Heute stand in der Lokalzeitung (FLZ Ansbach) ein Gespräch, das eine Lokalredakteurin mit Dekan Heißmann führte. Ja, der Dekan, der einst ein Veto gegen meine Buchlesung einlegte.
In diesem Gespräch wurde er unter anderem gefragt:
"Heute kämpft die evangelische Kirche mit einem Mitgliederschwund. Aber dem Windsbacher Dekan macht das keine Angst. Er sieht darin vielmehr ein 'Gesundschrumpfen'. Nach der Wiedervereinigung seien viele Leute in die Kirche eingetreten, erklärt er. Die aber hätten oft keinerlei kirchlichen Hintergrund gehabt."
Als ich das gelesen habe, konnte ich nur den Kopf schütteln. Auch einem Dekan muss doch klar sein, dass viele Menschen in der früheren DDR keinen kirchlichen Hintergrund haben konnten. War doch ein offenes Eintreten für die Kirche mit Repressalien verbunden. Wenn es nun im Jahre 20 nach der Wiedervereinigung immer noch Menschen ohne kirchlichen Hintergrund gibt, dann sollte sich die Kirche mal an der eigenen Nase fassen und darüber nachdenken, wieso diese Menschen immer noch keinen kirchlichen Hintergrund haben.
Aber es geht noch weiter:
"Auch viele Migranten würden auf Fragebögen fast schon standardmäßig die Religionszugehörigkeit 'evangelisch' ankreuzen, ohne dies tatsächlich zu sein."
Ich schließe daraus, dass sich nur wenige oder gar niemand sich um die Migranten gekümmert hat und kümmert. Und den meisten Migranten abzusprechen, dass sie evangelisch sind, das finde ich nicht nachvollziehbar. Unter den Aussiedlern vom Osten gibt es nicht wenige, die zu den Mennoniten zählen, und die sind rein evangelisch. Anders zwar, aber sie sind evangelisch. Das sollte ein Dekan eigentlich wissen.
Na ja, dann soll er glücklich werden mit der "Gesundschrumpfung" seiner Kirche. Ob der Teil seiner Kirche, der mit den Finanzen zu tun hat, das auch so sieht, da habe ich meine Zweifel. Wenn seine Kirche immer mehr schrumpft, dann schrumpft auch das Kirchensteuervolumen. Und wer bezahlt schließlich das Gehalt eines Dekans?
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