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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Schamanische Schau?

Heute rief mich ganz aufgeregt ein Mann an, er gab sich als Journalist zu erkennen. Es ging um den Plagiatvorwurf gegen Hegemann.
 
"Sie haben am 2. Februar einen Kommentar im ZEIT Magazin geschrieben!"

"Ja, das mache ich öfters."

"Aber da haben sie ganz am Ende geschrieben, Moment mal, ich habe es mir aufgeschrieben, Vorausgesetzt, sie hat den Text selbst verfasst ..."

"Ja, und? Wo ist das Problem?"

"Woher wussten Sie das? Können Sie mit Ihre Quelle nennen?"

Ich musste lachen. "Meine Quelle? Ich kann Sie Ihnen nennen, aber Sie werden damit nicht zufrieden sein."

"Also, nun sagen Sie schon, wer hat Ihnen das verraten?"

"Sie werden es mir nicht glauben, aber ich sage es Ihnen trotzdem: ich hatte da so ein komisches Gefühl und dann ein paar passende Bilder vor meinem geistigen Auge ...!

"Ach, sind Sie Hellseherin?" meinte er etwas enttäuscht. Ich, lachend: "Schlimmer, ich bin Schamanin, aber eine authentische, darauf lege ich Wert!"

Irgendwie war er jetzt enttäuscht, wollte aber noch mehr wissen. "Wie machen Sie das?"

"Das kommt halt einfach so ..."

"Und stimmt das immer, was Sie sehen?"

"Leider."

"Wieso leider? Damit können Sie doch viel Geld verdienen. Das muss doch toll sein, Dinge vorhersehen zu können!"

"Für mich ist es schrecklich. Stellen Sie sich vor, ich sehe etwas Unheilvolles für einen lieben Menschen. Was soll ich tun?"

"Ihn natürlich warnen!"

"Das darf ich eigentlich nicht. Damit beeinflusse ich die Zeitlinie eines Menschen und zerstöre damit unter Umständen Zeitlinien anderer Menschen."

"Das verstehe ich nicht."

"Also ein Beispiel: Nehmen wir an, da gibt es einen Anton ..."

"Ich heiße Anton, hat das etwas zu bedeuten?"

"Nein. Weiter im Text! Anton ist mit Berta verheiratet, aber Berta hat einen Liebhaber. Wenn Anton heute mit dem Auto wegfährt, wird er tödlich verunglücken. Wenn er zu Hause bleibt nicht."

"Dann müssen Sie doch den Anton warnen!"

"Und dann bleibt Anton zu Hause und stellt fest, dass seine Frau einen Liebhaber hat. Es kommt zum Streit und der Liebhaber stirbt."

"Ja, und wenn der Anton stirbt, was ist dann?"

"Dann heiratet später Berta ihren Freund und die beiden bekommen Kinder. Damit entstehen neue Zeitlinien, im andern Fall nicht. Und wieso soll ich da entscheiden? Ich bin doch nicht Gott!"

"So habe ich das noch nicht gesehen ... "
  
(C) Copyright 2004-2010 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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M
<br /> Liebe Kiat!<br /> <br /> Ich denke es hat einen Grund,wenn jemand eine Vorahnung hat.Wenn etwas wirklich passieren soll,dann wird auch eine Warnung das kommende nicht verhindern,sondern nur verzögern.<br /> Aber in den allermeisten Fällen hat jeder die freie Wahl,ich glaube nicht an ein schon von vornherein feststehendes Schicksal,sondern nur an gewisse karmische Verstrickungen,deren Ursachen man aber<br /> selber gesetzt hat.<br /> Also beherzigt jemand die Warnung,die man ihm auf den Weg mit gibt oder schlägt er die Vorahnung in den Wind.<br /> Damit entscheidet dann jeder selbst was passieren wird.<br /> Ich denke,wenn man eine Vorahnung erhält hat das einen Grund,sonst hätte man keine.Also finde ich es nur richtig und fair,dem Betreffenden davon zu erzählen und ihm dann aber selber zu überlassen<br /> was er damit anfängt.<br /> Also ich erwarte das von Menschen,die sich Freunde nennen,daß sie mir eine Vorahnung mitteilen würden,die mich betrifft,wenn sie eine haben.<br /> Oder auch einen Traum,dann ist man gewarnt und kann entsprechend handeln.<br /> <br /> Meine Mutter träumte mal,daß wir beide einen schrecklichen Streit hatten.Zum Glück hat sie mir davon erzählt.Als dann,2 Tage später am Telefon der Ton zwischen uns schärfer wurde,fiel mir plötzlich<br /> der Traum wieder ein:<br /> Ich sagte zu meiner Mutter,daß ich nicht will,daß wir uns streiten wie in ihrem Traum.<br /> Das brachte uns beide zur Besinnung.Hätte sie mir ihren Traum verschwiegen,hätte ich nicht rechtzeitig dem Gespräch eine Wendung zum Guten geben können und wir hätten uns wirklich gestritten.<br /> <br /> Allerdings verstehe ich,daß es für den Menschen mit der Vorahnung eine große Last bedeuten kann,wenn er genau weiß,daß jemand,der ihm am Herzen liegt in sein Unglück rennt.<br /> <br /> Hier muß man sich dann sagen,daß die Verantwortung für den anderen damit erfüllt ist,daß man ihn vorgewarnt hat und sich nicht selber quält mit Schuldvorwürfen,man hätte mehr für den anderen tun<br /> könen oder sollen.<br /> Denn jede/r ist sein/ihre eigene/r Schicksalsgott/in,jeder Mensch ist für sich selber verantwortlich.<br /> <br /> Liebe Grüsse von Moira<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Moira,<br /> <br /> wir alle sind in ein Geflecht von Zeitlinien eingebettet, von der  Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. In meinem Beispiel versuchte ich zu verdeutlichen, dass das Ende einer<br /> Zeitlinie (also der Tod eines Menschen) damit auch andere potentielle nachfolgende Zeitlinien auslöscht. Es geht also nie um das Schicksal des Einzelnen.<br /> <br /> Das haben beispielsweise schon die alten Rabbinen gewusst. Im AT, als Kain seinen Bruder Abel erschlagen hat, steht die Anklage an Kain: "Du hast das Blut deines Bruders Abel vergossen!" Im Urtext<br /> allerdings steht "Blut" in der Mehrzahl, es müsste also "Blute" heißen.<br /> <br /> Das ist ein Zeichen dafür, dass damit nicht nur die Zeitlinie von Abel ausgelöscht wurde, sondern auch die von ihm nachfolgenden.<br /> <br /> Und dann wird es sehr sehr schwierig für mich kleines Menschlein. Wieso sollte ich dann entscheiden? Das maßt ich mir nicht an. Ich bin doch nicht Gott ...<br /> <br /> Wer sich mit Orakeln befasst, die meisten sind oft sehr dunkel gehalten und geben viel Raum zur Interpretation. Die wirklichen Orakler wissen warum.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
F
<br /> ^^<br /> <br /> <br />
Antworten
F
<br /> treffend beschrieben werte Wölfin ! ^^<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Flora,<br /> <br /> ich danke dir, dass du es verstehst. Die meisten Menschen haben Zeitlinien Probleme ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />