Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Was sind das für Menschen, die S. und sein Buch verteidigen?
Wenn Menschen merken, dass ich nicht für S. und gegen sein Buch bin, passiert es immer öfter, dass mir unverhohlener Hass entgegenschlägt. Wieso eigentlich?
Das geht von "Das wundert mich nicht, du bist ja Halbmongolin, geh doch zurück, wo du hergekommen bist!" bis "Bei Hitler wärst du vergast worden!"
Und so etwas und mehr wird mir einfach ins Gesicht gesagt. Vor S. hätten sich das nur die wenigsten getraut. Ich denke, darin liegt der Schlüssel dafür, weshalb viele sein Buch kaufen und verteidigen. Ob sie es auch lesen und verstehen, da habe ich so meine Zweifel.
Wie wurde S. bekannt? Nun, er hat das - zunächst als Finanzsenator von Berlin - ausgesprochen, was vorher niemand laut und öffentlich gesagt hätte. Sondern nur im Schutz eines Stammtisches, jedoch nie öffentlich. S. jedoch kommt das zweifelhafte Verdienst zu, öffentlich über arme Menschen zu schimpfen - schlimmer noch, alle H4-Bezieher lächerlich zu machen, wie zum Beipiel: Wenn die frieren, sollen die halt einen Pullover mehr anziehen! Und wenn der Warmwasserboiler kalt bleibt, kalt duschen ist sowieso gesünder!
Das sind Sprüche, über die können sich Menschen lustig machen. Und solange S. nur auf den H4-lern herum hackte, passierte nicht viel, nur dies: Menschen merkten, da gibt es einen Finanzsenator, der zieht öffentlich über die H4-ler her und dem passiert nichts. Vorher gab es ja noch Reste von "Erziehung" wie: Über Arme darf man nicht öffentlich lachen, so etwas tut man nicht! Dieses Tabu hat S. gebrochen. Und er heimste dafür Beifall ein und weitete sein Angriffe aus: auf Ausländer, auf Juden. Da wurde der Protest gegen S. immer stärker und lauter.
Ja, und dann erschien sein Buch und da überspannte er den Bogen. Bisher ware es ja meist nur Interviews, aber sein Buch, da lässt sich ja alles nachlesen, auch seine abstrusendsten Thesen. Nur seine Fans, die finden es toll, was der S. sich getraut. Er ist das Sprachrohr der vielen Enttäuschten in diesem Land, alles was schiefgeht, dafür haben diese Menschen jetzt Sündenböcke. So ein Sündenbock ist ja eine feine Sache, da habe ich gleich die Schuldigen, ohne über meine eigene Person nachdenken zu müssen. Und wenn jetzt jemand wie ich kommt und nachweisen kann, dass viele "Thesen" des S. so etwas von abstrus sind, dass es sich gar nicht lohnt, darüber zu diskutieren, dann zerstöre ich für die Enttäuschten deren Sündenböcke. Also bin ich ein Feind.
Ich schaffe zwar nicht Deutschland ab, aber ich bringe diese Feindbilder von Sündenböcken ins Wackeln.
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