Das Jobportal der BA lässt sich von Scheinfirmen zum Sammeln von Daten missbrauchen.
Was ist wieder passiert? Das Wörtchen "wieder" ist berechtigt. Schon fast vor einem Jahr stellte ein privater Jobvermittler fingierte Angebote in die Jobbörse der BA. Wer sich dort meldete, erhielt die Auskunft, dass die Stelle bereits vergeben sei. Nun, so weit noch nachvollziehbar. Aber jetzt kommt es: Die "Firma" bot den Arbeitsuchenden, gegen Bezahlung natürlich, an, Bewerbungen für sie zu verfassen.
Und wenn das Konto dieses Job-vermittlers von der BA gelöscht wurde, schwupp, meldete er sich wieder an und versuchte sein Spielchen aufs Neue.
Diesmal liegt der Fall ähnlich, nur ein paar Dimensionen höher! Da suchte eine Firma in der Jobbörse der BA Personal, nicht irgendwelches Personal, sonder bot Stellen an für Fachärzte, Manager, Pflegeberufe etc. Dieses "Unternehmen" stellte angeblich auf einen Schlag über 2.000 offene Stellen für diese Berufe ein.
Schickte jemand seine kompletten Daten an die angegebene Adresse wie beispielsweise "zanaerzte@econsulting.de", dann hörte er nichts mehr, seine Daten dürften schon längst weitergereicht sein.
Nun gibt es die DENIC, da muss ja eine Internetadresse registriert sein. Also die DENIC aufgerufen und eine WHO IS Abfrage gemacht: da erfahren wir u. a.
- wer Inhaber der Domain ist
- wo die Firma residiert
- welche Geschäftsform diese Firma hat; es gibt ja da so Varianten in Großbritannien mit "LMT", da ist ein Geschäftsgründer schon mit einem britischen Pfund als Kapitaleinlage dabei und
- wer der administrative Ansprechpartner ist.
Interessant ist dann die Angabe der britischen Firma, auch dafür gibt es eine Adresse zur Recherche: da erfahren wir, wo in Großbritannien der Briefkasten dieser Firma residiert und wann diese Firma gegründet wurde. Und hochinteressant, wir erfahren, ob diese Firma auch die gesetzlich vorgeschriebenen Berichte schön brav im Companies House abgeliefert hat oder nicht. Credit Gate bietet ja Kopien dieser Berichte an, sagt aber fairerweise vor der Bestellung, ob Berichte überhaupt vorliegen.
Also, insgesamt sehr interessante Informationen. Ich verstehe deshalb auch nicht, wenn die Mainstreampresse behauptet. an diese Daten sei nicht ranzukommen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, rät eine Vertreterin der BA den Arbeitssuchenden, selbst darauf zu achten, ob bei einer Firma in der Jobbörse auch eine postalische Adresse und Namen des Arbeitsgebers angegeben sind.
Aber hallo, ist das nicht die Aufgabe der Administration innerhalb der BA. Irgendwie läuft da einiges falsch. Zumal ja ein ähnlicher Fall vor einem JAhr ja schon mal aufgetaucht ist!
Ach ja, die Frankfurter Rundschau meldet, dass BA-Mitarbeiter Zugriff hätten auf sensible Daten wie Suchtktankheiten und Schulden der Arbeitslosen. Jetzt wundert mich gar nichts mehr, wenn mir Frauen berichten, dass sie in einem Schuhgeschäft gefragt wurden: "Können Sie sich diese Schuhe überhaupt leisten?" (C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.