Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Heute war ich unterwegs. Da lief mir eine Bekannte über den Weg, sie erzählte mir, dass sie ein Angebot von einem tibetischen Mönch habe. Er soll ein berühmter Heiler sein. Er könne auf ihrem Reiterhof ein Seminar abhalten. Was ich davon halte?
"Wie heißt der Mönch?"
"Lobsang Rampa"
Als ich den Namen hörte, musste ich lachen. "Wieso lachst du?"
"Entschuldige, mir fiel da die Geschichte eines Klempners aus Wales ein, der hieß im bürgerlichen Leben Cyril Henry Hoskin und war Okkultist und Schriftsteller. Sein berühmtestes Buch nannte sich Das dritte Auge."
"Und ist das Buch gut?"
"Na ja, er gab sich als tibetanischer Lama aus und dann kam heraus, dass er nie in Tibet war."
"Und was passierte dann?"
"Er rechtfertigte sich, dass der Klempner aus Wales bewusstlos war und da hat er als Lama den Körper des Klempners übernommen. Nur haben ihm das nicht viel Menschen abgenommen. Er wanderte dann nach Kanada aus. Von dort bot er dann Touchstones, Meditationsmatten und Fernkurse an."
"Was sind denn Touchstones?"
"Das sind Handschmeichler aus Stein, die er angeblich persönlich aufgeladen hat."
"Und was lehrt er in seinen Fernkursen?"
"Ach, da kannst du angeblich Astralreisen und Telepathie lernen. Da fällt mir noch ein, dass bei ihm das dritte Auge mit einem Stück Holz geöffnet wurde. Das wurde angeblich in seine Zirbeldrüse getrieben und er hat das überlebt. Mich wundert es, dass Menschen das glauben."
"Und du meinst, dass mein Mönch auch so ein Betrüger ist?"
"Nein, das habe ich nicht gesagt. Bei dem Namen Lobsang Rampa fällt mir immer diese Geschichte ein. Aber auf den Zahn fühlen solltest du ihm schon. Überlege mal, wenn er wirklich ein berühmter Heiler ist, wieso will er auf deinem kleinen Reiterhof ein Seminar abhalten?"
"Das stimmt eigentlich. Ich werde mal im Internet nach ihm suchen, ob den jemand kennt ..."
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