Gestern hatte ich in Schwabach zu tun. Nach getaner Arbeit bummelte ich über den Königsplatz und schaute bei der Weltbild Filiale vorbei. Da gab es Protest ...
Nein, diesmal nicht von mir. Sondern von einem schwarzgewandeten Mann, er hatte das Buch von der HH gesehen, nahm ein Exemplar und baute sich vor der Kassiererin auf:
"Wissen Sie eigentlich, was Sie verkaufen? Dieses Buch ist gewaltverherrlichend! Da werden einem kleinen Mädchen die Augen ausgebrannt und es wird anal misshandelt, bis es auf einem Parkplatz verblutet. Solch ein Buch ist eine Schande!"
Die Verkäuferin schnappte nach Luft. Aber er ließ sie nicht zu Wort kommen.
"Miteigentümer sind Diözesen, ob die Bischöfe wissen, was da verkauft wird?!
Die Verkäuferin tat mir leid. Also ging ich auf diesen Mann zu und sagte ruhig und freundlich:
"Die Verkäuferin kann doch nichts dafür, sie muss das verkaufen, was die Geschäftsleitung ihr reinstellt. Sie haben ja soo recht, dieses Buch ist wirklich ein Schandbuch!"
Jetzt war er es, der nach Luft schnappte. Dies nützte ich aus und fuhr fort:
"Und dieses Buch ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse. Am 18. März soll er verliehen werden."
Da drehte er auf: "Nein, das darf es nicht geben! So ein dreckiger Mist von Buch bekommt noch einen Preis?!" Wutschnaubend verließ er den Laden. Mittlerweile waren mehrere Leute aufmerksam geworden, alles Frauen. Eine fragte: "Worum geht es bei diesem Buch?"
Da fasste ich mit wenigen Worten zusammen, was ich von diesem Buch halte. Eine sagte dann: "Nein, so einen Mist brauche ich nicht, das scheint ja schlimmer als die Feuchtgebiete zu sein. Da bin ich auch drauf reingefallen."
Da war ich froh, dass ich nicht die einzige bin, die schimpft ...
Als ich den Laden verließ, lief mir wieder der Mann über den Weg. Er sagte zu mir: "Ich war eben in einem anderen Laden, da habe ich nach diesem bösen Buch gefragt, da hat die Buchhändlerin den Kopf geschüttelt, sie habe das nicht vorrätig. Wenn ein Kunde das unbedingt haben wolle, müsse er das bestellen. Sehen Sie, es gibt noch Buchhändler mit Gewissen!" Und stiefelte weiter.
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