Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Ja, was bedeutet Weibo? Das ist die chinesische Variante von Twitter. Wieso? Haben die Chinesen einen solchen Nationalstolz, dass sie Twitter nicht verwenden? Doch, sie würden gerne Twitter verwenden, aber die allmächtige kommunistische Partei Chinas hat Twitter gesperrt. Und Facebook auch. Und YouTube auch!
Wieso eigentlich? Klar, die neuen Bewegungen gehen oft vom Internet aus - wie im Mittleren Osten - aber auch in Europa, wie jetzt wieder in Spanien. Also wird Facebook gesperrt. Und YouTube erst recht. Wo käme China denn hin, wenn jeder Videos aufnähme und ins Netz stellte? Zum Beispiel wenn ein Parteibonze den weltberühmten Künstler Ai Weiwei von Banden zusammenschlagen lässt. Wieso? Weil Ai Weiwei öffentlich angeprangert hat, dass Bauunternehmer beim Bau sparen und dann beim ersten leichten Erdbeben die Häuser wie ein Kartenhaus zusammenfallen!
Das soll niemand erfahren, obwohl alle es ahnen. Aber die chinesischen Machthaber haben ein Problem: Sie brauchen das Internet - für ihre Wirtschaft, für die Kontakte mit den Kunden weltweit. Und Twitter ist ja auch eine schnelle Sache. Also wurde eine chinesische Variante von Twitter ebtwickelt: eben Weibo. Die Chinesen schicken sich Weibos.
Nur Nachrichten mit höchstens 140 Zeichen. Aber da werden chinesische Zeichen gesendet. Und im Chinesischen bedeuten die Zeichen nicht nur einen Laut, sondern ein ganzes Wort. Also können die Chinesen in ihren Weibos kleine Geschichten verpacken!
Und worin liegt das Problem? Erinnern wir uns zum Beispiel an den Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen. Da wurde ja schon vorher gemunkelt, dass es mit der Sicherheit dieser Züge schlecht bestellt ist!
Quelle: BILD.de
Ja, da haben so manche Passagiere vom Zug aus Weibos verschickt, nicht nur Nachrichten, sondern auch Fotos und Videos. So schnell konnten die Aufpasser der kommunistischen Partei gar nicht schauen. Und Millionen von Chinesen diskutierten darüber, wer für die Katastrophe verantwortlich ist!
Und die Chinesen sind pfiffig: Sie umgehen die Zensur, indem sie Texte in Fotos umwandeln und als Bilder verschicken! Wie beim Wettrennen zwischen Hase und Igel gibt es ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Weibos und den staatlichen Meinungswächtern! Sie haben immer mehr das Nachsehen. Was im Internet mal veröffentlicht wurde, das lässt sich so schnell nicht mehr löschen.
Und Chinas Wirtschaft braucht das Internet! Wer hätte das gedacht? Das Internet, das einst von amerikanischen Militärs in Auftrag gegeben wurde, entwickelt sich zu einem Horrorszenario für militärische Betonköpfe!
Die Partei Chinas ist ratlos. Und machtlos! Parallel zu den staatlich verordneten "Diskussionen" entwickeln sich freie Diskussionen - eine Horrorvorstellung für jeden Politkommissar.
Und das ist gut so! So bekommt das chinesische Volk die Chance, sich vom Diktat der allmächtigen kommunistischen Partei zu befreien. Auch aus dem Joch des staatlich verordneten Kapitalismus - denn was in China abläuft, hat mit den Idealen eines kommunistischen Staates wenig gemein.
Aber auch wir hier in Deutschland sollten das Internet verstärkt für politische Aktionen nutzen. Nicht nur darüber schreiben, was wir heute essen oder trinken oder sonst was machen - nein, wir sollten das Potential des Internet dazu nutzen, dass wir uns eine bessere Welt bauen. Eine Welt mit einem bedingungslosen Grundeinkommen. Ein Stuttgart mit einem funktionierenden Kopfbahnhof! Eine Lösung für dias Problem des Endlagers für atomare Brennstäbe. Und ...
Wir sollten es nicht zulassen, dass eben dieses Internet von der Wirtschaft missbraucht wird, uns nur zu Konsumenten zu dressieren. Zu Stimmenbeschaffern für postdemokratische Wahlrituale! Dafür ist das Internet zu schade. Machen wir etwas daraus!
Quelle: afp-Video Chinesische Facebook-Konkurrenz wird Original gefährlich