Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Seit Wochen brütet ein Schwalbenpärchen bei uns im Stall. Aber die Brut ließ sich Zeit zum Schlüpfen. Gestern war es so weit: Da sah ich die ersten Köpfe mit Irokesenhaarschnitt.
Irgendwie haben Schwalben ein sehr gut funktionierendes Kommunikationssystem. Plötzlich schwirrten viele Schwalben herum und wollten wahrscheinlich den neuen Nachwuchs begutachten. Im benachbarten Dorf gibt es kaum Schwalben. Als die Bauern noch Vieh hielten, da hielten sie sich an Ratschläge wie: Schwalben vergiften das Futter, deshalb müssen die Schwalben raus aus den Ställen. Unglaublich, aber wahr!
Nun, bei uns können die Schwalben natürlich bleiben. Ich bewundere diese Vögel, wie elegant sie segeln. Und wie schnell sie sind. Da kommt ein Schwalb, klammert sich an den Rand des Nestes und füttert seine Jungen. Und kaum ist der Schwalb weggeflogen, kommte auch schon die Schwälbin und füttert weiter. Die Jungen wachsen auch sehr schnell, ich kann richtig zugucken dabei.
Und wenn die Jungen größer werden und die Eltern nicht nachkommen mit der Fütterung, dann kommt wieder ein Fütterungeinsatzkommando, wie gesagt, Schwalben sind offenbar sehr gut organisiert.
Unsere Katzen haben auch schon gemerkt, dass da etwas Junges im Nest sitzt. Aber wir haben ein Hindernis montiert, das für Katzen unüberwindbar ist. Da war mal eine Frau zu Besuch, sie hat sich ziemlich über die Katzen aufgeregt, die seien Vogelmörder. Nein, Katzen sind Raubtiere, und Vögel fallen ins Beuteschema.
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