"Nein, die lesen doch so etwas nicht.!

"Aber darüber urteilen, das können sie dann schon?!" Der Mann schnappte nach Luft.

Da mischte ich mich ein: "Dass ich immer für jünger gehalten wurde, das ist mir auch in Deutschland passiert."

Der Mann unterbrach sie: "Wieso sind Sie nach Deutschland gekommen? Warum sind Sie nicht in der Mongolei geblieben?"

"Das müssen sie meinen deutschen Vater fragen. Er ließ mich von der Mongolei holen - er machte da einen Deal mit den Russen und ich wurde nicht gefragt. Und überhaupt, was stört Sie, dass ich hier wohne?"

Er wollte etwas sagen, aber dann biss er sich auf den Mund.  Ich fuhr fort: "Meine Stiefmutter in Deutschland gab mir stets sehr wenig zu essen, ich kann mal Fotos zeigen, wie ich als Dreißigjährige ausgeschaut habe." Ich ging ins Haus und holte ein Fotoalbum. Dann zeigte ich ihm einige Fotos und sagte: "Noch als Erwachsene hielten die mich beim Metzger für ein Kind und boten mir eine Scheibe Gelbwurst an."

Da musste er doch etwas lachen. Dann erzählte ich: "Ich habe ja auch Metzgerin gelernt, beim A. in Rothenburg."

"Aber der ist doch pleite", unterbrach er mich.

"Damals als ich bei ihm lernte, da war er noch nicht pleite." Der Mann entspannte sich und fragte mich nach den Metzgern aus, wie es dem Meister Fritz gehe usw. Ich beantwortete seine Fragen und wir kamen ins Quatschen. Er kannte den A. und seine Leute. Und dann sagte er: "Einmal sah ich einen kleinen Gesellen bei ihm, da sagte die A., das sei der Ulrich." Ich erklärte:

"Ja sie haben mich vor der Kundschaft immer Ulrich genannt, weil ich wie ein Junge ausschaute."

Dann erzählte ich ihm einige lustige Sachen, wie ich meine Gesellenprüfung machte und wie ich Innungsbeste wurde. Er kannte sich da aus. Und dann platzte er raus: "Und dann bist du der Ulrich! - Entschuldigung ..."

Ich unterbrach ihn: "Bleiben wir beim du, ich bin die Kiat." Wir gaben uns die Hand. Wir unterhielten uns noch über Rothenburg und über die Berufsschule, die er auch besucht hatte. Wir haben auch gelacht. Dann stand er auf: "Meine Frau wartet sicher schon auf mich, ich muss jetzt gehen. Und dein Buch, das muss ich mal genau lesen!"

Dann fuhr er weg. Tja, so etwas erlebe ich immer wieder, da gibt es Leute, die kennen mein Buch nicht oder haben es nicht genau gelesen, aber es passt nicht in ihr Weltbild und deshalb kann es nicht stimmen. Und dann versuchen sie, über mich herzuziehen. Irgendwie tun mir solche Menschen leid. Sie leben in ihrer beschränkten kleinen Welt und wehe, es taucht etwas anderes da auf.

Und ziemlich spät klingelte noch mal das Telefon, das war die Frau des Mannes: "Sag mal, was hast du mit meinem Mann gemacht? Er war doch bei dir? Er hat immer über dein Buch gelästert. Und jetzt ist er am Lesen. Und wenn ich ihn etwas frage, dann heißt es: Stör mich nicht, das ist spannend!" Da erzählte ich ihr, was vorgefallen war und dann lachten wir beide.

Zum Schluss sagte die Frau: "Du bist eine patente Frau, und mein Mann sagt das jetzt auch. So, damit du das weißt!"

Das hat mich sehr gefreut ...


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D
<br /> Huhu Kiat einen wunderbaren guten Morgen<br /> <br /> Danke für die Info über Dschingis Khan.<br /> Ja klar, die Wahrheit kommt immer ans Licht.<br /> Aber manchmal lässt sie sich so Zeit... (ungeduldigherumlauf).. :-)<br /> <br /> Ich wünsche Dir einen feinen Tag<br /> hoffe es wird heute nicht zu matschig.<br /> Es regnet hier in Nürnberg wie verrückt.<br /> Bei Dir bestimmt auch :)<br /> Deine Deva<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Liebe Deva,<br /> <br /> <br /> ja, die Ungeduld. Die "oberen Instanzen" habe halt ganz andere Zeitvorstellungen als wir Menschen  Mir geht es<br /> auch manchmal so wie dir, da denke ich mir: Wieso dauert das so lange, bis ein Übeltäter bestraft wird. Aber alles hat seinen Sinn <br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Kat<br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> Liebe Kiat,<br /> <br /> eine schöne Geschichte und wenn Menschen mehr miteinander reden würden, könnte man auch viel öfter zusammen lachen. Das Leben ist so schon schwer genug, da muß man nicht auch noch streiten oder<br /> provozieren. Wer mit Dir nicht auskommt ist selber schuld.<br /> <br /> Liebe Grüße, Katharina<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Liebe Katharina,<br /> <br /> <br /> deinen Worten stimme ich voll zu. Erst jüngst hat mir jemand folgende Geschichte erzählt: Ein Mann war zu Fuß unterwegs - auf einer öffentlichen Straße! Da fuhr ein Altjäger vorbei und zeigte ihm<br /> den Stinkefinger! Er brachte der Vorfall zur Anzeige. Der Altjäger stellte eine Gegenanzeige, der Mann habe ihm Beleidigungen zugerufen. Wie ein Füßgänger einem vorbeifahrendem Auto Beleidigungen<br /> zurufen kann, ist mir schleierhaft. Also wurde die Strafanzeige von der Staatsanwaltschaft nicht weiter verfolgt! Es wurde auf den Weg der Privatklage verwiesen. So weit sind wir in dieser<br /> Republik schon gekommen: Ein Altjäger darf beim Fahren einem Fußgänger den Stinkefinger zeigen und das ist dann für die Staatsanwaltschaft nicht interessant. Kein Wunder, wenn manche Jäger sich<br /> aufführen wie Graf Rotz! Eine Gesellschaft, die solche Auswüchse zulässt, ist zum Scheitern verurteilt, nicht von menschlichen Gerichten, sondern von anderen "Instanzen".<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
C
<br /> Ich finde menschen die urteilen, bevor sie sich überhaupt damit auseinandergesetzt haben, schrecklich :) aber es ist schön, dass er akzeptiert hat, dass er falsch lag. Sowas sieht man nicht oft.<br /> <br /> <br />
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K
<br /> <br /> Ich finde das auch bescheiden. Und dass der Mann einsichtig war, nun, das kommt öfters vor, wenn ich mit Menschen reden kann. Vielleicht habe ich das gewisse Etwas. Einmal hatte ich einen ganz<br /> schweren Fall: Eine Freundin - Mutter Brasilianerin, Vater deutsch - hörte, dass ihre Familie im brasilianischen Busch große Probleme hatte, weil der Dorfälteste meinte, diese Famlie sei vom<br /> Teufel besessen. Dann habe ich eine Geistreise zu diesem Dorfältesten gemacht - das ist ja nicht ungefährlich - aber was tue ich für eine Freundin. Und am nächsten Tag war der Dorfälteste wie<br /> ausgewechselt. Das ist wirklich passiert. Obwohl es so unglaublich klingt.<br /> <br /> <br /> <br />
D
<br /> Ach arme Kiat..<br /> Mir tut da mein Herz weh, wenn ich sowas höre.<br /> Wie kann man als Elternteil so sein.<br /> Ich würde mir lieber die Hand abhaken, als so mit<br /> meinem eigenen Fleisch und Blut, will ich mal<br /> altmodisch ausdrücken, umzugehen.<br /> Das musste ich noch loswerden.<br /> Gut das Du vorbereitet worden bist vom blauen Wolf.<br /> <br /> Nochmal einen Knuddel<br /> Deine Deva<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Liebe Deva,<br /> <br /> <br /> es waren und es sind Menschen - und viele Menschen sind zu Vielem fähig, wenn sie die Gier gepackt hat. Diese ganze Geschichte ist ja noch schlimmer - das ist ein ziemlicher Thriller - vielleicht<br /> schaffe ich es, dies zu veröffentlichen - die Widerstände sind enorm! Die Wahrheit soll nicht ans Licht kommen. Aber sie wird!<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />
D
<br /> Ja die Prophezeihung kenne ich. Hatten sie in Phönix auch was gebracht.<br /> Ich seh sowas unheimlich gerne.<br /> hihi..Dschingis Khan würde lachen, das glaube ich...<br /> Wird er immer noch von den Mongolen so verehrt, wie ich es letzthin<br /> hörte?<br /> <br /> Liebe Grüße zum Abend...<br /> Deine Deva<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Sicher, Dschingis Khan war ja auch ein Nirun, ein Sohn des Lichts! Und er hat die Mongolenstämme vereint, er baute sehr schnell ein gewaltiges Reich auf, mit einem Postwesen, von dem die Europäer<br /> damals nicht einmal träumen konnten. Da gab es Postreiter, deren Pferde hatten alle eine Glocke, wenn da sich eine solche Glocke einer Poststation näherte, wurde sofort das nächste Pferd fertig<br /> gemacht und es gab einen fliegenden Wechsel und der Postreiter galoppierte auf dem neuen Pferd weiter. Die Postreiter schliefen im Galopp. Das war ein einfaches, aber sehr effizientes System! Und<br /> denke an die Religionsfreiheit! Für den Großen Khan war es egal, woran seine Untertanen glaubten, sie mussten nur ihre Steuern zahlen und durften nicht aufmucken. Und er führte auch ein, dass ein<br /> Privatmensch kein Anrecht auf Grund und Boden hatte. Grund und Boden ist für alle Mongolen da! Er wollte auf jedne Fall vermeiden, dass sich seine Untrtanen deswegen die Köpfe einschlagen - er<br /> brauchte sie zum Kämpfen. Und er war sehr fortschrittlich, er holte sich Wissenshaftler, Handwerker in sein Reich. Er war schon der größte Mongole - obwohl er von Statur eher klein<br /> war<br /> <br /> <br /> <br />